NEWS vom 19.10.2009

USA verzichtet auf Adjuvansen im H1N1 Impfstoff

19.10.2009 - Seit 2 Wochen wird in den USA gegen die Schweinegrippe geimpft. Zwischenfälle sind nicht bekannt. Vielleicht, weil alle 4 eingesetzten Impfstoffe ohne Adjuvanzen auskommen. Die USA setzen auf herkömmliches und lang erprobtes. Deswegen hat die USA trotzdem Adjuvanzen bestellt. Diese sind jedoch bisher nur eingelagert worden. Der Plan ist, Adjuvanzen erst ins Spiel zu bringen, wenn die Impfstoffe knapp werden. Dank Adjuvanzen ließen sich die Restbestände auf das 4-fache strecken bei gleicher Wirkung. Und bis es soweit ist, können die USA mal über den großen Teich nach Europa schielen und schauen, wie der Impfstoff mit Wirkungsverstärker hierzulande verkraftet wurde. Ebenfalls interessant: In den USA haftet der Hersteller bei Zwischenfällen und wer will sich schon wegen Multiple Sklerose oder Guillain-Barré-Syndrom - beides Impfnebenwirkungen - auf Millionen verklagen lassen. Die Hersteller sind also besonders vorsichtig, was sie ans Volk raus geben. Hierzulande ist es anders. Hier muss der Geschädigte den Beweiß erbringen, das es der Impfstoff war, der zum Schaden führte. Die Hersteller haften nicht. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Spiegel.de)



Gehen Schwangere und Kinder leer aus?

19.10.2009 - Nachdem die Ständige Impfkommision letzte Woche die Verwendung von Schweinegrippe Impfstoffen mit Adjuvansen (Wirkungsverstärkern) nicht für Schwangere empfielt, hat Klaus Theo Schröder vom Bundesgesundheitsministerium ein echtes Problem: Weltweit sind keine Impfstoffe ohne Adjuvanzen übrig. Alle Vorräte sind längst verkauft und die Lager leer. Wolfram Hartmann, Präsident des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte, brachte ebenso Kinder ins Spiel: "Der Impfstoff ist an ihnen noch überhaupt nicht getestet, deshalb ist das Risiko einfach zu groß, ihn jetzt bedenkenlos einzusetzen." Empfohlen werden die zugelassenen Impfstoffe laut Beipackzettel auch für Kinder ab 6 Monaten. Ärzte stehen nun vor dem Problem: Impfen sie Kinder und Schwangere, müssen sie die stärkeren Nebenwirkungen abwägen. Impfen sie nicht, weil kein "sanfter" Impfstoff existiert, ist ausgerechnet die Zielgruppe, die am schwersten von einer H1N1 Infektion getroffen werden kann, ungeschützt. Eine Lösung gibt es derzeit nicht. Und auch der hochgeprisene Impfstoff von Baxter ohne Adjuvanzen ist weder verfügbar, noch ausreichend erprobt. Dabei soll bereits ab nächster Woche in Deutschland geimpft werden. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Spiegel.de)



Deutschland: 22.936 Infizierte, 942 Fälle in der 41 KW, 2 Tote

Schweinegrippe Deutschland

19.10.2009 - Erstmals seit der Umstellung der Zählweise veröffentlicht das RKI wieder Zahlen zur Schweinegrippe. Ob die Veröffentlichung nur 1x pro Woche und dann auch noch bezugnehmend auf "vor 2 Wochen" die Bevölkerung annimiert, die Schweinegrippe weiterhin ernst zu nehmen, ist fraglich. Keine Zahlen = keine Gefahr und somit auch keine Impfbereitschaft! In der 41. Kalenderwoche (7. -13. Oktober) gingen die gemeldeten Fälle leicht zurück im Vergleich zur 40. KW. Was überhaupt letzte Woche (42. KW) passiert ist, bleibt schleierhaft. So verteilten sich die Zahlen in der 41. KW auf die Bundesländer: erste Zahl = Infizierte, zweite Zahl = Todesfälle
Nordrhein-Westfalen (6.183 - 1)*
Bayern (3.743 - 1)*
Baden-Württemberg (3.364)*
Niedersachsen (2.860)*
Rheinland-Pfalz (1.311)*
Hessen (1.107)*
Berlin (692)*
Schleswig-Holstein (692)*
Thüringen (553)*
Brandenburg (483)*
Hamburg (482)*
Sachsen (461)*
Sachsen-Anhalt (416)*
Saarland (264)*
Mecklenburg-Vorpommern (163)*
Bremen (162)
* = neue Fälle hinzugekommen vom bis 13.10.2009
Gezählt werden seit dem 15.7.2009 laborbestätigte Fälle sowie alle Erkrankten mit eindeutigen Symptomen aus dem Umfeld von laborbestätigten Fälle, auch ohne H1N1-Test. Zwei Todesfälle gibt es in Deutschland. Unsere Grafik zeigt ihnen die Entwicklung pro Kalenderwoche in Deutschland. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)

aktuelle Zahlen: 4.804 H1N1 Tote, 223 in einer Woche

Schweinegrippe Tote

19.10.2009 - Was bei der ganzen Diskussion um den Schweinegrippe Impfstoff nicht vergessen werden darf ist, das bisher bereits 4.804 Menschen an Schweinegrippe gestorben sind (und nicht geimpft waren). Das ist im Vergleich zur saisonalen Grippe relativ wenig, aber immernoch 4.804 Menschenleben zu viel. In Europa starben in der vergangenen Woche 3 Menschen in Belgien, je 2 in Ungarn und Spanien und in Italien und Portugal je ein Mensch. Den Rekord in Europa hält Großbritannien mit 17 neuen Todesfällen. Weltweit bleibt Indien weiter auf dem Vormarsch mit erneut 39 Todesfällen binnen 1 Woche. In Südamerika, wo der beginnende Frühling die Schweine Grippe Saison eigentlich beenden sollte, starben in der Vorwoche wieder 41 Menschen in Argentinien, 19 in Peru und 9 in Kolumbien. Südamerika war in den vergangenen Monaten besonders schwer getroffen worden durch den dortigen Winter und hatte schnell Mexiko und die USA an Dramatik abgelößt. Gegenwärtig machen die Toten in Südamerika noch immer 45 % der weltweit verstorbenen Menschen aus. Und nun kommt der Winter in die Länder der nördlichen Halbkugel der Erde... Alle aktuellen Zahlen der H1N1-Toten finden Sie hier. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ECDC)



Merkel und Schmidt nehmen umstrittenden Impfstoff

19.10.2009 - Was wäre das richtige Zeichen im Streit um den umstrittenden Impfstoff gegen die Schweinegrippe? Sicher kein Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der behauptet: "Ich weiß gar nicht, ob ich mich jemals impfen lassen werde". Auch kein genervter stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach, der sagte: "Ich lasse mich nicht impfen, dann muss ich auch nicht die Frage beantworten, ob ich als Bundestagsabgeordneter einen Luxus-Impfstoff bekommen habe". Ein richtiges Zeichen wäre, wenn kommenden Montag ein Politiker öffentlich seinen Picks mit einem aduvierten und quecksilber haltigen Impfstoff bekommt und ihn ohne Nebenwirkungen gut verträgt. Dann könnte das Volk vielleicht das Vertrauen in die Impfstoffe finden, das jetzt noch völlig fehlt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt gehen diesen Weg. Merkel berief sich auf ihren Hausarzt, von dem sie - wie jeder Bürger - den Massen-Impfstoff Pandemrix bekommen soll. Schmidt sagte: "Ich lasse mich mit dem Impfstoff impfen, mit dem auch die Bevölkerung geimpft wird. Der ist genauso wie die anderen zugelassen, sicher und wirksam." Vielleicht helfen diese deutlichen Zeichen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: N24)

Kritik am "besseren Impfstoff" für Politiker

19.10.2009 - Eine erste Welle der Empörung ging durch die Bevölkerung, als bekannt wurde, das die Bundeswehr einen anderen Impfstoff erhält, wie die Bevölkerung - wir berichteten. Inzwischen konnte dieses Vorgehen weitgehend aufgeklärt werden: Es hätten alte Verträge mit der Firma Baxter bestanden, die nun zufällig den Wirkverstärker freien Impfstoff anbietet und außerdem bekommen die Soldaten so viele Impfungen für ihre Auslandseinsätze, das ein "sanfter" Impfstoff zu entschuldigen sei. Diese Erklärungen wurden weitläufig akzeptiert. Der Skandal um bessere Impfstoffe für Politiker jedoch wartet noch auf eine schlüssige Erklärung. Unterdessen schlagen die Protestäußerungen hohe Wellen. So sagte Virologe Alexander S. Kekulé von der Uniklinik Halle sagte: "Dass die Mitglieder der Bundesregierung und der Behörden offenbar einen anderen Impfstoff bekommen sollen, ist ein Skandal." Der Chef des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit an der Universität Bonn, Martin Exner, sagte: "Dass Politiker und Spitzenbeamte in Ministerien mit einem anderen Impfstoff geimpft werden als die Bevölkerung, ist ein verheerendes Zeichen. Gerade Politiker müssen diejenigen sein, die das, was sie empfehlen, auch für sich selbst in Anspruch nehmen." Selbst aus Politikerkreisen kommt Kritik am Vorgehen. So sagte Grünen-Gesundheitsexpertin Biggi Bender: "Großes Risiko fürs Volk, kleines Risiko für die Regierung. Diese Art von Zweiklassenmedizin darf es in einer Demokratie nicht geben." (Text: © Kiwi Vision, Daten: MV regio)

Heute beginnt Auslieferung der Impfstoffe

19.10.2009 - Es geht los! Laut Angaben einer Sprecherin des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline beginnt heute die Auslieferung der umstrittenen Schweinegrippe Impfstoffe an die Bundesländer. So soll gewährleistet werden, das pünktlich ab nächster Woche Montag (26.10.) mit der Massenimpfung gegen den H1N1 Virus begonnen werden kann. Die Impfstoffe müssen in Dresden von den Bundesländern persönlich abgeholt werden. Der genaue Übergabe-Ort wurde aus sicherheitstechnischen Gründen an den Stadtrand verlegt. Auch logistisch hätte dies Vorteile. Ab kommender Woche gibt es dann die Nachlieferungen, wobei jedes Bundesland an einem anderen Tag dran ist. 50 Millionen Impfdosen mit Adjuvansen wurden in Dresden bestellt. Die erste Lieferungen werden an medizinisches Personal, Polizei und Feuerwehr verimpft. Dann folgen chronisch Kranke Menschen und Schwanger. Später die Restliche Bevölkerung, wobei dies nicht vor Mitte November zu erwarten ist. Alles zru Schweinegrippe Impfung finden Sie hier. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärzte Zeitung)

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