NEWS vom 18.12.2009
"Schweinegrippe" gehört zu den Worten des Jahres 2009
18.12.2009 - Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat die Wörter des Jahres gewählt. Platz 3 belegt die "Schweinegrippe". Zur Begründung hieß es: "Im Zusammenhang mit der Furcht vor einer Pandemie und der Diskussion um Impfungen war Schweinegrippe im Laufe des Jahres dauerhaft in den Medien präsent." Auf Platz 2 kam "kriegsähnliche Zustände" und Platz 1 ging an die "Abwrackprämie". (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)
Schweiz: 4,5 Millionen Impfdosen werden gespendet
18.12.2009 - Der Bundesrat der Schweiz entscheid, 4,5 der 13,5 Millionen Schweinegrippe Impfdosen abzugeben. Damit ist die Versorgung der Bevölkerung weiterhin gesichert. Die freien Impfstoffe will man zum Teil der WHO überlassen, damit sie an Entwicklungsländer verteilt werden können. Ein weiterer Teil soll an interessierte Länder verkauft werden. Die kantonalen Impfzentren schließen demnächst. In Arztpraxen und Krankenhäusern wird die Impfung aber weiter möglich sein. Zwischen 15 und 30 % der Schweizer ließen sich bisher impfen. 9 Menschen starben an den Folgen der Schweinegrippe, 66 mussten intensivmedizinisch betreut werden. In der ganzen Schweiz gehen die Meldungen von Neuinfektionen zurück. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Handels-Zeitung)
Körpereigene Virenblocker entdeckt
18.12.2009 - Wieso entwickeln manche Menschen einen heftigen Krankheitsverlauf bei der Schweinegrippe und andere bekommen nur ein bisschen Nasenlaufen? US-Forscher der Harvard Medical School und anderen Universitäten haben dafür jetzt wahrscheinlich die Antwort gefunden. Werden menschliche Zellen von der Schweinegripppe befallen, produzieren sie Unmengen eines Eiweißstoffes, den man IFITM nannte. Als die Forscher dieses Eiweiß hemmten, vermehrte sich der Virus explosionsartig. Man zog den Schluß, das manche Menschen besonders viel dieser Eiweiße produzieren können und andere nur wenig. Winzige Unterschiede im Erbgut könnten die Ursache sein. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Süddeutsche)
Münster: Grippemittel resistentes H1N1 Virus gefunden
18.12.2009 - Die Schweinegrippe wandelt sich. Mehrfach gab es bereits Meldungen über Grippemittel resistente Mutationen des H1N1-Viruses. Nun ist ein solcher Fall in Münster an der Uniklinik aufgetreten. Das gängige Mittel Tamiflu schlug nicht mehr an. Experten fürchten, das sich ein solcher Virus, gegen den es kein Mittel mehr gibt ausbreiten wird. Nur die Schweinegrippe Impfung soll ein so breites Spektrum haben, das sie auch gegen Mutationen schützt. Am Mittag werden das Gesundheitsamt und die Uniklinik ihre Maßnahmen für die veränderte Situation vorstellen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Münstersche Zeitung)
Südkorea schickt Medikamente nach Nordkorea
18.12.2009 - Acht Lastwagen mit Grippeschutzmitteln überquerten gestern die Grenze zwischen Süd - und Nordkorea. Vor allem Tamiflu war auf den Ladeflächen, genug für eine knappe halbe Millionen Menschen. "Diese Lieferung ist ein Zeichen dafür, dass wir um das Wohlergehen der Menschen in Nordkorea besorgt sind", sagte Kim Young Il, ein Sprecher des südkoreanischen Vereinigungsministeriums. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)
NEWS vom 17.12.2009
Fallzahlen in den Bundesländern
17.12.2009 - So verteilten sich die Schweinegrippe Zahlen in der 50. KW auf die Bundesländer. Die erste Zahl ist die Summe der gemeldeten Fälle seit April. Wir haben die Bundesländer nach Fallzahlen sortiert. Die zweite Zahl steht für die Todesfälle:
Bayern (41.068 - 18)
Nordrhein-Westfalen (37.278 - 38)
Baden-Württemberg (30.756 - 8)
Niedersachsen (18.481 - 14)
Rheinland-Pfalz (15.593 - 6)
Hessen (14.274 - 10)
Sachsen (8.967 - 5)
Berlin (7.716 - 4)
Sachsen-Anhalt (5.887 - 1)
Thüringen (5.188 - 2)
Hamburg (5.044 - 2)
Brandenburg (4.234 - 2)
Schleswig-Holstein (3.489 - 4)
Mecklenburg-Vorpommern (2.869 - 2)
Saarland (1.492 - 1)
Bremen (1.377 - 2)
(Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)
Deutschland: Über 203.713 Fälle von Schweinegrippe, 119 Tote
17.12.2009 - Die Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI hat die Zahlen aus der 50. KW veröffentlicht. Mit Datenstand vom 15.12.2009 verzeichnet die AG 203.713 Infektionen mit Schweinegrippe seit Ende April. Der Anstieg in der letzten Woche beträgt erneut 11.365 Neumeldungen, was noch einmal weniger ist, wie in der Vorwoche - siehe Grafik. Die meisten Neuinfektionen gibt es nach wie vor in den Altersgruppen der 5 bis 34-Jährigen. Bei der saisonalen Grippe sind es vor allem die über 60-Jährigen. Trotz Rückgang bei den registrierten Fallzahlen kam es erneut zu 27 Todesfällen, inzwischen 119. Der größte Teil davon besaß Grunderkrankungen und war zwischen 35 und 59 Jahre alt. In jedem Fall warnt das RKI davor, die Schweinegrippe für "beendet" zu erklären. Der Grippemonat in Deutschland ist der Januar, die Grippesaison also noch nicht vorbei. Jetzt wäre genau der richtige Moment, sich die kostenlose Impfung gegen Schweinegrippe zu holen. Inzwischen liegen die Virusaktivitäten nur noch im Norden im erhöhten Bereich. Mitteldeutschland und der Osten melden nur noch geringe Virusaktivitäten. Die nebenstehende Karte zeigt die Ausbreitung der Schweinegrippe in der vergangenen Woche. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)
Thailand: Student steckt Schwein mit H1N1 an
17.12.2009 - Es hatte wohl wenig Schwein... das Schwein, was in der Kasetsart Universität von einem jungen Studenten betreut wurde. Der hatte nämlich Schweinegrippe und das Schwein bald auch. 80 weitere Schweine wurde untersucht, es blieb jedoch bei dem einen Fall. 130 Studenten und 20.000 Schweine kamen unter Quarantäne. "Es gibt keinen Grund zur Panik", teilte das Gesundheitsministerium mit. Man schätzt, das sich in Thailand seit April 8 Millionen Menschen mit der Schweinegrippe infiziert haben. 8 Millionen und 1 Schwein. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)
Weitere Todesfälle bei Schweinegrippe- Nr. 120 und 121
17.12.2009 - Das RKI zählt bis 15. Dezember 119 Todesfälle durch die Schweinegrippe. Wir setzten diese Liste nun mit Meldungen aus der Presse fort. Demnach ist im Raum Weißwasser (Sachsen) vergangene Woche ein 56-jähriger Mann an den Folgen der H1N1-Infektion gestorben, wie das sächsische Sozialministerium mitteilte. Der Mann war chronisch krank. Das Würzburger Gesundheitsamt meldet einen 50-jährigen Mann mit Vorerkrankungen, der im Raum Würzburg an der Schweinegrippe gestorben ist. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Lausitzer Rundschau, Mainpost)
Schweinegrippe Gezwitscher bei Twitter sehr beliebt
17.12.2009 - Nach den großen Suchmaschinen Bing, Yahoo und Google (wir berichteten) hat nun auch Twitter, der Kurznachrichten Dienst im SMS Format, seine Hitliste 2009 veröffentlicht. Ganz vorn dabei in der Kategorie News war "Gezwitscher" über die Schweinegrippe (Platz 2). Spannender waren scheinbar nur noch die Nachriten aus dem Iran (Platz 1). Auch wir twittern und zwar täglich die wichtigsten News. Wer diese Infos im SMS-Stil gern verfolgen will, kann Follower werden von twitter.com/Virus_H1N1. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ZDNet.de)
"Neue Grippe ist nicht verschwunden"
17.12.2009 - Der Direktor des Robert-Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, warnte vor einer Unterschätzung der Schweinegrippe. Vergangene Woche infizierten sich immer noch über 11.000 Menschen in Deutschland. Im Sommer brach noch Hysterie bei 3.000 Neuinfektionen in einer Woche aus. Die 11.000 lassen inzwischen die meisten kalt. Falsch, sagt Hacker. Bisher gab es 119 Todesfälle in Deutschland. Besonders oft starben dabei Menschen mit Vorerkrankungen. Die Schweinegrippe wird uns laut Hacker noch bis ins zeitige Frühjahr interessieren. Niemand kann ausschließen, das wir "im späten Winter oder im Frühjahr eine weitere Welle bekommen", so Hacker. Aktuell liegen die Fallzahlen der Schweinegrippe auf dem Grippe-Niveau von 2008 in der 50. KW. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)
Bilanz zur Schweinegrippe 2009
17.12.2009 - 2009 hatte Thüringen den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz (GMK). Ab Mitte des Jahres überschattete dabei die Schweinegrippe alle anderen Themen, bei denen die Gesundheitsministerien der Bundesländer eine Abstimmung finden wollten. Thüringen war es auch, das stellvertretend für die Länder 50 Millionen Impfstoffe orderte. Zuviel, wie inzwischen bekannt ist. Gründe für die hohe Bestellung war die Annahme, das 2 Impfdosen nötig seien, um den vollen Impfschutz zu erlangen. Inzwischen weiß man, das eine Dosis reicht. Und auch die Impfbereitschaft der Bevölkerung war bisher geringer, wie erhofft. Wenn 2010 Niedersachen den Vorsitz der GMK erhält, dann wird zu klären seien, ob übrige Impfstoffe an interessierte Staaten verkauft werden können. Aktuell haftet das Bundesland bei Impfschäden. Diese Haftung müsste "mit verkauft" werden. Vor allem sieht man aktuell den Bund mit seinen Steuergeldern in der Pflicht, nicht benötigte Impfstoffe, die aber abgenommen werden müssen, zu bezahlen. Die Länder wollen dies nicht von ihren Mitteln tun. Das Fazit aus Thüringen nach einem turbulenten Schweinegrippe Jahr ist jedoch positiv: "Es war eine Herausforderung, mit den anderen Ländern zielgenau zu agieren. Wir haben aber gut zusammengestanden", so Heike Taubert, Gesundheitsministerin Thüringen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)
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