Schweinegrippe h1n1

Schweinegrippe Behandlung

Auf dieser Seite erfahren Sie, wie die Schweinegrippe behandelt wird. Sie haben einen Verdacht auf Schweinegrippe und einige der Symptome treffen auf Sie zu? Dann lesen Sie hier weiter, wie die Behandlung aussieht und was Sie jetzt tun müssen:


Ruhig bleiben

Zunächst einmal bleiben Sie bitte ruhig. Schweinegrippe führt nicht automatisch zum Tod. Die Sterblichkeitsrate ist sogar (bisher) sehr sehr gering. Allerdings ist die neue Grippe durchaus unangenehm. Schieben Sie einen Arztbesuch also nicht auf die lange Bank. Erst recht nicht, wenn sie chronisch krank sind oder gerade schwanger. Das sind die Personengruppen, die als besonders gefährdet gelten.

Wohin - Hausarzt oder Notaufnahme?

Zuständig ist ihr Hausarzt. Es hat sich inzwischen durchgesetzt, dass Patienten mit Schweinegrippe-Verdacht in der Praxis anrufen und ihr Anliegen schildern. So kann sich die Praxis auf die ansteckende H1N1-Infektion vorbereiten und andere wartende Patienten sowie das Personal schützen.

Fahren Sie bitte nicht in die Notaufnahme ihres nächst gelegenen Krankenhauses. Eine Notaufnahme ist für Menschen mit schwersten und lebensgefährlichen Erkrankungen und Verletzungen da. Darunter fällt die Schweinegrippe ganz sicher nicht.

In Hamburg gibt es inzwischen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eine eigene Infektionsambulanz mit separaten Räumen für Schweinegrippe-Verdachtsfälle. Wenn Sie aus der Gegend sind, dann wenden Sie sich bitte dorthin. Wenn Sie in anderen Städten von speziellen Anlaufstellen erfahren, mailen Sie uns. Gern veröffentlichen wir es. Bis dahin gilt: Zuständig ist der Hausarzt, bitte vorher anrufen.

Diagnose - der Schweinegrippe Test

Absofort gilt (13.11.2009):
Da H1N1 der vorherrschende Virus in dieser Saison ist und die Fallzahlen massiv in die Höhe schnellen, ist der Schweinegrippe Test nicht mehr nötig. Damit sollen Ärzte entlastet werden. Ein Test ist nur noch erforderlich, wenn eine schwere Erkrankung vorliegt oder ein größerer Ausbruch (Beispielsweise in Schulklassen). Folglich entfällt auch die Meldepflicht von allen Infizierten. Nur noch laborbestätigte Fälle und Todesfälle müssen gemeldet werden.

Seit Sommer galt:
Wenn Sie aus dem Umfeld eines laborbestätigten Schweinegrippe Patienten stammen und typische Symptome zeigen, dann braucht bei Ihnen kein Test durchgeführt zu werden. Die Sachlage ist eindeutig. Sie bekommen Grippemittel, eine Krankschreibung und werden in die Quarantäne entlassen.

Für alle, bei denen eine Schweinegrippe-Infektion erst durch Tests festgestellt werden muss, hat die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverbandes eine Empfehlung für Ärzte heraus gegeben. Diese besagt:

Der Schnelltest ist nicht sensibel genug und liefert zum Teil falsche Daten. Der zuverlässige PCR-Test erfordert eine Laborprobe, ist kostenintensiv (130 Euro) und dauert mindestens 24 Stunden bis zum Ergebnis. Zeit, die in schweren Grippe Fällen nicht da ist. Bis Herbst galt folgende Regelung:

  1. Patienten mit eindeutigen Grippe Symptomen: Hier sind Schnelltest und PCR-Test nicht nötig und die Therapie sollte sofort beginnen, wenn die Symptome nicht mehr wie 48 Stunden vorhanden sind. Wenn Patienten nicht zu einer Risikogruppe gehören, ist es nicht nötig ihnen Grippemittel zu verschreiben. Wichtig ist nur 7 Tage Quarantäne. Patienten die jedoch unter Atemnot, Sauerstoffmangel im Blut, einen hypovolämischen Schock oder verwirrt reagieren müssen in eine Klinik eingewiesen werden (nach telefonischer Ankündigung)
  2. H1N1 Verdacht und keine Risikogruppe: Hier sollten Ärzte erst einmal abwarten.
  3. H1N1 Verdacht, Angehöriger einer Risikogruppe und Zeit für Tests: Wenn die Symptome erst 24 Stunden existieren, dann sollten Ärzte einen PCR-Test durchführen, da davon auszugehen ist, dass die Testergebnisse dann nach 48 Stunden seit Erkrankung vorliegen und genug Zeit zum Beginn einer Therapie besteht.
  4. H1N1 Verdacht, Angehöriger einer Risikogruppe und keine Zeit für Tests: Sollte keine Zeit mehr sein, um eine H1N1 Infektion mit einem PCR-Test binnen 48 Stunden seit Erkrankung festzustellen, dann soll der Schnelltest durchgeführt werden. Zu beachten ist, dass auch ein negatives Testergebnis ein Hinweis auf eine H1N1-Infektion ist.

Für Herbst erwarteten Experten einen rasanten Anstieg der Fälle. Dann wird vermutlich auch der PCR-Test nicht mehr nötig sein. Dieser Fall ist nun eingetreten, siehe oben.

Um Informationen zu erhalten, ob ihre Krankenkasse die Tests auf den Schweinegrippe Erreger bezahlt, klicken Sie bitte ihren Versicherungstyp an:

privat Krankenversichert                oder             gesetzlich Krankenversichert

Wann soll ich zum Arzt gehen?

So frühzeitig wie möglich. Bitte gehen Sie zum Arzt, sobald Sie den Verdacht haben, sich mit Schweinegrippe angesteckt zu haben. Vergleichen Sie dazu bitte unsere Informationen unter Grippesymptome und gehen Sie gedanklich die zurückliegenden 3 Tage durch. Dies ist die Inkubationszeit des Virus. Spätestens nach 3 Tagen bricht eine Erkrankung aus. Wo waren Sie in der Zeit und gab es ein Ansteckungsrisiko? Wenn Sie alles mit JA beantworten können, dann schnell zum Arzt. Mehrfach sind bereits Menschen gestorben, weil sie nicht rechtzeitig beim Arzt waren. Grippemittel können nur bei Einnahme binnen 2 Tage helfen.

Schweinegrippe Behandlung

1. Quarantäne

Ihr Arzt wird Sie in den meisten Fällen nach Hause entlassen. Nur wer Komplikationen aufweist (lebensbedrohliche Zustände, tagelang Fieber über 40 Grad) wird in ein Krankenhaus eingewiesen. Dies betrifft vor allem chronisch Kranke Menschen und Schwangere. Egal, ob Sie nach Hause oder in eine Klinik sollen, immer werden Sie in Quarantäne kommen. Der H1N1-Virus ist sehr ansteckend. Niemand sollte sich ihnen auf 2 Meter nähern. Wenn Sie mit Nahrungsmitteln versorgt werden müssen, lassen Sie es sich vor die Tür stellen. Kuscheln und Küssen ist verboten. Erst nach 7 Tagen sind sie definitiv nicht mehr infektiös und dürfen wieder Kontakt zu ihren Mitmenschen haben.

2. Ruhe und viel Trinken

Wer sich krank fühlt, wird freiwillig viel Schlafen. Bitte achten Sie besonders bei Kindern darauf, dass sie viel Ruhe haben. Die Schweinegrippe ist für den Körper sehr anstrengend und jede zusätzliche Anstrengung schwächt ihn unnötig. Egal ob jung oder alt, es gilt viel Trinken. Durch Grippesymptome wie Schwitzen, Durchfall und Erbrechen verliert der Körper viel Flüssigkeit und Mineralien. Beides muss ihm dringend wieder zugeführt werden. Am besten durch Mineralwasser und Tee.

3. Grippemittel

Es gibt die bekannten Grippemittel Tamiflu, Relenza und ganz neu Peramivir. Nehmen Sie diese Mittel nie prophylaktisch, so lange Sie gesund sind. Nehmen Sie sie immer nur auf ärztliches Anraten. Anderenfalls provozieren sie, dass Sie als nächstes von einem Grippemittel resistenten H1N1-Virus befallen werden, gegen den keine medizinische Maßnahme mehr hilft.

Tamiflu ist umstritten. Die Nebenwirkungen reichen von Erbrechen (8%), Übelkeit (7,9%) und Bauchschmerzen (2,2%) – laut Beipackzettel – bis Halluzinationen, Verwirrtheit, Krampfanfälle und mysteriöse Selbstmorde. Das Medikament wurde anlässlich der Schweinegrippe Pandemie für Kleinkinder freigegeben. Zuvor galt es für Kinder unter 6 Jahren als ungeeignet und ist bis heut für Teenager in Japan generell verboten. Weiterhin gab es bereits einige Fälle, wo Tamiflu nicht wirkte. Tamiflu sind Tabletten, die über mehrere Tage genommen werden müssen.

Von Relenza sind bisher ähnliche Nebenwirkungen, ehemalige Verbote oder Unwirksamkeiten nicht bekannt. Da Relenza eingeatmet wird, ist es auch für Kinder gut geeignet.

Ganz neu haben Forscher das Mittel Peramivir entwickelt, welches vielversprechend in Asien getestet. Die Wirksamkeit ist ähnlich hoch, wie bei Tamiflu. Der große Vorteil besteht darin, das das Mittel direkt in die Blutbahn injeziert wird und so auch direkt zur Lunge gelangen kann, wo die Infektion sitzt. Weiterhin ist es ideal für schwer erkrankte Patienten, die keine Tabletten mehr schlucken können oder nicht schaffen zu inhalieren.

Die Heilkunde schwört auf die Zistrose, eine Heilpflanze aus dem Mittelmeerraum. Klinische Studien der Berliner Charité ergaben eine ebenso hohe Wirksamkeit, wie bei den Neuraminidasehemmer Tamiflu oder Relenza.

Generell beschleunigen Grippemittel nur unwesentlich den Heilungsprozess. Wohl aber lindern Sie die Grippesymptome. Deswegen gilt inzwischen die Faustregel: Tamiflu sollte für die kleine Gruppe von Menschen reserviert bleiben, die ohne diese Behandlung lebensgefährlich erkranken würden und bei denen eine Anwendung medizinisch zwingend geboten ist.

Schweinegrippe Therapie erfolgreich

Nach 7 Tagen ist der Spuck vorbei. Ihr Körper hat den Virus besiegt und bestenfalls haben Sie niemand weiteres infiziert. Ob ihr Körper danach bereits Antikörper gebildet hat, ist zum derzeitigen Zeitpunkt nicht klar. In jedem Fall kann Sie ein mutierter Virus jederzeit wieder befallen. Deswegen bleiben auch nach einer erfolgreich überstandenen Schweinegrippe Erkrankung die Schutzmaßnahmen wichtig.



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