NEWS vom 09.11.2009
Münster: 48-Jährige verstorben - Fall Nr. 12
09.11.2009 - Am Sonntag ist eine 48-jährige in Münster an der Uniklinik verstorben. Die Frau hatte Schweinegrippe. Ob die H1N1-Infektion und das Multiorganversagen, an dem sie starb, in konkreten Zusammenhang standen, ist noch nicht geklärt. Seit Mitte Oktober wurde die Frau auf der Intensivstation isoliert behandelt. Damit erhöht sich die Zahl der Toten in Deutschland auf 12. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Münstersche Zeitung)
Deutschland: 40.271 Infizierte, 10.364 Fälle in 7 Tagen, 12 Tote
09.11.2009 - Das RKI gab heute die Zahlen der Schweinegrippe aus der 44. und 45. KW (30.10. - 05.11.2009) bekannt. Inzwischen haben sich bereits weitere Todesfälle ergeben, die wir gleich mit benennen. Deutlich ist der massive Anstieg der Neuinfektionen in unseren Grafiken zu erkennen. Bis 05.11. ergaben sich so 40.271 Infizierte seit April. Die Dunkelziffer liegt laut Experten ca. 10x so hoch, da viele Bürger nicht zum Arzt gehen. Dies kann mit schweren Verläufen, Intensivstation und sogar tödlich enden. So verteilten sich die Zahlen auf die Bundesländer: erste Zahl = Infizierte, zweite Zahl = Todesfälle
Bayern (12.590 - 2)
Nordrhein-Westfalen (8.468 - 3)
Baden-Württemberg (5.395 - 2)
Niedersachsen (3.938 - 1)
Rheinland-Pfalz (1.691 - 1)
Hessen (1.457 - 1)
Berlin (1.050 - 1)
Hamburg (918)
Thüringen (841)
Schleswig-Holstein (804)
Sachsen (700)
Brandenburg (630)
Sachsen-Anhalt (626)
Mecklenburg-Vorpommern (430)
Bremen (368)
Saarland (365 - 1)
Gezählt werden seit dem 15.7.2009 laborbestätigte Fälle sowie alle Erkrankten mit eindeutigen Symptomen aus dem Umfeld von laborbestätigten Fälle, auch ohne H1N1-Test. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)
Ehemalige DSDS-Kandidatin hat Schweinegrippe
09.11.2009 - 2009 gewann sie fast bei "Deutschland sucht den Superstar" mit Dieter Bohlen. Nur knapp verpasste sie das Siegertreppchen. Die Sprache ist von Sarah Kreuz, damals Zweitplatzierte. Nun macht sie Schlagzeilen, weil sie sich die Schweinegrippe eingefangen hat. Kommende Woche soll ihre Single "If One Bird Sings" veröffentlicht. Wichtige Termine dafür musste sie jetzt absagen. Das letzte Prominente "Opfer" war Tennisspieler Tommy Haas. (Text: © Kiwi Vision, Daten: t-online)
Unternehmen rüsten sich gegen Schweinegrippe
09.11.2009 - Hoher Krankenstand, Produktionsausfall, Umsatzeinbußen - dies sind die Warnungen von Experten wegen der Schweinegrippe. Einige Unternehmen sind bereits gut gerüstet. So hat ThyssenKrupp seinen Mitarbeitern eine Impfempfehlung ausgesprochen und schon selbst mit impfen begonnen. Siemens, Lufthansa und Metro haben Pandemiepläne, um Personalreserven aktivieren zu können. Daimler gab bekannt: "Notfalls schließen wir Standorte". Dies hatte man im Frühjahr bereits in Mexiko so gehandhabt. Lufthansa hatte eigentlich bei den Behörden Impfaktionen für die Angestellten gefordert, wurde jedoch als "nicht gefährdet" eingestuft und abgewiesen. Dabei werden täglich 200.000 Passagiere betreut. Eine frühzeitige Planung für den Ernstfall ist sehr wichtig. In unserer Materialsammlung finden Unternehmer wichtige Hinweise, wie sie sich auf die zweite Welle der Schweinegrippe vorbereiten können. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Wallstreet-online)
Ludwigshafen richtet H1N1 Aufnahme im Klinikum ein
09.11.2009 - Wegen einem massiven Anstieg der Schweinegrippefälle hat das Klinikum Ludwigshafen eine extra Aufnahme für Bürger geschaffen. So können Schweinegrippe-Verdachtsfälle behandelt werden, ohne andere Patienten zu gefährden. Das Klinikum weißt gleichzeitig darauf hin, das es keine Schweinegrippe Impfung durchführt, sondern dies niedergelassene Ärzte übernommen haben. (Text: © Kiwi Vision, Daten: morgenweb.de)
Schweinegrippe trifft USA mit unerwarteter Härte
09.11.2009 - In den USA ist die Schweinegrippe inzwischen in 48 von 50 Bundesstaaten weit verbreitet. "Weit verbreitet" würde in Deutschland das RKI aktuell höchstens für die gegenwärtige Situation in Bayern sagen, wo sich binnen 5 Tagen 4.351 Menschen neu infizierten. Am 25.10. erklärte Präsident Obama den Notstand und gab kurze Zeit später die Notreserven an Grippemittel frei. Lange Schlangen mit Wartezeiten von mehreren Stunden bilden sich vor den Impfstellen, die wegen zu wenig Impfstoffen oft Menschen ungepickst heimschicken müssen. Schulen schließen im ganzen Land, weil entweder die Lehrer oder die Schüler fehlen und unterrichten keinen Sinn mehr macht. Bisher starben 1.004 Menschen in den USA, darunter 129 Kinder. Damit ist die H1N1-Sterblichkeit bereits jetzt 30x so hoch, wie in Deutschland. Es ist "eine Junge-Leute-Grippe" sagt Thomas Frieden, Chef des US-Seuchenzentrums CDC. Und bedauerlicherweise sterben in den USA bereits auch zuvor völlig gesunde Menschen. Innerhalb von Stunden kam es mehrfach zu plötzlichem Lungenversagen und selbst die Beatmung in der künstlichen Lunge konnte das Leben nicht verlängern. Inzwischen fragen sich viele: Können wir in den USA sehen, was in wenigen Wochen auch bei uns passieren wird? (Text: © Kiwi Vision, Daten: Spiegel.de)
Afganische Soldaten kämpfen gegen Schweinegrippe
09.11.2009 - Nicht nur Rebellen sind die Gegner der Afganischen Streitkräfte, sondern auch die Schweinegrippe. Von 779 registrierten Grippekranken im Land sind 710 Personen Soldaten - nahezu alle also. Dabei sind 390 Patienten Angehörige der einheimischen Armee, 320 Patienten gehören internationalen Truppen an. Anfang November beschloss die Regierung, alle Schulen des Landes für 3 Wochen zu schließen - wir berichteten. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)
Ergebnisse aus Telefonkonferenz der Gesundheitsministers
09.11.2009 - Gesundheitsminister Rösler hatte am Freitag eine Telefonkonferenz mit den Gesundheitsministern der Bundesländer angekündigt. Diese fand heute morgen statt. Im Ergebnis habe mal sich auch ein Treffen am Mittwoch geeinigt an dem auch Vertreter vom Robert-Koch-Institut und Paul-Ehrlich-Institut beteiligt sein werden. Die Gesundheitsminister bestätigten Rösler, dass es zu Engpässen mit der Impfstoffversorgung gekommen sei. Rösler seinerseits ermahnte den Hersteller GSK, genügend Impfstoffe zu produzieren. GSK begründet den Engpass mit dem komplizierten Produktionsprozess, der aber inzwischen optimiert worden sei. Oberstes Anliegen des Gesundheitsministers ist es, allen Bürgern, die eine Impfung wünschen, genügend Impfstoffe zur Verfügung zu stellen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Sat 1)
Weltweit 6.483 Schweinegrippe Tote, 432 in Europa
09.11.2009 - Binnen 1 Woche meldet das ECDC erneut 432 Todesfälle durch die Schweinegrippe weltweit. Aus Deutschland kamen allein 6 Fälle in einer Woche. Auch Österreich hat einen ersten Todesfall. Aus der Türkei werden 22 Fälle in einer Woche gemeldet, aus Spanien 19, aus Großbritannien und Italien je 18 Fälle, die Niederlande meldet 11, Russland 10. Spitzenreiter ist die Ukraine mit über 100 Fälle, die in einer Woche bekannt wurden, wobei hier Großteils die Labordiagnosen aufgrund fehlender Labortechnik fehlen. Auch außerhalb Europas fordert die Schweinegrippe weiter Todesfälle: In Brasilien starben inzwischen 1.368 Menschen, in den USA 1.004, in Argentinien 600 und in Indien 484. Mexiko, wo im Mai die meisten Todesfälle registriert wurden, zählt inzwischen 398 Schweinegrippe Tote. Eine Übersicht zur Situation in den Ländern der Erde finden Sie hier. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ECDC)
Slowakei macht alle Grenzen zur Ukraine dicht
09.11.2009 - Vergangenden Mittwoch schloss die Slowakei bereits zwei Grenzübergänge zur Ukraine und verschärfte die Grenzkontrollen - wir berichteten. Nun sind alle Grenzen dicht. Im angrenzenden Westen der Ukraine wütet eine schlimme Grippewelle mit inzwischen 750.000 Infizierten und mehr wie 100 Todesfällen. H1N1 ist eine Ursache dieser Grippe, da jedoch Diagnosemittel fehlen, kann nicht mit 100 prozentiger Sicherheit von der Schweinegrippe als ständige Ursache ausgegangen werden. Ein einziger Grensübergang blieb zwischen Slowakei und Ukraine geöffnet. Hier sollten Ärzte die Reisenden kontrollieren und mutmaßlichen Infizierten die Einreise verbieten - so der slowakische Innenminister Robert Kalinak. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Reuters)
Schweinegrippe: Schulschließungen des Tages
09.11.2009 - Wie auch schon in der letzten Woche müssen auch heute wieder Schulen schließen, weil ein Großteil der Schüler und Lehrer Schweinegrippe krank ist. Wir sammeln über den Tag die Meldungen und setzen die Liste immer wieder fort. Geschlossen sind: Die Theodor-Litt-Schule in Michelstadt für 1 Woche. 100 Schüler fehlten hier am Freitag. Die Aulatal-Schule in Kirchheim und die Grundschule An der Sommerseite in Bad Hersfeld bleiben 1 Woche geschlossen. Die Grundschule im Eiterfelder/Fulda findet vorerst keine Schule mehr statt, da 19 von 40 Schülern fehlen. Es handelt sich hierbei um eine der kleinsten Schulen Deutschlands. (Text: © Kiwi Vision, Daten: diverse)
Norwegen hat kaum Kosten mit Schweinegrippe Impfung
09.11.2009 - Norwegen bestellte bisher Impfstoffe für 116 Millionen Euro beim Hersteller GlaxoSmithKline. Der norwegische Ölfond ist in einer Höhe von rund 1 Milliarde Euro an dem Pharma-Unternehmen beteiligt. Dessen Kurszuwachs liegt bei 7 % seit Jahresbeginn, unter anderem durch die Produktion und den Absatz des Schweinegrippe Impfstoffes. Dank der Fondsanteile macht das in etwa einen Gewinn für Norwegen von 107 Millionen Euro - fast so viel, wie die Impfaktion den Staat bisher gekostet hat. Clever gewirtschaftet! Der Ölfond ist allerdings noch an anderen Unternehmen beteiligt, die derzeit hohe Verluste erleiden. Eine einfache Umrechnung sei daher nicht möglich, so der Ökonom Steinar Holden von der Universität Oslo. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Nachrichten.ch)
Frankreich: Kampagne um Schulkinder zu impfen
09.11.2009 - In Deutschland ist die Impfung von Kindern umstritten. Einerseits sollen Sie dringend geimpft werden, weil es erwiesenermaßen immer Kinder sind, die eine Pandemie vorantreiben. Andererseits wurde der Impfstoff an Kindern nicht erprobt. Ärzte sind also zurückhaltend. Die Schweiz gab dem Impfstoff Pandemrix erst gar keine Zulassung für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. In Frankreich werden jetzt die 12 Millionen Schulkinder geimpft. Bildungsminister Luc Chatel bestätigte, das die Impfkampagne ein freiwilliges Angebot sei, das am 25. November beginnen soll. Die Eltern erhalten dafür einen Impfgutschein und einen Fragebogen. Schon am 12. November sollen sich alle Franzosen impfen lassen können mit Vorrang der Säuglinge und Schwangeren. Die Impfung für diese Personengruppe ist in Deutschland ebenfalls umstritten. Seit 20. Oktober wurden in Frankreich Mitarbeiter des Gesundheitssystems geimpft. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)
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