NEWS vom 23.09.2009

Deutschland: 19.538 Infizierte, 262 Neu-Infektionen

Schweinegrippe Deutschland

23.09.2009 - Gestern noch gaben wir leichte Entwarnung in Bezug auf die Zahl der Neuinfektionen. Heute nun zeigt sich schon wieder ein anderer Trend - siehe Grafik: Erneut gab es in den letzten 24 Stunden 262 Neuinfektionen mit Schweinegrippe. Das alarmierende: 183 Fälle davon wurden innerhalb Deutschlands erworben (70 %). Todesfälle in Deutschland sind weiterhin noch nicht offiziell bestätigt. So verteilen sich die offiziell bestätigten Fälle auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (5.685)*
Baden-Württemberg (2.994)*
Niedersachsen (2.686)*
Bayern (2.438)*
Rheinland-Pfalz (1.176)*
Hessen (940)*
Schleswig-Holstein (606)
Berlin (586)*
Hamburg (429)*
Thüringen (374)*
Brandenburg (369)
Sachsen-Anhalt (350)*
Sachsen (347)
Saarland (256)*
Bremen (155)
Mecklenburg-Vorpommern (147)*
* = neue Fälle hinzugekommen bis 22.09.2009, 15 Uhr
Gezählt werden seit dem 15.7.2009 laborbestätigte Fälle sowie alle Erkrankten mit eindeutigen Symptomen aus dem Umfeld von laborbestätigten Fälle, auch ohne H1N1-Test. Damit sie sich nicht demnächst mit Schweinegrippe anstecken, beachten Sie bitte die einfachen Schutzmaßnahmen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)



Schwangere sollten nicht in Praxis oder Apotheke arbeiten

23.09.2009 - Dazu rät der Infektiologe Privatdozent Tomas Jelinek. Der Hintergrund: Schwangere gelten als besonders gefährdet, schwere Komplikationen bei einer H1N1 Infektion zu bekommen. Gerade in Arztpraxen oder Apotheken ist ein sehr viel höheres Risiko, sich an infizierten Menschen anzustecken, als in anderen Berufen. Jelinek rät daher, das Schwangere zu Hause bleiben sollen, wenn Schweinegrippefälle in dem Gebiet auftauchen, das die Apotheke oder die Praxis versorgen. Diese Maßnahme sollte zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft überlegt werden. NRW hatte bereits Ende August den Mutterschutz generell erhöht (wir berichteten). (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)



Eine Impfung reicht bei Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahre

23.09.2009 - Kinder und Jugendliche sind laut Experten die Zielgruppe, die eine Pandemie am schnellsten vorantreiben. Sie und ihre Eltern zu impfen könnte die Schweinegrippe massiv aufhalten (wir berichteten). In Deutschland spielen Kinder und Jugendliche erst in vierter und fünfter Instanz eine Rolle (siehe Impfplan). Dabei gab es jetzt bei Impftests des Herstellers Sanofi Pasteur in den USA eine erfreuliche Entdeckung: Bei Kindern zwischen 10 und 17 Jahren reicht eine Impfung mit 15 Mikrogramm, um eine gute Immunantwort zu erzeugen. Getestet wurden 25 Jugendliche, 18 zeigten eine Immunantwort. Bei Kindern zwischen 3 bis 9 Jahren klappte dies nur bei jedem dritten Kind. Bei Säuglingen von 35 Monaten bis Kleinkindern von 6 Jahren wirkte eine Spritze nur noch bei jedem vierten, um vollen Impfschutz zu erreichen. Dabei verwendete Sanofi Pasteur einen Impfstoff ohne Wirkungsbeschleuniger (Adjuvans). Dr. Anthony S. Fauci, Direktor des NIAID in einer Mitteilung des Instituts, sagte: "Das sind sehr ermutigende Ergebnisse. Es sieht so aus, als reiche eine Impfdosis von 15 Mikrogramm für Kinder zwischen 10 und 17 Jahren." Die Bundesregierung könnte also massiv sparen, indem sie zuerst Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern impfen würde und bei 10 bis 17 jährigen nur eine Spritze statt zwei benötigt. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)



Australische Erfahrungen zeigen - es könnte knapp werden

23.09.2009 - Der Ärztliche Direktor der Charité, Professor Ulrich Frei, verweißt auf Erfahrungswerte, die aus Australien vorliegen. Der dortige Winter hatte die Schweinegrippefälle massiv ansteigen lassen und 171 Todesopfer gefordert. Frei rechnet nun damit, das ein Zusatzbedarf von 500 Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern im Winter benötigt werden. "Damit würden wir klarkommen. Wenn es mehr werden, kann die Zahl der Intensivbetten zum Nadelöhr werden", sagte Frei. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)

70 % der Grippefälle im Winter wird H1N1 auslösen

23.09.2009 - Experten haben bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion zur Schweinegrippe an der Berliner Urania debattiert. Im Anschluß sagte Professor Stefan Kaufmann vom Max Planck Institut für Infektionsforschung in Hinblick auf den Winter: "Prognosen bei Infektionskrankheiten sind immer schwierig, aber es ist eine reale Möglichkeit, dass bis zu 70 Prozent der Grippe-Erkrankungen in der kommenden Saison auf das Konto der Schweinegrippe gehen". Anliegen der Experten ist nun, Risikopatienten eine Kombinationsimpfung gegen die saisonale Grippe udn die Schwienegrippe anzubieten. Markus Dieken, Geschäftsführer bei dem Impfstoffhersteller Novartis Behring, sagte dazu: "Auf Wunsch des Paul-Ehrlich-Instituts laufen entsprechende Untersuchungen. Bisher sieht es sehr gut aus". Abschließend sagte RKI-Chef Jörg Hacker, das die Schweinegrippe bisher meist mild verlaufe: "Trotzdem müssen wir auch in Deutschland mit Todesfällen rechnen". (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)

Impfung in Deutschland könnte Mitte Oktober starten

23.09.2009 - Wärend in Australien bereits mit Impfungen begonnen werden kann und die USA ebenfalls 4 von 5 Herstellern "Grünes Licht" erteilt hat und nun die ersten Lieferungen erwartet, fehlt in Deutschland ein Termin. In der gesamten EU gibt es noch keine Zulassung für Schweinegrippe Impfstoffe. Daher sind auch Auslieferungs- und Impftermine unbekannt. An der Zulassung hängt der ganze Terminplan. Das "Westfalen-Blatt" berichtet heute morgen, das am 19. Oktober die ersten Lieferungen eintreffen sollen. Als Quelle der Information wird die Landesgesundheitsbehörde genannt. Das Paul-Ehrlich-Institut ist inzwischen erfreut: Alle Tests des Impfstoffes hätten eine Wirkung gegen Schweinegrippe gezeigt. Die Zulassung erfolgt aber nur, wenn auch die Risiken vertretbar sind. Das gab gestern die EU bekannt. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)

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