NEWS vom 22.09.2009

Deutschland: 19.276 Infizierte, 69 Neu-Infektionen

Schweinegrippe Deutschland

22.09.2009 - Eine kleiner Grund zur Freude: Das RKI meldet für Samstag bis Montag 15 Uhr so wenig neue Fälle von Schweinegrippe in Deutschland, wie zuletzt Mitte Juli. Damit scheint die erste Welle der Schweinegrippe tatsächlich überstanden. Sie können den Trend deutlich auf unseren Grafiken ablesen. 43 der 69 neuen Fälle ereigneten sich in Deutschland (62 %). Todesfälle in Deutschland sind weiterhin noch nicht offiziell bestätigt. So verteilen sich die offiziell bestätigten Fälle auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (5.671)*
Baden-Württemberg (2.977)*
Niedersachsen (2.684)*
Bayern (2.248)
Rheinland-Pfalz (1.168)*
Hessen (933)
Schleswig-Holstein (606)
Berlin (569)*
Hamburg (429)*
Brandenburg (369)
Thüringen (373)*
Sachsen (347)
Sachsen-Anhalt (346)
Saarland (255)
Bremen (155)*
Mecklenburg-Vorpommern (146)
* = neue Fälle hinzugekommen bis 21.09.2009, 15 Uhr
Gezählt werden seit dem 15.7.2009 laborbestätigte Fälle sowie alle Erkrankten mit eindeutigen Symptomen aus dem Umfeld von laborbestätigten Fälle, auch ohne H1N1-Test. Hoffen wir, das sich der positive Trend vortsetzt und es noch lange so ruhig bleibt. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)



Grenzgänger sollen besonders aufpassen

Schutz vor Schweinegrippe

22.09.2009 - Nach einem Treffen von Fachleuten aus Luxemburg, Lothringen, Wallonien, Rheinland-Pfalz und dem Saarland wurde darauf hingewiesen, das Grenzgänger sich sowohl am Arbeitsort, wie auch am Wohnort über die Schweinegrippe informieren sollen. Allein in der Saar-Lor-Lux-Region gibt es rund 200 000 Pendler. Gesundheits-Staatssekretär Schild sagte nach dem Treffen: "Die Schweinegrippe stellt besonders für Grenzregionen mit hoher Mobilität eine besondere Herausforderung dar". Wir sagen: Schweinegrippe ist überall Schweinegrippe. Egal wo, die wirksamen Schutzmaßnahmen sind überall die gleichen! (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)



Beraterin für Arztpraxen gibt Verhaltenstipps

22.09.2009 - Theresia Wölker ist Personaltrainerin und Beraterin für Praxisteams und gibt Ratschläge für Ärzte, wie sie sich der Herausforderung der Schweinegrippe stellen können. Ihre Vorschläge reichen von einem auffälligen Hinweißschild an der Praxistür, Rundschreiben an die Stammpatienten der Praxis, die Überarbeitung der Praxishomepage und dem Hygieneplan bis hin zum anlegen größerer Vorräte an Schutzkleidung, Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel (siehe H1N1-Shop). Im Blickpunkt steht für Frau Wölker der Schutz der anderen Patienten sowie dem Praxisteam vor der Situation, das sich infizierte Patienten in der Praxis melden. Alle Tipps von ihr finden Sie hier. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)



Deutschland spendet 20 Millionen Euro gegen Schweinegrippe

22.09.2009 - Wochenlang brodelten die Emotionen bei Bund und Ländern nach oben, als es um die Finanzierung der Schweinegrippe Impfung ging. Niemand wollte für die geschätze 1 Milliarde Euro aus seinen Taschen aufkommen. Da verwundert es ein wenig, wenn nun binnen einer Woche entschieden wird, das mal eben 20 Millionen Euro an Entwicklungsländer gespendet werden, damit diese sich Impfstoffe gegen die Schweinegrippe kaufen können. Den Beschluß trafen Bundesministerium für Entwicklung und das Bundesgesundheitsministerium gemeinsam, wie es aus Regierungskreisen in Berlin hieß. Die Geste ist natürlich tadellos und folgt dem Beispiel der USA, die am 18.9.2009 zu einer Internationalen Spendenaktion aufriefen (siehe News-Archiv). (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)

Impfstoffspezialist warnt vor Schweinegrippe Impfchaos

Schweinegrippe Impfung

22.09.2009 - Dr. Marcus Krämer von der A1-VersandApotheke im hessischen Lorsch warnt vor einem Impfchaos. Die Logistik sei nicht ausgereift und birgt noch Probleme in sich. Sein Appell geht auf jahrelange Erfahrung mit dem Versandt von Impfstoffen zurück. Demnach benötigen die Arztpraxen stets nur Abpackungen von 100 - 150 Impfdosen. Der Schweinegrippe Impfstoff wird jedoch nur in Abpackungen von minimal 500 Impfdosen zur Verfügung gestellt. Die Folge könnte sein, das die Kühlschränke in den Arztpraxen komplett überfüllt sind, es anderen Orts zu einer Mangelversorgung kommt (in kleinen Gemeinden zum Beispiel) und das schlußendlich Impfstoffe verfallen. Krämer schlägt vor: "Wenn man eine  flächendeckende und zeitgleiche Versorgung sicherstellen will, müsste man die Impfstellen mit kleineren Einheiten von z.B. 50-100 Dosen beliefern, dafür aber mehrmals im Laufe der Impfaktion". Abschließend betonte er: "Das sind wir der Gesundheit und den Steuergeldern unserer Bürger schuldig". Krämer hofft nun, das die Bundesländer das Problem der Impfdosen-Abpackung bedenken. (Text: © Kiwi Vision, Daten: A1-VersandApotheke)

Bonner Mediziner bestätigen: Schnelltest klappt nicht

22.09.2009 - Bei einem Test der Unviversität Bonn wurde nochmals bestätigt, was vor wenigen Wochen schon bekannt wurde. Der Grippeschnelltest klappt nicht zuverlässig bei H1N1. Die Virologen untersuchten dabei 144 nachweißlich mit H1N1 infizierte Personen und nur bei 16 (!!!) brachte der Schnelltest ein zuverlässiges Ergebnis. Geschätzt wird, das der Schnelltest einfach nicht sensitiv genug ist, da verhältnismäßig wenige Viren bei einer Schweinegripep Infektion ausgeschieden werden. Eine zweite Theorie geht dahin, das der sich die Proteine des H1N1-virus zu stark von denen bekannter Viren unterscheiden. Bei der normalen Grippe funktioniert der Schnelltest jedoch hervorragend und kann so zumindest zur Diagnose eingesetzt werden, ob eine saisonale Grippe vorliegt oder nicht. Mehr Informationen, wie Schweinegrippe mit Sicherheit festgestellt werden kann, lesen Sie hier. (Text: © Kiwi Vision, Daten: glp)

Exakte Dokumentation der Nebenwirkungen des Impfstoff gefordert

22.09.2009 - Die EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou macht sich stark für einen sicheren Schweinegrippe Impfstoff. Dieser wird in der EU keine Zulassung bekommen, wenn nicht alle Nebenwirkungen bekannt sind und das Risiko für die Bevölkerung abgeschätzt werden kann. So forderte die Kommissarin: "Jede einzelne Nebenwirkung - egal ob sie positiv oder negativ ist - muss den zuständigen Behörden mitgeteilt werden". Große Sorge bereiten ihr vor allem die Tests an Schwangeren und Kindern. Hier müssen Daten gesammelt werden, damit die Europäische Arzneimittelagentur jederzeit aufgrund eines neuen Kenntnisstandes reagieren kann. Vassiliou ist sich sicher, das die Europäische Arzneimittelagentur dem Impfstoff erst dann grünes Licht erteilt, wenn sie von dessen Sicherheit und Wirksamkeit überzeugt sei. Und erst danach wird die EU-Kommission die Erlaubnis zur Vermarktung in der EU erteilen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

Köln: 20 Jähriger mit Schweinegrippe auf Intensivstation

22.09.2009 - Wie jetzt bekannt wurde, liegt in Köln ein 20 jähriger mit einer H1N1 Infektion seit Samstag auf der Intensivstation. Der junge Mann hatte sich bei einem Urlaub in Spanien infiziert. Noch vor Ort bekam er die ersten Symptome. Nach der Rückkehr verschlechterte sich der Zustand massiv. Da sein Zustand seit gestern stabil ist, soll er jetzt in eine Fachklinik verlegt werden und an eine künstliche Lunge angeschlosssen werden. In Köln nahmen bisher alle Erkrankungen mit H1N1 einen milden Verlauf und konnten fast ausnahmslos zu Hause behandelt werden. Der 20 jährige ist der erste schwere Fall in Köln. Wir wünschen gute Besserung! (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

Mikrobiologe warnt: Schweinegrippe wird unterschätzt

H1N1

22.09.2009 - Bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) warnte der Bonner Mikrobiologe Achim Hörauf vor der Unterschätzung der Schweinegrippe. Im Moment sei sie zwar noch nicht gefährlicher, wie eine saisonale Grippe. Das könne sich aber schnell ändern. Hörauf hatte festgestellt, das der H1N1 Virus der neuen Grippe, sehr schnell sein Erbgut ändern kann. Hörauf sagte: "Bei jeder Infektion vermehrt sich das Virus milliardenfach und bei jeder Vermehrung kann sich das Erbgut verändern." Da die Bevölkerung noch nicht immun sei, hat der H1N1/09 Virus praktisch bei jedem Menschen die Chance, ihn zu befallen und auch zu mutieren. Daher appeliert die DGHM dazu, weitere Maßnahmen zum Schutz zu ergreifen - siehe Schutz vor Schweinegrippe. Die WHO gab unterdessen  bekannt, das der Virus bisher nicht mutiert sei, wohl aber erste Resitenzen gegen bekannte Behandlungsmethoden entwickelt. So wirkte das Grippemittel Tamiflu mehrfach nicht mehr. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

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