NEWS vom 02.11.2009

Zweite Welle ist da

02.11.2009 - Wärend uns vor allem Bilder und Meldungen aus der Ukraine erreichen, registiert die Europäische Seuchenkontrollbehörde ein viel vollständigeres Bild der Schweinegrippe Welle. In Stockholm laufen alle Meldungen zusammen. Von hier wissen wir, das ein Bild wie in der Ukraine genauso aktuell in Irland, Belgien und Holland vorliegt. In Deutschland verdoppelten sich die Fälle binnen 1 Woche von 1.860 Neuinfektionen auf 3.075 neue Fälle. RKI-Chef Jörg Hacker bestätigte heut morgen: "Die Welle hat begonnen". (Text: Kiwi Vision, Daten: kurier.at, Spiegel.de)



Opfer Nr. 6: 48-jährige hatte Vorerkrankungen

02.11.2009 - Der Tot der 48-jährigen Frau aus Siegburger am Freitag erschütterte vor allem die Nation, da es zunächst hieß, sie sei die erste Patientin, die ohne Vorerkrankungen der Schweinegrippe zum Opfer gefallen sei. Vor allem gesunde Menschen hatten sich erschreckt und sich wohl erstmals in Gefahr gefühlt. Die Mutter von 4 Kinder hatte jedoch auch Vorerkrankungen, wie wie die Bonner Uni-Klinik bestätigt. Demnach litt die Frau bereits zuvor an Asthma, Bluthochdruck und einer Lebererkrankung. Jörg Hacker sagte heut in Berlin, das mit zunehmender Zahl an Infizierten, wie es sich gerade abzeichnet, künftig aber tatsächlich auch Fälle von Schweinegrippe Opfern geben wird, die zuvor kern gesund waren. Der Schreck von Freitag war also durchaus berechtigt. (Text: Kiwi Vision, Daten: WDR)

Deutschland: 29.907 Infizierte, 4.622 Fälle in 9 Tagen, 6 Tote

Schweinegrippe Deutschland

02.11.2009 - Das RKI gab heute die Zahlen der Schweinegrippe aus der 43. und 44. KW (21. - 29.10.2009) bekannt. Inzwischen haben sich bereits drei weitere Todesfälle ergeben, die wir gleich mit benennen. Deutlich ist in unseren Grafiken ein zunehmender Trend bei den Neuinfektionen zu erkennen. Bis 29.10. ergaben sich so 29.907 Infizierte seit April. Bayern veröffentlichte Tags darauf (30.10.) erneut 1.402 Infizierte, in Baden-Württemberg weitere 73, in Berlin zusätzlich 47 und in Sachsen-Anhalt erneut 57. Die Statistik kennt also bereits über 30.000 Infizierte in Deutschland. Die Dunkelziffer liegt laut Experten ca. 10x so hoch, da viele Bürger nicht zum Arzt gehen. Dies kann mit schweren Verläufen, Intensivstation und sogar tötlich enden. So verteilten sich die Zahlen auf die Bundesländer: erste Zahl = Infizierte, zweite Zahl = Todesfälle
Bayern (7.477 - 2)
Nordrhein-Westfalen (6.991 - 2)
Baden-Württemberg (4.192 - 1)
Niedersachsen (3.201)
Hessen (1.244)
Rheinland-Pfalz (1.444)
Berlin (876)
Schleswig-Holstein (774)
Thüringen (631)
Hamburg (621)
Brandenburg (584)
Sachsen (551)
Sachsen-Anhalt (474)
Mecklenburg-Vorpommern (352)
Saarland (306 - 1)
Bremen (189)
Gezählt werden seit dem 15.7.2009 laborbestätigte Fälle sowie alle Erkrankten mit eindeutigen Symptomen aus dem Umfeld von laborbestätigten Fälle, auch ohne H1N1-Test. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)

Muslime im Irrglaube

02.11.2009 - Lange Zeit hatten muslimische Mitmenschen geglaubt, das ihre besondere Essgewohnheit ohne Schweinefleisch sie automatisch vor der Schweinegrippe schützt. Dem ist nicht so! Und dies wird vielen Muslimen nun immer deutlicher klar, da heimische Fernsehsender nur noch 2 Themen kennen: Die Hadsch und die Schweinegrippe. Und da die Hadsch in Gefahr ist, weil die Veranstalter fürchten, das zwischen 2 Millionen braven Muslimen, die alle kein Schweinefleisch gegessen haben, der Virus wütend könnte, weiß nun auch der letzte gläubige Muslime, das wohl doch nur eine Impfung oder Hygiene wirksam vor Schweinegrippe schützen. Darauf ankommen lassen sollte es bitte keiner. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Der Tagesspiegel)



Erste Engpässe bei Schweinegrippe Impfstoff in Augsburg

02.11.2009 - Nicht überall, aber immerhin im schwer getroffenen Bayern gehen die ersten Impfstoffe zur Neige. Zugesichert ist zwar ein wöchentlicher Nachschub. Doch dazwischen wird es eng. Hans-Joachim Niermann, Sprecher des bayerischen Apothekenverbandes für Augsburg, bekam gestern einen Anruf eines Augsburger Arztes, der weitere Impfstoffe bestellen wollte. „Ich konnte ihm aber nichts geben, weil schon alles raus ist“, erklärte Niermann. Das die Bayern geimpft werden wollen, merkt vor allem das Gesundheitsamt. "Die Leute rufen massenhaft an", berichtet Gesundheitsamtschef Ulrich Storr. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Augsburger Allgemeine)



Tennisstar Tommy Haas hat Schweinegrippe

02.11.2009 - Der Tennisstar gab gegenüber der Bild-Zeitung an: "Ich habe einen Test gemacht, weil ich vermutet habe, dass ich Schweinegrippe habe. Der Test war positiv. Es war natürlich ein Schock für mich". Sorgen macht sich der weltklasse Sortler inzwischen nicht mehr, da er weiß, das er in einem körperlich gutem Zustand ist. Er will sich nun im Kreise der Familie erholen um "in Paris zum Saisonabschluss wieder fit zu sein". Ganz anderes geht es Elten John - wir berichteten. Seine Grippeinfektion kuriert der Star inzwischen in einem Krankenhaus. (Text: © Kiwi Vision, Daten: tommy-haas.net)

Österreich: Erster Todesfall

02.11.2009 - Heute Abend starb das 11-jährige Mädchen, das seit dem 23.10. auf der Intensivstation in Innsbruck auf ihre Schweinegrippe Infektion behandelt wurde. Bei der 18-jährigen Schwangeren, die in Wien stationär behandelt wird und dem 41-jährigen, der mit einer verschleppten H1N1-Infektion in Salzburg behandelt wird, meldeten die Ärzte leichte Anzeichen von Besserung. (Text: © Kiwi Vision, Daten: kurier.at)

Ukraine: Grippewelle droht zum Politikum zu werden

02.11.2009 - Wärend sich im Laufe des Tages bereits weitere 7 weitere Todesfälle in der Ukraine ergeben haben (nun schon 67), liefern sich die Wahlkandidaten für das Präsidentenamt Timoschenko mit Juschtschenko und Kontrahend Janukowitsch eine Schlacht. Es geht um Wählerstimmen und da kommt die Schweinegrippe gerade recht. Jeder will sich als "Retter der Nation" profilieren und beschuldigt den anderen. Einmal dafür, nicht rechtzeitig vorgesorgt zu haben, so das jetzt die Apotheken leer sind. Ein anderes mal dafür, Wahlkampf betrieben zu haben und viele Menschen angelockt zu haben, wo bereits eine Infektionsgefahr bestand. In der Zwischenzeit liegen 7.000 Menschen in Krankenhäusern, die völlig überfüllt sind. Ärzte fallen aus, da sie sich schutzlos mit H1N1 infizieren, die Wohnungen sind eiskalt und der Winter steht vor der Tür. Immhin sind 16 Tonnen Tamiflu, eine Spende aus der Schweiz, in der Ukraine gelandet, die Bürger basteln fleißig am eigenen Mundschutz und bleiben so zumindest zuhause und die WHO reist in den Abendstunden an, um sich ein Bild von der Lage zu machen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Spiegel.de)

"Mehr Todesfälle - das war zu erwarten"

02.11.2009 - Der Tod der 3 Deutschen am Freitag hat die Bundesbürger erschüttert - wir berichteten. Besonders der Tod einer zuvor völlig gesunden 4-fachen Mutter sorgte für Entsetzen. Jörg Hacker vom RKI jedoch sagt, das dies zu erwarten war. Aus den USA und aus England wusste man laut Hacker bereits, "dass auch Personen ohne Vorerkrankung, gerade jüngere Personen ohne Vorerkrankung, auch schwere Verläufe zeigen können und auch schon Todesfälle zu beklagen sind." Aber was hilft? "Wir gehen schon davon aus, dass Impfung die beste Prävention ist, man kann sich selbst schützen, man kann andere schützen und man gibt dem Virus nicht die Möglichkeit, sich zu verändern." Weiterhin wichtig: Dringend zum Arzt gehen bei Grippesymptomen (vorher anrufen)! Nicht zur Arbeit oder unter Menschen, um andere nicht anzustecken. Ansonsten die einfachen Schutzmaßnahmen beachten und umsetzen. Bleiben Sie gesund! (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)

Weltweit 6.051 Schweinegrippe Tote, in Europa 305

Schweinegrippe Tote

02.11.2009 - Die Zahl der Schweinegrippe forderte in der vergangen Woche (statistisch) mehr Tote, wie in den anderen Wochen und Monaten. Allein in Europa gab es erstmals Fälle in Finnland und der Tschechei. In Großbritannien wurden 9 in einer Woche gezählt, in Frankreich 8. Auch in Deutschland kam es zu 3 neuen Todesfällen. Die Zahlen aus der Ukraine schwanken und sind teils unbestätigt. Scheinbar waren es aber in einer Woche über 60 Tote. Die bestätigten Fälle in Europa stiegen bis Freitag (30.10.) auf 302. Weltweit werden nun 6.051 Tote gezählt. Die schwarze Liste führen Brasilien (1.368 Fälle ) und die USA (1.004) an. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ECDC)

China: Schon 3,8 Millionen gegen Schweinegrippe geimpft

02.11.2009 - Das Ministerium schätzt die Lage in China als "ernst" ein. Dabei sind die Fallzahlen ähnlich den Deutschen: 6 Tote bei ca. 46.000 Infizierten. Der Virus breite sich jedoch derzeit recht schnell aus. Daher wurden jetzt weitere 26 Millionen Impfdosen im Land verteilt. 3,8 Millionen Impfdosen sind bereits verimpft. Die Regierung rief die Bevölkerung zur Impfung auf. Komplikationen im Zusammenhang mit der Impfung habe es nach Angaben aus Peking bisher nicht gegeben. China impft mit einem selbst hergestellten Impfstoff. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RP-online)

Afganistan: Ebenfalls alle Schulen für 3 Wochen dicht

02.11.2009 - Die Schweinegrippe ist überall. Auch im Krisen geschüttelten Afganistan. Dort schloss man jetzt alle Schulen des Landes für 3 Wochen - so wie die Ukraine am Freitag. Der Bildungsminister in Kabul begründete dies mit den Worten: Die Schließung sei erforderlich, "um die Gesundheit unserer lieben Mitbürger zu schützen". Ein erster Todesfall, den der H1N1-Virus verursacht haben soll. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Spiegel.de)

Ukraine bittet um internationale Hilfe

02.11.2009 - Die Schweinegrippe hat die Ukraine fest im Griff. Inzwischen wird von 190.000 Infizierten gesprochen, darunter über 7.500 Kinder. Inzwischen spricht man von über 60 Todesopfer. Und nun steht auch noch der Winter vor der Tür. Präsident Juschtschenko bat EU, USA und NATO um Hilfe. Er appelliere an die "Freunde und strategischen Partner" der Ukraine und wurde gehört: Die Slowaikai schickt 200.000 Atemschutzmaske. Die Schweiz 16 Tonnen des Grippemedikaments Tamiflu. Diese Menge wird jedoch nur 1 Monat reichen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ZDF)

RKI gibt Pressekonferenz um 11 Uhr zur Schweinegrippe

02.11.2009 - Das RKI gibt heute eine Pressekonferenz in Berlin. Wir erwarten ein Statement zu den 3 am Freitag verstorbenen Deutschen sowie zur Situationseinschätzung in Süddeutschland. Dort explodieren derzeit die Fallzahlen. Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Prof. Dr. Jörg Hacker, wird Rede und Antwort stehen. Wir werden berichten. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)

NEWS vom 01.11.2009

Warnung vor Panik nach Tot von 3 Menschen am Freitag

01.11.2009 - Nachdem am Freitag der Tot von 3 Deutschen aufgrund der Schweinegrippe bekannt wurde, entflammt das Thema neu in allen Medien. Der  Virologe Alexander Kekulé bestätigt: "Das Virus kann ganz unmittelbar die tiefen Atemwege befallen und wirkt dann tödlich". Dann sterben auch zurvor gesunde Menschen, wie die 48 jährige 4-fache Mutter aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Kekulé warnt jedoch vor Panik und Panikmache: Man wisse seit langem, dass auch Menschen ohne Vorerkrankungen durch die Schweinegrippe sterben könnten. Bisher hatte sich Kekulé mit Bedenken zum Impfstoff geäußert - wir berichteten. Inzwischen lenkt er ein. Der Mikrobiologe rät zu einer Impfung, auch wenn die Nebenwirkungen ärgerlich seien. "Der Impfstoff ist leider nicht optimal. Wir haben aber nur diesen einen im Moment." (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)

Ukrainer sollen sich Schutzmasken selber basteln

01.11.2009 - Nachdem die Zahl der Todesopfer in der Ukraine auf fast 50 gestiegen ist und es zu Hamsterkäufen in Apotheken kam, sind die Vorräte an Schutzmasken scheinbar aufgebraucht. Ministerpräsidentin Julia Timoschenko forderte übers Fernsehen die Bevölkerung auf, sich Schutzmasken selber zu basteln. "Wenn Sie für sich selbst, ihre Kinder, Nachbarn und Freunde Masken nähen können, ist das für das Land eine sehr große Hilfe." sagte sie. Gleichzeitig ordnete Präsident Viktor Juschtschenko an, das mehr dieser Masken produziert werden müssen. Der Bedarf pro Tag liegt aktuell bei 1 Millionen Stück. Medikamente waren nach den Hamsterkäufen ebenfalls landesweit nicht mehr erhältlich. Auch hierzulande ist zu erwarten, das bei starkem Ausbruch der Schweinegrippe zunächst die Preise für Mundschutz explodieren und als nächstes eine Versorgungsknappheit eintritt. Deswegen könnte ein frühzeitiger Kauf von Mundschutz ratsam sein. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)

Schweiz: Impfinteresse bei Schweinegrippe ebenfalls gering

01.11.2009 - Die Schweiz gab diese Woche 2 Impfstoffen die Zulassung. Das auch in Deutschland verwendete Pandemrix erhielt dabei nur eine eingeschränkte Freigabe - wir berichteten. Nun ergab eine Umfrage, das das Interesse der Schweizer an dieser Impfung ähnlich gering ausfällt, wie in Deutschland. Das Meinungsforschungsinstitut Isopublic befragte dazu telefonisch 606 Personen. Ergebnis: Nur 16 % haben Interesse an der Schweinegrippe Impfung. 60 % der Befragten glauben, die Behörden hätten übertrieben, was die Gefahr dieser Grippe angeht. (Text: © Kiwi Vision, Daten: bote.ch)

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