NEWS vom 03.07.2009
Hände waschen ist der beste Schutz
03.07.2009 - Wie kann es nur zu so vielen Infektionen jeden Tag kommen? Der nachfolgende Film macht ihnen deutlich, wie einfach Viren übertragen werden können. Ein wirksames Mittel dagegen ist Hände waschen. Wie sie sich außerdem noch schützen können, erfahren Sie in unserer Liste.
Erste Panne in einer Klinik
03.07.2009 - In Hannover meldete sich eine Frau bei ihrem Hausarzt mit einem Grippalen Infekt. Sie erwähnte eine vorangegangene Rückkehr aus den USA. Der Hausarzt hatte jedoch weder Abstrichstäbchen noch Transportröhrchen in der Praxis. Deswegen schickte er die Frau mit einem Vermerk "Verdacht auf Schweinegrippe" ins Agnes-Karl-Krankenhaus. Dort nahm man ihr in der Ambulanz Blut ab und schickte sie ohne Befund einfach nach Hause. Der Kollege in der Ambulanz hat die Lage einfach anders eingeschätzt", so Klinikum-Sprecher Bernhard Koch. Ein fataler Fehler. Der Hausarzt Martin Biskowitz lehnte einen Test in seiner Praxis als nächstes ab, mit dem Statement: "Wenn eine Patientin mit Verdacht auf H1N1 morgens mit 40 anderen vor der Tür steht, ist die Infektionsgefahr zu groß. Patienten mit Verdacht auf H1N1 schicke ich in die Klinik zur Untersuchung." Am Montag wurde der Frau dann endlich im Landesgesundheitsamt geholfen. Hier testete man sie (Befund tatsächlich positiv) und half ihr weiter. Das Krankenhaus sicherte inzwischen zu, alle Angestellten bis hin zu den Putzfrauen bei Informationsveranstaltungen zu schulen. Welche Lösung der Hausarzt trotz berechtigter Bedenken einer Ansteckung der weiteren Patienten finden will, ist nicht bekannt. Das Bundesgesundheitsministerium hat für Arztpraxen einen Pandemie Leitfaden herausgegeben. Wenn Sie befürchten, das ihre Grippe-Symptome die einer Schweinegrippe sind, dann melden Sie sich bitte telefonisch bei ihrem Hausarzt und weisen Sie auf H1N1 hin. So machen Sie alles richtig! (Text: © Kiwi Vision, Daten: cben)
Großbritannien: Vierter Todesfall
03.07.2009 - Wie englische Behörden heute mitteilten, ist ein 19-jähriger Mann in London an Schweinegrippe verstorben. Der Mann litt an gesundheitlichen Problemen. Das war auch der Fall bei den drei zuvor gestorbenen Britten. Großbritannien ist bisher das europäische Land mit den meisten Todesfällen. Einen weiteren meldete bisher nur Spanien. Für August erwartet der britische Gesundheitsminister täglich 100.000 Neuinfektionen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Tamiflu-Resistenz nun auch in Hongkong
03.07.2009 - Nach 2 gemeldeten Resistenzen des H1N1-Viruses gegen Tamiflu in Japan und Dänemark wurde nun ein dritter Fall einer 16-jährigen in Hongkong bekann. Die junge Frau war infiziert aus San Francisco eingereist, als das Grippemittel versagte. Sie konnte jedoch erfolgreich mit dem zweiten Mittel Relenza behandelt werden. Die Situation bereitet Experten natürlich Sorgen. Scheinbar mutiert der Schweinegrippe-Virus bereits, so das nun das erste Medikament versagt. Versagen beide bekannten Medikamente und gibt es bis dahin noch keine vorbeugenden Impfstoff, hilft nichts mehr gegen die Schweinegrippe ausrichten. Ein Ausfall eines Wirkstoffes bei einem bestimmten Prozentsatz der Bevölkerung sei laut Hersteller aber normal. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Argentinien mittlerweile im Ausnahmezustand
03.07.2009 - Das die argentinischen Schulen 14 Tage eher wie geplant ihre Winterferien (auf der Südhalbkugel ist grad Winter) starten, hatten wir bereits berichtet. Nun wurden auch die Studenten des Landes nach Hause geschickt und Universitäten geschlossen. Viele Städte und Gemeinden haben von sich aus Cafés, Bars, Restaurants, Tanzlokale und Sportstätten geschlossen. Das gesamte Justiz-System von Argentinien stellte ebenfalls die Arbeit ein. In der Millionenmetropole Buenos Aires, die ansonsten hecktisch und laut ist, herrschte heute eher Feiertags-Atmosphäre. Nur wenige Menschen waren auf den Straßen. Diese allerdings ohne Mundschutz. Gesundheitsminister Juan Luis Manzur schätzt, das Landesweit bereits 100.000 Menschen mit Schweinegrippe infiziert sind. Offiziell bestätigt sind bisher nur 1.587 und 26 Todesfälle. Er machte weiterhin klar, das dies noch nicht der Gipfel der Erkranung sei: "Die Kurve zeigt noch nach oben", sagte er. Im Moment wird alles getan, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, so lange noch keine Impfstoffe verfügbar sind. Anderenfalls würde das Gesundheitssystem von Argentinien unter dem Ansturm der Erkrankten zusammenbrechen. Hoffen wir, das uns ähnliches in Deutschland erspart bleibt. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Tamiflu versagte nun auch in Japan
03.07.2009 - Wie jetzt erst bekannt wurde, hat das Grippemittel Tamiflu Mitte Juni in Japan bei einer Patientin versagt. Gleiches war Ende Juni in Dänemark passiert. Der Tamiflu®-Hersteller Roche sagte dazu, das vereinzelte Resistenzen gegen ein Medikament völlig normal seien. Beide Patienten wurden alternativ mit dem Mittel Relenza behandelt und sind wieder wohl auf. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Breite Zustimmung für globale Strategie
03.07.2009 - Bei der Gesundheitsminister Konferenz anläßlich der Schweine Grippe in Mexiko hat das deutsche Bundesgesundheitsministerium sich stark gemacht für eine international koordinierte Impfstrategie der Staatengemeinschaft. „Angesichts weltweit begrenzter Produktionskapazitäten müssen wir erreichen, dass pandemische Impfstoffe im Rahmen einer koordinierten globalen Strategie dort in ausreichender Menge eingesetzt werden können, wo sie benötigt werden“, so das Gesundheitsministerium. Diese Idee fand breite Zustimmung unter den 43 Teilnehmern. Hintergrund ist, das nie für alle Impfstoffe vorliegen werden. Dennoch hat jedes Land ein Recht auf eine bestmögliche Versorgung mit Impfstoffen. Wenn reiche Länder eine kluge Impfstrategie finden, bei der nicht alle Einwohner geimpft werden müssen, auch wenn es sich das Land finanziell leisten könnte - dann gibt es auch genug Impfstoffe für Länder, die sowieso nie die nötigen Millionenbeträge aufbringen könnten. An dieser Stelle will man International beispielhaft zusammen arbeiten, um die Pandemie abzuwenden. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
150 Millionen Impfdosen für arme Länder dank WHO
03.07.2009 - Die Schweinegrippe kann tötlich sein. Selbst in ihrer aktuell milden Form hat sie bereits 382 Todesopfer gefordert. Meist waren es chronisch Kranke oder Schwangere. Was passiert also, wenn die Schweinegrippe die ärmsten Länder der Erde heimsucht, in denen die Menschen einen schlechten Gesundheitszustand haben? Sie könnte dort Millionen Opfer fordern. Um genau das zu verhindern, hat die WHO beschlossen, 150 Millionen Impfdosen für genau diese Länder zu besorgen und zu verteilen. "Sobald wir diesen Impfstoff bekommen, werden wir ihn in die Entwicklungsländer schicken" sagte Margret Chan am Rande der internationalen Grippekonferenz, die heute zu Ende geht. Mit 2 Pharmafirmen werde bereits verhandelt. Schon im August ist es denkbar, das Impfstoffe vorliegen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Deutschland: 505 Infizierte, 35 Neu-Infektionen
03.07.2009 - Wer hat denn da nicht aufgepasst und sich mit Schweinegrippe infiziert? In den letzten 24 Stunden kam es abermals zu 35 Neuinfektionen. Das ist nun schon der 3 Tag in Folge mit so vielen Neuinfektionen. Länder wie Spanien, über die vor wenigen Wochen noch gesprochen wurde, weil sie täglich mit vielen Neuinfektionen für Schlagzeilen sorgten, bekommen die Ansteckungen bereits besser in Griff. Deutschland aufgepasst: Schweinegrippe kann tödlich verlaufen und 40 Grad Fieber mitten im Juli sind kein Spaziergang. Wo es doch so einfach ist, sich zu schützen... Bitte gebt alle besser acht! Beim aktuellen Trend sind wir sonst Mitte Juli bei 1.000 Infizierten. Erste Todesfälle sind dann wohl nicht mehr zu vermeiden. So verteilen sich die aktuellen Zahlen auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (240)*
Baden-Württemberg (72)*
Bayern (68)*
Hessen (29)*
Niedersachsen (26)*
Sachsen (14)*
Thüringen (13)
Schleswig-Holstein (9)*
Sachsen-Anhalt (8)
Rheinland-Pfalz (8)*
Hamburg (6)*
Berlin (5)
Mecklenburg-Vorpommern (3)
Brandenburg (3)
Bremen (1)
* = neue Fälle hinzugekommen seit gestern.
(Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)
aktuelle Zahlen: 87.877 Infizierte in 119 Ländern, 382 Tote
03.07.2009 - Mit großen Schritten bewegt sich die Weltgemeinschaft auf 100.000 Infizierte zu. Dieses Ereignis scheint mittlerweile sogar früher, wie erwartet statt zu finden. Wir hatten Anfang August dafür vorher gesagt. Ende Juli scheint aber mittlerweile wahrscheinlicher. Ausschlag gebend dabei ist der Beginn des Winters auf der Südhalbkugel der Erde. Hier bekommt der Virus einen großen Schub durch das kühlere Wetter. Gleichzeitig breitet er sich auf bisher nicht nachvollziehbare Weise auf der warmen Nordhalbkugel weiter aus. Jeder, der in diesen Tagen nicht die einfachen Schutzmaßnahmen beachtet, trägt dazu bei. Dank des wöchentlichen Updates der US-amerikanischen Zahlen ist für die letzten 24 Stunden ein Anstieg um 9.810 Infektionen zu verzeichnen. 50 Menschen verloren binnen 24 Stunden ihr Leben wegen der Schweinegrippe. Aus Malta/Mittelmeer werden die ersten beiden Fälle gemeldet. (Text: © Kiwi Vision, Daten: WHO)
RKI zieht bisher positive Bilanz
03.07.2009 - Das Robert-Koch-Institut ist mit den bisher ergriffenen Maßnahmen in Deutschland sehr zufrieden. Am Beispiel der japanischen Schule in Düsseldorf hatte sich gezeigt, wie gut der Plan aufging. Experten hatten in Schnelltest unverzüglich die Erkrankung identifiziert. Die Schule wurde sofort geschlossen und alle Infizierten sowie ihre Angehörigen in Isolation (meist häuslich) behandelt. Nur so konnte sich eine Ausbreitung in der japanischen Gemeinde und in Düsseldorf schnell eindämmen lassen. Immhin kam es bis dahin trotzdem zur Ansteckung von knapp 70 Personen. Das Robert-Koch-Institut wird auch weiter ein schnelles und konsequentes Vorgehen befürworten. (Text: © Kiwi Vision, Daten: hub)
USA: 33.902 Fälle und 170 Tote
03.07.2009 - Die USA haben ihr wöchentliches Update veröffentlicht. Demnach haben sich in den vergangenen 7 Tagen 6.177 Menschen erneut schwer infiziert und die Zahl der Toten stieg um 43 auf insgesamt 170. Die meisten Toten, nämlich 44, starben im Bundesstaat New York. Da die USA nur noch schwere Fälle registriert, liegt die Dunkelziffer nach Angaben der US-Behörden bereits bei geschätzen 1 Millionen. Beliebte Urlaubsregionen wie Californien (1.985 Fälle) im Westen oder Florida (1.302) im Süd-Osten melden auffallend viele Fallzahlen. Wer diesen Sommer die USA besuchen möchte, kann sich hier über die aktuelle Lage vor Ort ein Bild machen. Auch für die Urlaubszeit gelten die einfachen Schutzmaßnahmen. Es wäre schließlich zu schade, wenn Sie ihren Urlaub krank in einem Hotel verbringen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: CDC)
H1N1 Virus verhält sich rätselhaft
03.07.2009 - Am Rande der Weltgesundheitsorganisation der WHO sagte Margaret Chan, das die Schweinegrippe noch Rätsel aufgibt. "Aus Gründen, die wir noch nicht verstehen, sind junge Menschen gestorben, die vollkommen gesund waren." Ein paar Mal war auch eine drastische Verschlechterung des Gesundheitszustands zu beobachten, der nicht aufzuhalten war. Chan warnte jedoch vor Panik. Ebenso dürfe die Schweine Grippe jedoch nicht bagalelisiert werden. "Wichtig bleibt die Wachsamkeit", sagte sie. Die Weltgemeinschaft habe die Grippe noch nicht im Griff. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
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