NEWS vom 30.11.2009

Frankreich: Militär muss bei Schweinegrippe Impfung helfen

30.11.2009 - Noch vor 2 Wochen wollte sich niemand in Frankreich impfen lassen - wir berichteten. Nun ist es genau anders herum. Alle wollen sich gegen Schweinegrippe impfen lassen. Die Regierung sah sich nun veranlasst, die 1.100 Impfzentren mit Militärärzten, Medizinstudenten und Arbeitsmediziner zu unterstützen. "Zwischen 100 und 150 Impfteams" könne das Militär binnen weniger Tage abstellen, so Verteidigungsminister Hervé Morin. Staatschef Nicolas Sarkozy ordnete zudem an, dass die Impfzentren auch am Sonntag zu öffnen hätten. Was den Ausschlag für das plötzliche Impfinteresse gab, ist nicht bekannt. Sarkozy hatte jedoch aufgefordert, die Epidemie "ernst zu nehmen" angesichts der steigenden Zahl von Todesfällen. Diese beträgt inzwischen 104, wobei in der letzten Woche 20 Fälle hinzukamen. In Deutschland kamen 29 Todesfälle hinzu bei sinkendem Impfinteresse. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Thueringer Allgemeine)



Deutschland: Zu viele Impfdosen bestellt?

30.11.2009 - Schon jetzt rechnen die Bundesländer damit, auf einem erheblichen Teil der bestellten 50 Millionen Impfdosen sitzen zu bleiben. "Wir wollen jetzt beim Hersteller GlaxoSmithKline ausloten, ob wir wirklich alle Dosen abnehmen müssen", sagte ein Ministeriumsmitarbeiter gegenüber dem SPIEGEL. Die Impfbereitschaft der Deutschen hatte in den letzten 2 Wochen deutlich nachgelassen. Ab dieser Woche soll in vielen Bundesländern die Impfung für gesunde Erwachsene starten. Zuvor waren vor allem Risikogruppen, wie medizinisches Personal, Feuerwehr, Polizei und chronisch Kranke geimpft worden. Unterdessen haben ca. 6 Staaten, darunter die Ukraine, Interesse an übrigen deutschen Impfstoffen angemeldet. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Spiegel.de)



Schweinegrippe könnte Grippe ausbremsen

30.11.2009 - Australische Forscher hatten beobachtet, das im australischen Winter die saisonale Grippe kaum eine Rolle spielte. Die Schweinegrippe schien sie verdrängt zu haben. Wenn diese Beobachtung sich auch für Deutschland bestätigt, könnte die Schweinegrippe ein großer Glücksfall sein. Immerhin sterben an der saisonalen Grippe jährlich bis zu 10.000 Menschen. In schweren Grippejahren sogar 30.000. Die Schweinegrippe jedoch ist weit weniger tödlich, wie die übliche Grippe. Genaues zur Verdrängung der Grippeviren durch H1N1 weiß man aber erst im Januar. Das ist der übliche Grippemonat in Deutschland. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Hamburger Abendblatt)



Deutschland: Schweinegrippe Welle verliert an Heftigkeit

30.11.2009 - Das RKI verzeichnet einen Rückgang der Fallzahlen. Dies mag grundsätzlich an der Umstellung der Meldepflicht vom 14. November liegen - wir berichteten. Seit dem müssen nur noch Todesfälle gemeldet werden und nur bei schweren Krankheitsverläufen ist ein H1N1 Test erlaubt. Folglich sinkt die Statistik. Beruhigend an der Zahlenspielerei ist aber, das Ärzte tatsächlich weniger akute Atemwegserkrankungen registrieren. Das RKI registrierte auch in der Vorwoche immer noch steigende Fallzahlen, diese stiegen jedoch nicht mehr so rasch an, wie in den Wochen zuvor. Einzig Schulkinder haben in der Statistik noch einmal deutlich zugelegt laut RKI. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Süddeutsche)

Italien: Auch hier erstmals Mutation aufgetreten

30.11.2009 - Auch in Italien wurde nun bei einem Patienten, der mit schwerer Lungenentzündung behandelt werden musste, eine Mutation des Schweinegrippe Virus nachgewiesen. Die Impfstoffe wirken deswegen dennoch. Auch Grippemittel schlugen bei dem Patienten weiter an. Die schlimmste Befürchtung der Mediziner jedoch ist es, das bei mutierten H1N1 Viren Grippemittel versagen. Dies war vereinzelt bereits vorgekommen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Suedtirol.it)

8.568 H1N1 Todesfälle weltweit, 1.128 in Europa

Schweinegrippe Tote

30.11.2009 - Auch in den letzten 7 Tagen gab es 382 neue Todesfälle in Europa. Die dritte Woche in Folge war die Türkei dabei besonders heftig getroffen. Hier starben binnen 7 Tage 68 Menschen. Weiterhin verzeichneten viele Toten Großbritannien (30 neue Todesfälle), Deutschland (29), Italien (23), Frankreich und Spanien (je 20). Weißrussland (13) und Polen (11) folgen mit etwas Abstand. Inzwischen starben auch erstmals in Estland, Rumänien und Slovenien Menschen an der Schweinegrippe. Gesamt Europa verzeichnet laut ECDC Schweinegrippe Aktivitäten, wobei Deutschland neben Polen, der Türkei, Norwegen und Spanien nach wie vor stark betroffen ist. In Frankreich, Großbritannien, Österreich und der Ukraine gehen die Zahlen der Neuinfektionen leicht zurück. Da mit dem nahenden Winter auf der Nordhalbkugel inzwischen fast nur noch die Nördliche Hemisphäre betroffen ist, kommen weiterhin erhöhte Todeszahlen aus den USA (142 neue Fälle in 7 Tagen), Kanada (59) und Mexiko (37). Brasilien in Süd-Amerika meldet immer noch 160 neue Todesfälle durch Schweinegrippe, was aber im Vergleich zu den Vorwochen eine fallende Tendenz bedeutet. Im südlichen Teil der Erde sterben kaum mehr Menschen an H1N1. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ECDC)

Rumänien: 2.830 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

30.11.2009 - Gegenwärtig ist Rumänien schwer von der Schweinegrippe erfasst worden. Das Gesundheitsamt in Bukarest teilte mit, das sich binnen 24 Stunden die Fälle von Schweinegrippe Neuinfektionen von 145 auf 2975 erhöht hätten. Bereits am 3.11. wurden aus Rumänien 581 Infizierte gemeldet - wir berichteten. Ob man sich von dieser neuen dramatischen Meldung internationale Hilfe erwartet, wie sie auch der Ukraine zuteil wurde, kann nicht beurteilt werden. Todesfälle werden im Moment nur 3 gezählt, was im europäischen Vergleich eher gering ist - siehe Liste. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)

STIKO überarbeitet H1N1 Impfempfehlung für Deutschland

30.11.2009 - Immer wieder taucht die Frage auf, ob nun eine einmalige Impfung gegen Schweinegrippe reicht oder zwei Impfungen nötig sind. Der Virologe Peter Wutzler aus Jena empfiehlt für Kinder die einmalige Impfung. Das europäische Seuchenkontrollzentrum sagt, Menschen über 60 benötigen nur eine Impfung. Das Frankfurter Gesundheitsamt impft alle gesunden Menschen zwischen 10 und 80 Jahren nur 1x. Die STIKO gab offiziell zum Impfstart im Oktober noch die Empfehlung zur doppelten Impfung für den vollen Impfschutz. Diese Empfehlung soll überarbeitet werden und Anfang Dezember neu herausgegeben werden. Zu Impfstart lagen zu wenige Erfahrungen mit dem neuen Impfstoff vor. Inzwischen weiß man mehr. Menschen, die bereits eine Impfung haben und zu einer zweiten eingeladen wurden, sollten diesen Termin bis zur neuen Empfehlung der STIKO hinauszögern. Dann ist klar, ob eine zweite Impfung überhaupt nötig ist oder man den Körper unnötig den möglichen Impf-Nebenwirkungen ausgesetzt hat. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärztezeitung)



Impfstoff für Schwangere kommt erst 2010

30.11.2009 - Wie das saarländische Gesundheitsministerium mitteilte, ist mit dem Schweinegrippe Impfstoff für Schwangere erst Anfang 2010 zu rechnen. Zwar wurde bereits am 11.11. die Bestellung des Wirkverstärker freien Serums beschlossen, jedoch wurde sie bisher nicht ausgelöst. Der Impfstoff der australischen Firma CSL heißt PanVax und soll ausschließlich durch Frauenärzte verabreicht werden. Somit will man sicher stellen, dass die Schwangeren eine angemessene Beratung über Nutzen und Risiko erhalten. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

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