NEWS vom 21.10.2009

35.000 Schweinegrippe Tote in Deutschland erwartet

21.10.2009 - Professor Dr. med. Adolf Windorfer ist Seuchenexperte und leitete von 1994 bis 2006 das Niedersächsische Landesgesundheitsamt. Heute berät er die WHO. Mit einer düsteren Prognose für Deutschland meldete er sich in der Bildzeitung: "Es ist davon auszugehen, dass mit Beginn der kalten Jahreszeit eine sehr große Zahl an Erkrankungen mit der neuen Grippe auftauchen wird; ob die Erkrankungen leicht oder schwer verlaufen werden, ist völlig unbekannt. Beides ist möglich. Es ist aber anzunehmen, dass bei einer sehr großen Anzahl an Erkrankungen, man kann bundesweit von ca. 30 Millionen Erkrankungen ausgehen, auch die Zahl der Todesfälle erheblich steigen wird. Auch bei einem milden Verlauf ist im kommenden Herbst und Winter mit 25 000–35 000 Toten in Deutschland zu rechnen. Diese Zahl ist auf keinen Fall hoch gegriffen. In der Folge können dann vermehrt blutige Lungenentzündungen sowie Herzmuskelentzündungen auftreten. Dies kann auch bei vorher ganz gesunden Menschen geschehen." Zeit, die Schweinegrippe wieder ernst zu nehmen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Bild Zeitung)



Schweinegrippe Impfstoff für Schwangere kommt

21.10.2009 - Der Sprecher des thüringischen Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz, spricht von "positiven Signalen" seitens der Pharmaindustrie. Bis Ende November soll ein "sanfter" Impfstoff für Schwangere zur Verfügung stehen. Da es gegenwärtig ca. 600.000 bis 700.000 Schwangere in Deutschland gibt, handelt es sich um einen verhältnismäßig kleinen Posten für die Pharmaindustrie. Das neue Serum soll besser verträglich sein und ein geringeres Risiko für Fieber beinhalten. Spätenstes nach dem Contergan-Skandal in den Jahren 1961 und 1962 sind Schwangere und Ärzte besonders kritisch, wenn es um Nebenwirkungen von Arzneimittel geht. Damals waren knapp 10.000 Kinder mit Fehlbildungen zur Welt gekommen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

Berliner Bezirke richten Hotline zur Schweinegrippe Impfung ein

21.10.2009 - Nachdem gestern die Rufnummern der Gesundheitsministerien der Bundesländer bekannt wurden, legt nun Berlin nach. Die Rufnummern sind wie folgt erreichbar: Mo, Di, Mi und Fr von 9 bis 16 Uhr. Donnerstag von 10 bis 18 Uhr:
Charlottenburg-Wilmersdorf: 9029-16661
Friedrichshain-Kreuzberg: 90298-8367
Lichtenberg: 90296-4900
Marzahn-Hellersdorf: 90293-3100
Mitte: 9018-45123
Neukölln: 6809-2666
Pankow: 90295-2869 und 90295-2939
Reinickendorf: 90294-5030
Spandau: 90279-4400
Steglitz-Zehlendorf: 90299-2233
Tempelhof-Schöneberg: 90277-7100
Treptow-Köpenick: 90297-4772
Anrufen können alle Bürger, die Fragen zur Schweinegrippe und der bevorstehenden Impfung haben. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Tagesspiegel)



Schweiz: Fieberhafte Suche nach anderem Impfstoff

21.10.2009 - Ab 2. November soll in der Schweiz gegen Schweinegrippe geimpft werden. "Am Zeitplan hat sich nichts geändert", sagt Jean-Louis Züricher vom Bundesamt für Gesundheit. Wohl aber am Impfstoff soll sich noch etwas ändern und zwar für Schwangere und Kinder. Die Schweiz wird wie Deutschland von GlaxoSmithKline und Novartis beliefert. Die Impfstoffe sind hier Pandemrix (wie bei uns) und Celtura. Beide Impfstoffe enthalten die umstrittenen Adjuvansen und Quecksilberverbindungen. Der Chefarzt Pietro Vernazza vom Kantonsspital in St. Gallen hat selbst Wirkstoffe mit der Adjuvansen AS03, die im Schweinegrippeimpfstoff enthalten ist, gespritzt und kennt die Nebenwirkungen: "Das spürt man. Der Arm tut weh. Und in der Nacht schläft man schlecht. In einigen Fällen tritt Fieber auf. Und einige wenige Prozent der Geimpften dürften am Tag bei der Arbeit behindert sein." Die Idee, nun einen Impfstoff ohne Wirkverstärker zu verwenden, war bereits Thema bei einem Treffen von Personen aus dem Bundesamt für Gesundheit, der Impfkommission und der Zulassungsbehörde. Doch was, wenn nicht nur Schwangere auf einem Wirkverstärker freien Impfstoff beharren? Die Gefahr am Guillain-Barré-Syndrom als Impf-Nebenwirkung zu erkranken kann in keinem Fall ausgeschlossn werden? "Das würde die bisherige Planung gefährden" und die Kosten explodieren lassen, so Vernazza. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Basler Zeitung)



Feuerwehrleute zur Schweinegrippe Impfung aufgerufen

21.10.2009 - Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) hat alle Feuerwehrleute zur Schweinegrippe Impfung aufgerufen. Bundesfeuerwehrarzt Peter Sefrin sieht darin nur Vorteile: "Die Feuerwehrangehörigen sind durch ihre Aufgaben naturgemäß einem erhöhten Risiko ausgesetzt und sollten die kostenfreie Impfung nutzen". Für Sefrin überwiegen die positiven Fakten: "Schon ein leichter Krankheitsverlauf gefährdet die Einsatzbereitschaft." Eine Immunisierung würde den H1N1-Virus und seine Infektionskette stoppen und so die "flächendeckende Sicherheitsinfrastruktur durch die Feuerwehren" weiterhin gewehrleisten. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)

Schweinegrippe muss sofort behandelt werden

21.10.2009 - Die Chefin des Nationalen Zentrums für Immunologie/USA, Dr. Anne Schuchat, ermahnte die Ärzteschaft: "Wir möchten betonen, wie wichtig eine frühzeitige Behandlung mit antiviralen Mitteln ist." Die Behandlung sollte auch schon vor dem Eintreffen der Testergebnisse starten. Verzögerungen haben in den USA schon oft zu Krankenhausfällen und einigen Todesfällen geführt. So wurden seit Anfang September ca. 5.000 Menschen in den USA in Kliniken wegen Schweinegrippe behandelt. 53 % davon waren unter 25 Jahren. Dies unterscheidet die Schweine so deutlich von einer saisonalen Grippe, an der mehr über 65 jährige leiden. Vom 1. September bis 10. Oktober starben 292 Menschen in den USA an Schweinegrippe, ein viertel davon war unter 25. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)

Österreicher streiten nicht um Impfstoffe

21.10.2009 - Sehr viel friedlicher gestaltet sich das Thema Schweinegrippe Impfung in unserem Nachbarland Österreich. Dort gibt es für alle nur den Adjuvansen und Quecksilberfreien Impfstoff Celvapan von Baxter. Mit diesem werden ab 27. Oktober ca. 300.000 Krankenhausmitarbeiter geimpft. Darunter Ärzte, Schwestern aber auch Köche und Reinigungskräfte. Ab dem 9. November ist dann das "Volk" dran, begonnen wird mit Schwangeren und chronisch Kranken. Deutsche Ärzte warnen inzwischen vor dem Einsatz von Celvapan bei Schwangeren und Kindern. Es lägen keine Studien für diesen Impfstoff vor. Celvapan ist der Impfstoff, der hierzulande für die Bundesregierung und die Bundeswehr bestellt worden war und von dem Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery forderte, das er Schwangeren und Kinder zur Verfügung gestellt wird. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)

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