NEWS vom 06.08.2009

Deutschland: 8.619 Infizierte, 656 Neu-Infektionen

Schweinegrippe Deutschland

06.08.2009 - Das RKI bekam von den Gesundheitsbehörden der Bundesländer für Mittwoch, 5.8. bis 15 Uhr, 656 neue Fälle von Schweinegrippe übermittelt. Abermals machen die Reiserückkehrer den größten Teil aus (501). Unbemerkt dessen steigen jedoch auch die Inlands-Infektionen an (155). Zu Beginn der Urlaubszeit gab es am Tag maximal 50 Neuinfektionen. Die Pandemie kommt also auch langsam auf deutschem Boden, unabhängig von Reiserückkehrern, in Schwung. Daher nochmals unser dringender Rat:

  • Gehen Sie mit Grippesymptomen zum Arzt.
  • Kehren Sie nicht an ihren Arbeitsplatz zurück.
  • Meiden Sie generell Menschenkontakte, wenn Sie sich krank fühlen.

Nur so kann eine massenhafte Ausbreitung möglichst lange verhindert bleiben. Erfreulich ist, das es noch keine Todesfälle in Deutschland gab, trotz so hohem Krankenstand. Hoffen wir, das es auch noch maximal lang so bleibt. So verteilen sich die offiziell bestätigten Fälle auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (3.266)*
Niedersachsen (1.601)*
Baden-Württemberg (858)*
Bayern (730)*
Hessen (444)*
Rheinland-Pfalz (371)*
Berlin (217)
Schleswig-Holstein (191)*
Sachsen-Anhalt (150)*
Sachsen (147)*
Saarland (140)*
Hamburg (130)*
Thüringen (122)*
Brandenburg (97)*
Mecklenburg-Vorpommern (80)*
Bremen (75)*
* = neue Fälle hinzugekommen zwischen 04. und 05. August
(Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)



Deutscher Bauernverband: Kein Schwein hat Grippe

06.08.2009 - Der Deutsche Bauernverband fordert, das die Schweinegrippe konsequent in "Neue Grippe" umbenannt wird. Hintergrund. "Alle Welt redet von Schweinegrippe. Aber in Deutschland hat bisher Gott sei Dank kein Schwein Grippe. Daher sollte man konsequenter Weise von Neuer Grippe sprechen" - so Generalsekretär Helmut Born. Weiter rief er landwirtschaftliche Betriebe dazu auf, besonders acht zu geben, ob Arbeitnehmer infiziert zurück in die Ställe kämen. Diesen müsste der Zutritt verweigert werden, um den Viehbestand zu schützen. Um den Namen der aktuellen Grippe hatte es bereits viel Diskussion gegeben. Bei Mexiko-Grippe liefen Bürgerrechtler sturm. Dabei hießen Grippewellen in der Vergangenheit immer nach dem Ursprungsland, in dem sie erstmals aufgetaucht waren. Der letzte Versuch einer Umbenennung war "H1N1/2009", doch auch dieser Name ist nicht praktikabel, weil uns die Schweinegrippe auch 2010 noch begleiten wird. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)



Niederlande: Schweinegrippe ist Chance für ältere Arbeitnehmer

06.08.2009 - In den Niederlanden wurde jetzt Arbeitslosen über 52 Jahren vorgeschlagen, sich bei Firmen als Ersatzkräfte für den Herbst zu bewerben. Dann wird in unserem Nachbarland die große Schweinegrippe-Epidemie erwartet. Hintergrund: 1957 wütete in den Niederlanden eine Form der asiatischen Grippe, deren Erreger dem jetzigen H1N1 sehr ähnlich war. Ob ältere Menschen deswegen tatsächlich resistent gegen den Schweinegrippe Virus sind, ist allerdings noch gar nicht wissenschaftlich erwiesen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)



Großbritannien: Internet Kampagne ging nach hinten los

06.08.2009 - In Großbritannien droht die Wirtschaft einzubrechen. Aber nicht wegen der Schweinegrippe direkt, sondern wegen einer Internet-Kampagne der Regierung, die leider nach hinten los ging. Um die Pandemie in den Betrieben zu verhindern und Ärzte zu entlasten, wurde eine Internetseite mit einen Schweinegrippe Selbsttest aufgesetzt und die Bevölkerung aufgerufen, diesen Test zu nutzen, wenn ein Verdacht auf Schweinegrippe vorliegt. Wer den Test "positiv" abschließt, kann 7 Tage ohne Krankenschein zu Hause bleiben. Das nutzen nun viele Arbeitnehmer aus, um ihren Sommerurlaub kurzerhand zu verlängern. Bereits mehr als 1.000 Firmenanfragen liegen der Arbeitsrechtargentur ELAS vor. "Die Arbeitgeber wollen entschieden dagegen ankämpfen" sagte ELAS-Sprecher Peter Mooney. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)

Mexiko: Schweinegrippe Finanzloch mit Heiratswilligen stopfen

06.08.2009 - Der Ausbruch der Schweinegrippe hat tiefe Löcher in Mexikos Tourismusbranche gerissen. Seit bekannt werden der Schweinegrippe Ende April stehen Hotelkomplexe leer, viele Urlauber sind abgesprungen. Mexikos Tourismusbehörde reagierte und bot infizierten Urlaubern Gratis-Urlaube an zur Image Wiederherstellung. Damit war jedoch das Desaster nicht aufzuhalten. Nun hat man eine neue Idee: Umfragen ergaben, das heiratswillige US-Amerikaner gern im Ausland den Bund der Ehe besiegeln. Um ca. 350.000 Paare soll es sich drehen, die im Schnitt ca. 63 Gäste zur Feier mitbringen. Das könnten Mehreinnahmen von 105 Millionen Euro bedeuten. Auch die Flitterwochen verbringen 800.000 jungvermählte US-Bürger gern im Ausland. Mexiko liegt dabei als Reiseziel nur bei 15 %. Das soll nun durch stärkere Werbung und Sonderangebote gesteigert werden. Mexiko liegt inzwischen nur noch auf Platz 3 der Weltrangliste mit seinen Infektionszahlen. Davor rangieren die USA (über 44.000) und Austalien (24.114). Im Anschluß folgen Großbritannien (11.912), Chile (11.860) und Kanada (10.449). Die Welt hat eben Schweinegrippe und der Tourismus leidet. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)

Iran verbietet Pilgerreisen nach Mekka während Ramadan

06.08.2009 - Die iranische Regierung verbietet nun aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Schweinegrippe ihren Landsleuten die Pilgerreise nach Mekka im bevorstehenden Fastenmonat Ramadan. Dieser beginnt in diesem Jahr Ende August. Gesundheitsminister Kamaran Baghri Lankarani erklärte heute morgen, die hohe Zahl der Pilger erhöhe das Risiko einer Infektion. Der Iran hat bereits 145 Infizierte, wobei die meisten Ansteckungen aus Saudi-Arabien mitgebracht wurden. Hier liegt Mekka. Die eigentliche jährliche Pilgerfahrt ist im November. Dann werden über 2 Millionen gleichzeitig Mekka besuchen. Während des Ramadan nutzen jedoch ebenfalls viele Muslime die Möglichkeit, die heilige Stätte zu besuchen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)

Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen äußert Kritik

06.08.2009 - Der GKV (zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Krankenkassen) äußert massive Kritik an der geplanten Schweinegrippe Impfung, die im Herbst in Deutschland stattfinden soll. Dr. Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Vorstands des GKV-Spitzenverbandes, sagte: "Die Krankenkassen werden ihren Teil im Kampf gegen die Schweinegrippe übernehmen und sich an den Kosten für eine Impfung beteiligen. Wir erwarten aber auch, dass sich die Länder ihrer Verantwortung für die Gesundheit der Bevölkerung stellen, die auf Basis der Pandemiepläne eindeutig zuzuordnen ist. Kosten, die durch die Schweinegrippe ausgelöst werden, sind derzeit nicht im Fonds eingepreist. Entziehen sich die Länder, die private Krankenversicherung und Beihilfeträger ihrer Verpflichtung, würde der Fonds entsprechend höher belastet und damit auch die Beitragszahler". Eine Beitragserhöhung sei bereits zum 1. Oktober 2009 denkbar. Der Verband hat errechnet, das allein durch die Benachrichtigung aller chronisch Kranken die Kassen mit Verwaltungskosten in Höhe von 125 Milliarden Euro rechnen müssten. Und das, wo über viele chronische Erkrankungen nicht einmal Daten vorliegen würden. Ebenfalls sieht der Verband eine Schwierigkeit in der Impfmüdigkeit der Bürger. Die Impfdosen werden nur in 10er-Packungen ausgeliefert. Holen sich nun bei einem Hausarzt nur wenige Menschen eine Impfung, müsste der Rest einer angebrochenen Packung weggeworfen werden, da der Impfstoff leicht verderblich sei. Der Verband kommentiert dieses Problem als ein "nicht hinnehmbaren Verlust angesichts der Knappheit des Impfstoffs". Mitte nächster Woche soll die Rechtsgrundlage zur Schweinegrippe Impfung in Berlin verabschiedet werden. Sie regelt dann Zuständigkeiten, Durchführung und Bezahlung der Impfkampagne. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)

Argentinien: 337 Todesfälle, weitere 400 werden untersucht

06.08.2009 - Argentinien ist neben Chile das südamerikanische Land mit den meisten Schweinegrippe-Infizierten - (siehe Infizierte). Der dortige Winter hatte die Schweinegrippe explosionsartig ausbrechen lassen. Schulen wurden geschlossen, Fußballspiele finden nur noch vor leeren Rängen statt. Die gestern von argentinischen Gesundheitsbehörden offiziell bestätigten 4.895 Fälle scheinen nur die Spitze eines Eisberges. Inzwischen gibt es 337 Tote zu beklagen. Bei weiteren 400 Verstorbenen dauern die Untersuchungen noch an, ob der H1N1-Erreger Todesursache war. Ähnlich viele Tote gibt es sonst nur noch in den USA (353 bei jedoch über 44.000 Infizierten). Zum Vergleich: Deutschland hat trotz knapp 8.000 Infizierten noch keinen Todesfall registriert. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)

Schulanfang mit Schweinegrippe?

06.08.2009 - In Bremen, Niedersachen, Sachsen-Anhalt und Thürigen beginnt heute wieder die Schule nach den Sommerferien. Die Schulen wurden von den Bildungsministerien mit Informationen zur Pandemie versorgt. Darauf steht, das das Geschehen zu beobachten sei, viel die Hände zu waschen sind und auf Händeschütteln verzichtet werden soll. In Hessen, wo am 24. August die Schule wieder startet, überlegt man noch, ob eine Ferienverlängerung wegen der Schweinegrippe in Frage kommen könnte. Auch Baden-Württemberg (Ferienende Mitte September) läßt sich diese Option offen. NRW hatte die Diskussion angeschoben. Hier soll Mitte nächster Woche eine Entscheidung über den Start der Schulzeit gefallen werden. Rückenwind für die Ferienverlängerung gab es vom Virologen Alexander Kekulé, der die Maßnahme für gerechtfertigt hält. Hintergrund: Vor allem die Reiserückkehrer hatten in den letzten zwei Wochen massiv die Infektionszahlen in Deutschland nach oben getrieben. Gut also, wenn zwischen Reise-Ende und Schulbeginn genügend Zeit liegt, um Infektionen mit H1N1 auszuschließen. Allen Schulkindern, die heut bereits ins neue Schuljahr starten mussten ein erfolgreiches Jahr, möglichst ohne Schweinegrippe Zwischenfälle. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

Novartis hat Test für Impfstoff begonnen

06.08.2009 - Der Schweizer Pharmakonzern Novatis hat mit Tests für seinen Schweinegrippe Impfstoff begonnen. Einer Person in Großbritannien wurde als erstes der Impfstoff injiziert. Test sollen an 6.000 Personen in Großbritannien, Deutschland und den USA stattfinden. Das Prikäre: Die Tests laufen ca. 1 Jahr lang. Jedoch gelangt der Impfstoff weit vor Abschluß der Tests in den Umlauf. Optimisten rechnen mit einer Auslieferung ab Ende September/Oktober. Faktisch sind dann also alle Menschen am "Test" beteiligt. Gleiches gilt für die anderen Arzneimittelhersteller. Kritiker laufen dagegen Sturm. Sprecher der Pharmakonzerne beruhigen, das Grippemittel viel getestet sind und sich nur ein Wirkstoff ändert, sonst jedoch auf Daten anderer Impfungen zurückgegriffen werden kann. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)

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