NEWS vom 29.10.2009
Bei Impfschäden zahlt der Staat Entschädigung
28.10.2009 - Die Zurückhaltung gegenüber der Schweinegrippe Impfung ist derzeit in Deutschland noch groß. Die Angst vor unangenehmen Nebenwirkungen und schlimmstenfalls Impfschäden beschäftigt die Bürger. Doch wer zahlt eigentlich bei einem Impfschaden? Nun, das kommt ganz darauf an: Sollte dem Hersteller des Impfstoffes nachweißlich ein Fehler bei der Herstellung und Konfektionierung (Dosierung der Bestandteile) unterlaufen, greift die Produkthaftung. Ansonsten gilt die Schweinegrippe Impfung als eine "öffentliche Empfehlung" nach Paragraf 20 Absatz 3. Diese besagt: Wer durch eine öffentlich empfohlene Impfung eine Gesundheitsschädigung erleidet, die über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgeht, erhält Entschädigung aus öffentlichen Mitteln. Hier ist also der Staat in der Haftung. Kommt es zu Fehlern in der Durchführung der Impfung haftet die Berufshaftpflicht des Arztes, bei Ärzten im öffentlichen Dienst der Staat und bei Krankenhausärzten des Krankenhausträger. Dies teilte Dr. Jan Leidel von der ständigen Impfkommission (STIKO) der Ärztezeitung mit. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärzte Zeitung)
Schweinegrippe überlastet das Internet
29.10.2009 - Die Schweinegrippe überlastet das Internet? Ja, denn immer mehr Menschen in den USA bleiben aus Angst vor der Schweinegrippe zu Hause und arbeiten von da, online. Diese Daheimgebliebenen, so die Befürchtung des Government Accountability Office (GAO), könnten binnen kurzer Zeit sämtliche Datenleitungen überlasten. Schulkinder könnten sich die Zeit mit Online-Spielen und YouTube-Videos vertreiben, Arbeitnehmer würden derweil versuchen, per Online-Verbindung ihre Büroarbeit zu erledigen. "Die Hoffnung auf einen ungestörten Internetzugang während einer Pandemie ist nicht realistisch." Deswegen überlegt man schon jetzt, private Internetzugänge zu blockieren oder doch zumindest zu bremsen. Es sei sogar denkbar, ganze Stadtteile vom Netz zu nehmen, um einer Überlastung entgegenzuwirken. Oberer Priörität hätte es: "sicherzustellen, dass kritische Telekommunikationsinfrastrukturen geschützt" werden. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Spiegel.de)
USA: Präsidentenkinder sind gegen Schweinegrippe geimpft
29.10.2009 - Präsident Obama ließ seine Töchter Malia und Sasha vergangene Woche gegen Schweinegrippe impfen, als der Impfstoff in Waschington zur Verfügung stand. Selbst ist das Präsidentenpaar Barack und Michelle Obama noch nicht geimpft. Die beiden wollen warten, bis alle Menschen, die Risikogruppen angehören, geimpft wurden. Letzte Woche rief Präsident Obama den Notstand in Bezug auf die Neue Grippe aus - wir berichteten. Aktuell fehlen der USA Millionen Impfdosen und Unmut macht sich in der Bevölkerung breit, während in Deutschland kaum Impfinteresse herrscht. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Bild.de)
Centrum für Reisemedizin rät zur Schweinegrippe Impfung
29.10.2009 - "Da weiterhin viele Infektionen im Ausland erworben werden, halten wir die Impfung insbesondere für Personen mit Risikofaktoren, wie zum Beispiel für chronisch Kranke, für sinnvoll", sagte der Wissenschaftliche Leiter Tomas Jelinek des Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. Er betonte, das Virus sei nach wie vor kein Grund, auf eine Reise zu verzichten. Jedoch gäbe es eine erhöhte Ansteckungsgefahr, da man auf Flughäfen, in Reisebussen oder bei Besichtigungstouren unweigerlich Kontakt zu vielen Menschen bekommt. Das Auswärtige Amt gibt noch keine Reisewarnungen heraus, obwohl sich die Schweinegrippe in der nördlichen Hemisphäre gerade wieder zunehmend ausbreitet. Auf der Internetpräsenz heißt es nur: "Reisende sollten selbst entscheiden, ob es notwendig ist, Länder zu besuchen, in denen die Influenza A/H1N1 ("Schweinegrippe") vorkommt (Anmerkung: weltweit also), und sollten den Grundsatz der Eigenvorsorge beachten." Dazu gehören mögliche Impfungen vor Reiseantritt sowie die Schutzmaßnahmen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RP-online, Auswärtiges Amt)
Bayern: 2 Schulen dicht
29.10.2009 - Wärend man in München noch zögert, die Schulen wegen gehäuften Schweinegrippe Fällen zu schließen - wir berichteten, ist man in Poppenhausen und Ebensfeld entschlossener. Betroffen ist einmal die Volksschule Oberes Werntal mit 123 erkrankten Schülern und die Pater-Lunkenbein-Volksschule mit 4 bestätigten Fällen. Beide Schulen schlossen nun vorsorglich und öffnen erst wieder am 9. November nach den Bayerischen Herbstferien. Die Ferien beginnen damit 1 Woche eher. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Frankenpost)
Schweiz: Schule von Schweinegrippe betroffen in Ettenhausen
29.10.2009 - Auch in der Schweiz geht die Schweinegrippe um. In Ettenausen bei Aadorf (Kanton Thurgau) erkrankte eine Lehrerin an Schweinegrippe und mit ihr 30 Schüler mehrerer Schulen. Die Schulen in Aadorf haben inzwischen die strengeren Hygiene-Massnahmen wie regelmässiges Händewaschen und Desinfektion der Türklinken wieder eingeführt. Sollten bis Freitag noch weitere Kinder erkranken, wird die Schule geschlossen, so Sandra Gansner Lienau (Schulsprecherin). Der Kantonsarzt Max Dössegger sieht die Schliessung kritisch: "Wenn die Schüler frei haben, treffen sie sich und sitzen noch näher aufeinander." Eine Impfung in der Schweiz kann noch nicht starten. Der Impfstoff wartet noch auf die Zulassung. Die EU-Zulassung gilt nicht für die Schweiz, da diese nicht EU-Mitgliedsland ist. Die Dimensionen der globalen Ausbreitung von H1N1 versteht man nur langsam... (Text: © Kiwi Vision, Daten: thurgauerzeitung.ch)
Wehdel: Erste Schule dicht wegen Schweinegrippe
29.10.2009 - Erstmals musste nun eine Schule in Wehdel (nahe Bremerhaven) an der Nordsee schließen. Der Grund: Schweinegrippe. 13 der insgesamt 86 Kinder wurden positiv auf den Erreger H1N1 getestet. "Deshalb schließen wir vorsorglich bis Montag“, sagt Schulleiter Horst Schütte. In der 4. Klasse begann der Spuck, bis von 17 Schülern nur noch 1 Kind im leeren Klassenzimmer saß. Dann erwischte es die 3. Klasse. Hier fehlten bald 8 Kinder. Der Schulleiter fand gemeinsam mit der Gemeinde Schiffdorf und dem Kreis-Geusndheitsamt die Lösung der Schulschließung. Die Gemeinde läßt nun das Schulgebäude kräftig desinfizieren. Allen Kindern geht es im Moment entsprechend gut. Die Krankheit verläuft milde. Ab Montag wird dann auch im Landkreis Cuxhaven gegen Schweinegrippe geimpft. "Der Impfstoff wird jetzt bis Ende der Woche an ausgewählte Apotheken im Kreis geliefert und von dort weiterverteilt“, erklärt Kreis-Dezernent Gestering. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Nordsee-Zeitung)
WHO verteilt 200 Millionen Impfdosen an Entwicklungsländer
29.10.2009 - WHO-Generalsekretärin Margaret Chan erklärte gestern, das die WHO 200 Millionen Dosen des Schweinegrippe Impfstoffes an Entwicklungsländer verteilen will. Die Meldung, das sogar bei über 60-jährigen eine Impfung genügt, kommt da gerade recht. So kann Deutschland viel mehr Impfdosen für die humanitäre Hilfe der WHO zur Verfügung stellen. Dies war Anfang Oktober beschlossen worden. Dazu eine Soforthilfe von 20 Millionen Euro. Weitere 8 Industrienationen spenden ihre übrigen Impfstoffe. Auch die Pharmahersteller spenden Impfstoffe. Darunter GlaxoSmithKline und der französische Hersteller Sanofi-Aventis haben Spenden von 150 Millionen zugesagt. Der Hersteller Novartis prüft ebenfalls Spenden. Inzwischen sind weltweit mehr als 5.000 Menschen an der Schweinegrippe gestorben. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)
Einzelne Impfung schützt auch über 60 jährige
29.10.2009 - Wie der Hersteller des in Deutschland verfügbaren Impstoffes Pandemrix® mitteilte, reicht auch für über 60 jährige eine einzelne Impfung, um bereits einen vollen Impfschutz gegen die Schweinegrippe aufzubauen. Diese Erkenntnis ist neu. Bisher wusste man nur, das eine einzige Impfung bei Kindern den vollen Impfschutz aufbaut. Basis der Daten ist eine Studie von Glaxo-SmithKline, bei der 240 Erwachsene getestet wurden. 50 % waren dabei über 60 Jahre. In der Gruppe der 60 bis 70 jährigen waren nach einem "Picks" 88 % geschützt, bei den über 70 jährigen immerhin 87 %. Menschen über 60 Jahre können sich in Deutschland in ca. 1-2 Monaten gegen Schweinegrippe impfen lassen. Sie gelten bisher als am wenigsten gefährdete Personengruppe und stehen allen anderen Personengruppen hinten an. Die genaue Impfreinfolge finden Sie hier sowie die Impfzeiten. Wer sich jedoch schon eher impfen lassen will, soll nicht weggeschickt werden. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)
USA: Zweite Welle der Schweinegrippe ist da
29.10.2009 - Die Schweine Grippe hat die USA fest im Griff und Experten am Seuchenzentrum CDC behaupten, die zweite Welle hätte begonnen. Basis ihrer Aussagen sind die statistischen Werte und die zeigen, das bei 27.520 Influenza-Proben zu 99 % der H1N1-Virus festgestellt wurde. Andere Viren können fast ausgeschlossen werden. Ebenfalls bemerkenswert: In der 35. KW starben knapp 25 Menschen an H1N1 in den USA. In der 41. KW waren es bereits fast 100. Gut 4x so viele. Ebenso verhält es sich mit den schwren Fällen, die in den Krankenhäusern der USA behandelt werden mussten. In der 31. KW waren es unter 500. In der 41. KW bereits über 2.500. Die Schweinegrippe ist überall. Nur 2 der 50 Bundesstaaten melden "no activity" (keine Aktivitäten). In 48 Bundesstaaten herrscht "widespread" (weit verbreitet), das meint flächendeckend und ist der höchste Wert der Mess-Skala. In Deutschland nimmt die Schweinegrippe gerade in Bayern Anlauf zur zweiten Welle. Hier wurden innerhalb von 5 Tagen (Freitag bis Mittwoch) 1.746 neue Fälle von Schweinegrippe registriert. Wohl gemerkt sind dies nur die registrierten Fälle, bei denen Patinenten zum Arzt gingen und ein Test gemacht wurde. Die Dunkelziffer liegt schätzungsweise sehr viel höher. Die Schweinegrippe kommt! (Text: © Kiwi Vision, Daten: CDC, lgl.bayern)
NEWS vom 28.10.2009
Erste Meldungen zu Nebenwirkungen in Deutschland
28.10.2009 - Pünktlich 3 Tage vor Impfbeginn gegen die Schweinegrippe in Deutschland erreichten die Horrormeldungen aus Schweden unser Land. Inzwischen werden dort 4 Todesfälle untersucht, die in Zusammenhang mit der H1N1 Impfung stehen. Viele Meldungen über schwere Nebenwirkungen erreichten das schwedische Institut für Infektions Krankheiten Kontrolle (SMI). Hier zulande ist es bisher ruhig. Nur bei der Bildzeitung zeigen 2 von 10 geimpften Redakteuren Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schwindel-Gefühle mit Zeitverzögerung von einer Woche. Die 10 Redakteure hatten sich vor 7 Tagen noch vor dem offiziellen Impfstart impfen lassen und berichten seit dem täglich. 2 von 10 Personen, die Nebenwirkungen verspüren, ist dennoch mehr, wie laut Herstellerangaben vorausgesagt werden. Gestern rief der Apothekerverband alle Geimpften dringend dazu auf, Nebenwirkungen sofort dem Arzt oder Apotheker mitzuteilen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Bild.de)
Hamburg: Impfung für alle startet am 2. November
28.10.2009 - Zunächst soll Medizinisches Personal, Feuerwehr und Polizei in Deutschland geimpft werden. Ab 9. November dann der Rest der Bevölkerung mit Vorrang für die chronisch Kranken. In Hamburg ist man ein bisschen schneller und startet schon am 2. November mit der Impfung gegen Schweinegrippe für alle. 15 Arztpraxen und 7 Gesundheitsämter stehen im gesamten Stadtgebiet dazu zur Verfügung. Eine Anmeldung ist hier nicht nötig. Der Gesundheitssenator Dietrich Wersich sagte: "Ich appelliere an alle Hamburger mit chronischen Erkrankungen, sich impfen zu lassen." Und weiter: "Wir appellieren deshalb an die Solidarität der Hamburger, dass sich gesunde Menschen noch etwas gedulden, sodass zunächst die sogenannten Risikogruppen geimpft werden können". Eine Liste der Impfstellen in Hamburg finden Sie hier oder unter der Hotline für Hamburg. Auch die lokale Presse informiert Sie. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Hamburger Abendblatt)
Düsseldorf: Impfinteresse steigt
28.10.2009 - Am Montag war das Impfinteresse der Düsseldorfer noch verhalten. Nur knapp 200 Bürger nutzen die Impfstelle des Gesundheitsamtes, Erkratherstr 347 – 349. Tags drauf kamen bereits doppelt so viele - 432 insgesamt! Michael Schäfer vom Gesundheitsamt kommentiert dies so: "Die geimpften Bürger sagten uns, dass sie sich durch die Medien angesprochen fühlten." Sollte sich die Resonanz auf gleichem Niveau fortsetzen, so Schäfer, wären die Verantwortlichen des Gesundheitsamtes mit der Maßnahme durchaus zufrieden. 17 Niedergelassene Ärzte impfen ebenfalls seit gestern (wir berichteten), erleben jedoch noch kein großes Impfinteresse. Der Orthopäde Christian Wittig hält 100 Impfdosen bereit und hat gerade mal 30 Anmeldungen. "Die Patienten sind sehr zurückhaltend." (Text: © Kiwi Vision, Daten: rp-online)
NRW: Kinderärzte sollen übrige Impfdosen bezahlen
28.10.2009 - Empörung macht sich bei den Kinder- und Jugendärzten in Nordrhein-Westfalen breit. Die AOK fordert, das Ärzte pro übrig gebliebener Impfdosis 9 Euro bezahlen. Für jede verimpfte Dosis bekommen sie 6 Euro. Das Problem ist vor allem ein logistisches: Der Impfstoff kommt in 10er Packungen, die - einmal angebrochen - binnen 24 Stunden verimpft werden müssen. Es kann leicht passieren, dass ein Patient seinen Impftermin nicht wahrnimmt oder es sich nach dem Aufklärungsgespräch noch einmal anders überlegt. Bei nur 4 unverimpften Dosen würde der Arzt bereits soviel Regress bezahlen, wie er mit den übrigen 6 verimpften Dosen bekommt. "Der Druck, der damit auf die Ärzte ausgeübt wird, ist für diese Impfaktion kontraproduktiv", sagte der rheinland-pfälzische Verbandssprecher Christian Neumann. (Text: © Kiwi Vision, Daten: kinderaerzte-im-netz.de)
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