NEWS vom 03.08.2009

aktuelle Zahlen: 184.870 Infizierte in 155 Ländern, 1.252 Tote

Entwicklung Schweinegrippe

03.08.2009 - Die Schweinegrippe konnte sich übers Wochenende in weiteren 9 Ländern der Erde ausbreite. Meldungen gab es nun auch aus: Albanien, Andorra, Aserbaidschan, Bhutan, Gabun, Grenada, Kasachstan, Kosovo und Moldawien - siehe Zahlen Infizierte. Die Zahl der Infizierten stieg um erneut 7.220 Fälle. Dabei hat die USA ihr Meldesystem umgestellt. Nun wird nur noch die Zahl der Menschen gemeldet, die aktuell in Krankenhäusern wegen Schweinegrippe behandelt werden müssen und die Zahl der Toten. Weltweit wurden 125 neue Todesfälle gemeldet - siehe Zahlen Tote. Alles in allem ist der Trend einer weiteren weltweiten Ausbreitung ungebrochen, wie aus unserer Grafik ersichtlich wird. (Text: © Kiwi Vision, Daten: WHO, CDC, ECDC)



Deutschland: 6.800 Infizierte, 738 Neu-Infektionen

Schweinegrippe Deutschland

03.08.2009 - Heute veröffentlicht das RKI die offiziellen Zahlen, die bis Freitag (31.7.), 15 Uhr vorlagen. Abermals wurden von den Gesundheitsbehörden der Länder dem RKI 738 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Nach wie vor handelt es sich vor allem um Reiserückkehrer (600 der Fälle). In Deutschland selbst haben sich inzwischen 1.422 Menschen infizierten. Folgendermaßen verteilen sich die offiziell bestätigten Fälle auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (2.634)*
Niedersachsen (1.222)*
Baden-Württemberg (674)*
Bayern (506)*
Hessen (367)*
Rheinland-Pfalz (325)*
Berlin (180)*
Schleswig-Holstein (153)*
Sachsen (139)*
Sachsen-Anhalt (131)*
Thüringen (103)*
Saarland (109)*
Bremen (71)*
Hamburg (73)*
Brandenburg (70)*
Mecklenburg-Vorpommern (43)
* = neue Fälle hinzugekommen zwischen 30. und 31. Juli
(Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)



Niedergelassene Ärzte müssen helfen zu impfen

03.08.2009 - So zumindest ist die Auffassung der Bundesärztekammer. "Wir tun uns und den Betroffenen keinen Gefallen, wenn wir lange Schlangen vor den Gesundheitsämtern produzieren", sagte Vizepräsident Frank-Ulrich Montgomery. "Wir brauchen die Option, dass diese Menschen dort geimpft werden, wo sie sowieso hingehen: bei ihrem behandelnden Arzt." Probleme sieht er auch darin, das pro Woche nur 1,5 bis 2 Millionen Dosen vom Schweinegrippe Impfstoff lieferbar sein werden. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)



Libanon: erster Tote

03.08.2009 - Im Libanon ist ein Mann an Schweinegrippe gestorben. Es ist der erste Todesfall in dem Land. Er litt zuvor an Lymphdrüsenkrebs und hatte dadurch ein geschwächtes Immunsystem. Der Mann verstarb bereits am Donnerstag. Der Libanon selbst hat nach offiziellen Angaben 160 Infizierte. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)

Expertenkritik am Schweinegrippe Impfstoff

03.08.2009 - Wolfgang Becker-Brüser, Arzt und Herausgeber des pharmakritischen "Arznei-Telegramms" sagt zur bevorstehenden Schweinegrippeimpfung: "Was wir hier erleben, ist ein Großversuch an der deutschen Bevölkerung." Die Sicherheitstests für die Musterimpfstoffe seien nicht sonderlich umfangreich gewesen. Nur häufige Nebenwirkungen, die bei einem von 100 Geimpften auftreten könnten, wurden bisher erkannt. Dr. Susanne Stöcker, Sprecherin des Paul-Ehrlich-Institutes erwiederte daraufhin, das eine breite Datenbasis alle Impfbestandteile bestehe und die viel kritisierten Adjuvantien (Katalysatoren) auch in anderen Impfstoffen verwendet würden. "Sehr, sehr seltene Nebenwirkungen wird man immer erst in der breiten Anwendung finden", so Stöcker. Weiterhin sagt der Abteilungsleiter Gesundheit im Bremer Senat, Matthias Gruhl: "Wenn der Verlauf der Schweinegrippe so harmlos bleibt wie jetzt, wäre ein Massenimpfprogramm nicht gerechtfertigt." Derzeit gäbe es keine Anzeichen, das eine zweite, viel schlimmere Grippewelle mit dem H1N1 Virus auf uns zurollt. Jo Leinen vom Gesundheitsausschusses im Europäischen Parlament sagte: "Wir sind sehr beunruhigt, dass die Hersteller des Impfstoffes uns immer wieder vertrösten: erst hieß es, das Serum kommt im September, dann im Oktober und nun scheint er erst im November zur Verfügung zu stehen" Dies wäre allerdings "definitiv zu spät" für die jetzige Schweinegrippe Welle. Auch die berechneten Kosten für die Impfung in Höhe von 600 Millionen Euro stellen sich als unrealistisch heraus. Das Rechenspiel funktioniert nur, wenn die Gesundheitsämter die Impfung durchführen. Nicht aber, wenn auch niedergelassene Ärzte impfen und der Impfstoff über Apotheken bestellt wird. Dann belaufen sich die Kosten bei ca. 1 Milliarde Euro. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)

NEWS vom 02.08.2009

EU-Parlament gibt düstere Prognose für Herbst

02.08.2009 - Das EU-Parlament erwartet bis Herbst eine vervierfachung der jetzigen 26.446 Fälle von Schweinegrippe in Europa. 1 Millionen Infizierte sei realistisch, sogar noch niedrig geschätzt. Mit der Zunahme der Fälle stiege auch die Zahl der Toten. Aktuell sind es in Europa kanpp 40 - siehe Todesfälle - so sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Europäischen Parlament, Jo Leinen.  Wie stark sich die Schweinegrippe ausbreite, sei noch nicht absehbar. "Die Skala ist nach oben offen und kein Land in der EU wird verschont bleiben" - fügte Leinen hinzu. Bisher von Spanien heftig dementierte Meldungen, das es dort extreme Fallzahlen gäbe, bestätigte der Abgeordnete: Bereits jetzt sei in einigen spanischen Urlaubsregionen eine "regelrechte Seuche" ausgebrochen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)

NRW: Sommerferien werden eventuell verlängert

02.08.2009 - In Nordrhein-Westfalen gibt es bisher die meisten gemeldeten Fälle von Schweinegrippe: Insgesamt 2.446 Infektionen wurden offiziell bis Donnerstag bestätigt. Zuvor waren täglich ca. 200 Infektionen hinzugekommen. Eine Sprecherin des Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit in Münster sagte nun, das die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher sei, da der Virus sich rasend schnell ausbreite. Viele Infizierte gehen jedoch nicht zum Arzt. Bei manchem verlaufe die Infektion auch symptomlos, so das die Betroffenen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen spüren, jedoch infektiös sind. Das Meldesystem der Gesundheitsämter ist laut Angaben des Landesinstitutes: "nicht mehr in der Lage, alle Fälle zu erfassen." Die Mitarbeiter konzentrieren sich bereits nur noch auf Schwangere und chronisch Infizierte. Für die Erfassung eines allgemeinen Krankheitsstands überlege man bereits stichprobenartige Erfassungen in einzelnen Arztpraxen und dann eine Hochrechnung auf ganz NRW. Aufgrund dieser verschärften Situation in NRW überlegt eine Pandemie-Expertenrunde des öffentlichen Gesundheitsdienstes die Sommerferien zu verlängern. Diese enden theoretisch in 2 Wochen. Schulen wurden bereits verständigt, die Hygienemaßnahmen im neuen Schuljahr zu erhöhen. Dazu gehört: häufiges Händewaschen mit Seife, das Benutzen von Einmaltaschentüchern und deren anschließende Entsorgung sowie das "Vermeiden von Begrüßungsritualen". An Schweinegrippe erkrankte Schüler oder Lehrer sollen sofort heimgeschickt werden und ihre engste Familienangehörige verständigt werden. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

Deutsche ändern wegen Schweinegrippe ihr Verhalten

02.08.2009 - Die Zeitschrift Focus hat eine Umfrage beim Meinungsforschungs-instituts polis/USUMA durchführen lassen. Demnach ändern die Deutschen leicht ihr Verhalten wegen der Schweinegrippe: 37 % waschen sich öfter die Hände, um eine Ansteckung zu vermeiden. 20 % meiden Menschenansammlungen. 16 % Küssen und Umarmen weniger bei der Begrüßung. 15 % verzichten aufs Händeschütteln. Alle diese Maßnahmen sind richtig und sinnvoll - siehe Schutz. Allerdings läßt die Hälfte der 1011 befragten Bürger die Schweinegrippe bisher kalt. Sie haben nichts an ihrem Verhalten geändert. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

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