NEWS vom 09.07.2009
Frankreich: Jeder wird geimpft - Kosten 700 Millionen Euro
09.07.2009 - Es ist ein Strategie Spiel, wie die Bevölkerung geimpft wird. Nimmt man nur das Medizinische Personal und die Sicherheitsleute des Landes, um das Öffentliche Leben aufrecht zu erhalten? Nimmt man dazu chronisch Kranke und Alte, wie sonst bei Grippewellen, da diese besonders gefährdet sind? Nimmt man vor allem Kinder und Jugendliche, weil diese die Schweinegrippe besonders sie schwer trifft und sie bekanntlich am meisten zur Verbreitung beitragen? Oder nimmt man alle Einwohner? Frankreich hat sich für die letzte Variante entschieden, gleichsam die teuerste Entscheidung. Sie kostet unser Nachbarland 700 Millionen. Dafür können 100 Millionen Impfdosen gekauft werden. Das reicht für alle 62,5 Millionen Einwohner des Festlandes, sowie alle zugehörigen Inseln im Ärmelkanal, dem Atlantik und im Mittelmeer (Bsp Korsika). Um einen optimalen Schutz gegen die Grippe sicher zu stellen, soll jeder Franzosen zwei Impfdosen erhalten. Bezahlt wird die Impfkampagne aus der Staatskasse sowie aus den Sozialversicherungen. Die Übersee-Regionen Frankreichs (Guadeloupe, Martinique, Réunion und Französisch-Guyana) und Übersee-Gebiete (Französisch Polynesien, Neukaledonien, Wllis und Futuna, Mayotte, Saint-Pierre sowie Süd und Antarktisgebiete) sind scheinbar nicht bedacht. Für Deutschland gibt es noch keinen Impfplan. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Bayern: Schulen dicht, 1.300 Schüler zu Hause
09.07.2009 - In Markt Schwaben/Bayern hat die Schweinegrippe für Schulfrei gesorgt. Nachdem am Franz-Marc-Gymnasium zwei Schüler erkrankten, wurde die Schule für Donnerstag und Freitag geschlossen. Den beiden 15-jährigen geht es soweit gut. Die Grippe hat einen milden Verlauf, so eine Sprecherin des Landratsamtes in Ebersberg. In Neufarn/Bayern wurde am Mittwoch eine 7. Klasse des Oskar-Maria-Graf-Gymnasiums heim geschickt. Hier hatte sich ein 13-jähriger bei seinem Vater angesteckt, der zuvor durch Chile gereist war. Es kann nicht ausgeschlossen werden, ob weitere Kinder infiziert sind. Die Jugendlichen dürfen bis einschließlich Montag zu Hause bleiben. Seit Montag schon ist das Bayreuther Richard-Wagner-Gymnasium geschlossen. Am 3. August beginnen in Bayern die Sommerferien. Bis dahin erhalten wir vermutlich weitere Meldungen über Schulschließungen aus diesem Bundesland. Es ist bekannt, das sich Viren besonders leicht unter Kindern und Jugendlichen verbreiten. 6 Bundesländer haben bereits Sommerferien: Bremen, Niedersachsen, NRW, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Ein glücklicher Umstand. Hier kann sich der Virus nicht mehr so einfach verbreiten. In weiteren 8 Bundesländer starten die Sommerferien in der kommenden Woche. In Bayern und Baden-Württemberg heißt es am längsten durchhalten - möglichst ohne Schweinegrippe! (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)
Infiziert und nun? Online Spiele zur Schweinegrippe
09.07.2009 - Wenn Sie eines der bekannten Symptome der Schweinegrippe (siehe Symptome) bei sich feststellen, rufen Sie ihren Hausarzt an und schildern Sie ihre Grippe Anzeichen. Da Sie infektiös sind, ist ein Anruf besser, wie ein direkter Praxisbesuch. Ihr Arzt wird ihnen sagen, wann Sie in die Praxis kommen können, ohne das für andere Patienten eine Gefahr besteht. Beim Arzt wird ein Rachenabstrich gemacht. Ein erster Schnelltest gibt recht zügig Aufschluss, ob eine Infektion mit H1N1 vorliegt oder nicht. Ein zweiter Labortest muss aber abgewartet werden, bevor Klarheit besteht. Sie werden mit Grippemitteln (Tamiflu oder Relenza) bei leichten Symptomen nach Hause in Quarantäne geschickt. Bei schweren Symptomen kommen sie ins Krankenhaus. Parallel wird ihr näheres Umfeld informiert und bei begründeten Verdacht ebenfalls untersucht. In der Quarantäne müssen Sie 5-7 Tagen isoliert bleiben. Ihre Kontaktpersonen sollten Handschuh und Mundschutz tragen, sowie sich häufig am Tag gründlich die Hände waschen. Küssen und Kuscheln muss leider ausfallen. Nach den 7 Tagen sind ihre Beschwerden abgeklungen und der Virus nicht mehr ansteckend. Die Langeweile in der Quarantäne können Sie mit 2 Online Spielen zur Schweinegrippe überbrücken. Unter The Great Flu und unter Swine Fighter können sie einen gefährlichen Virenstamm versuchen durch geschickte Strategien einzudämmen oder einfach lustige Schweinegrippe-Viren bekämpfen. Viel Spaß. (Text: © Kiwi Vision)
Deutschland: 641 Infizierte, 50 Neu-Infektionen
09.07.2009 - Nie zuvor hat das RKI 50 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Gestern jedoch, am 8. Juli, wurde dieser traurige Rekord aufgestellt. Inzwischen wurde der Schweine Grippe Virus bei insgesamt 641 Menschen in Deutschland nachgewiesen. So verteilen sich aktuell die Zahlen auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (307)*
Baden-Württemberg (86)*
Bayern (67)*
Niedersachsen (45)*
Hessen (34)*
Sachsen (21)*
Berlin (16)*
Thüringen (14)
Rheinland-Pfalz (14)*
Schleswig-Holstein (11)
Sachsen-Anhalt (10)
Hamburg (7)*
Brandenburg (5)
Mecklenburg-Vorpommern (3)
Bremen (1)
* = neue Fälle hinzugekommen seit gestern.
Das Saarland hält tapfer durch ohne Schweinegrippe. Vermutlich halten sich dort die Menschen am besten an die einfachen Hygieneregeln, die vor Schweinegrippe schützen. Größter Wehmutstropfen bei dieser hohen Fallzahl ist, das es sich bisher vor allem um milde Krankheitsverläufe handelte. Dennoch steigt die Wahrscheinlichkeit bei stetiger Ausbreitung, das auch irgendwann ein erster Todesfall in Deutschland zu beklagen sein wird. Hier Europäische Zahlen zum Vergleich: In Spanien starb die erste H1N1 Patienten, als dort 541 Infizierte registriert waren. In Großbritanien gab es 2.244 Infizierte, als der erste Todesfall bekannt wurde. Besonders junge Menschen unter 20 Jahren, chronisch Kranke und Schwangere sind gefährdet, an H1N1 zu sterben. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)
aktuelle Zahlen: 100.714 Infizierte in 131 Ländern, 441 Tote
09.07.2009 - Die Behörden der Welt haben offiziell über 100.000 Fälle bekannt gegeben. Erneut starben 5 Menschen. Ob weitere 4 in Großbritannien an Schweinegrippe gestorben sind, ist derzeit noch unklar. Zeitungen berichten davon, das ECDC hat aber noch nichts bestätigt. Europa zählt aktuell 10.820 Infizierte. Diese Zahl treiben vor allem Großbritannien (7.447 Infizierte), Spanien (870), Deutschland (591), Frankreich (403) und Griechenland (187) voran. Ebenfalls über 100 Infizierte zählen in Europa die Länder: Italien (178), die Niederlande (148), Zypern (135), Schweden (109) und die Schweiz (104). Statistiken sind dabei immer nur ein Richtwert. Abweichungen kommen durch 4 Faktoren zustande:
- Einige Länder lassen nur noch schwere Fälle im Labor überprüfen. Leichte Fälle von Schweinegrippe erreichen die Statistik so gar nicht mehr.
- Vielfach verläuft H1N1 symptomfrei. So wurde schon häufig eine Infektion im Umfeld einer schwer erkrankten Person festgestellt, die sich jedoch völlig gesund fühlte. Wie viele symptomfrei den Virus in sich tragen ist absolut unklar.
- Manche Behörden sammeln Daten und melden sie nur aller 2-3 Tage. Deswegen steigen die Zahlen auch in Sprüngen - siehe Grafik
- Schweinegrippe hin oder her - am Freitag ist in vielen Behörden schlichtweg Wochenende und es werden keinen neuen Zahlen mehr veröffentlicht.
Alles in allem ist davon auszugehen, das die tatsächliche Zahl der Infizierten um ein Vielfaches höher liegt und die gemeldeten Zahlen immer nur ein kleiner Ausschnitt des gesamten Ausmaßes darstellen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: WHO)
WHO-Stellungnahme zu Tamiflu Resistenzen
09.07.2009 - Die WHO hat sich zu den ersten drei Resistenzen gegen das Grippemittel Tamiflu geäußert. Ein Mensch in Dänemark, einer in Japan und einer in Hongkong konnten nicht mit dem Mittel behandelt werden. Erst das alternative Mittel Relenza schlug an und konnte Linderung bei der Schweinegrippe verschaffen. Die WHO sagte in einem News Brief dazu: Bei knapp 1.000 Laborproben von H1N1 schlug Tamiflu jedesmal an. Wir deuten aus den 3 Fällen keine Veränderung des Virus, sondern sporadisch auftretende Resistenzen. Die Produktion von Grippemitteln muss deswegen nicht geprüft oder verändert werden. (Text: © Kiwi Vision, Daten: WHO)
Noch keine Entscheidung über Impfstoff Herstellung
09.07.2009 - Für den 7. Juli war die Entscheidung erwartet worden, ob die Pharmafirmen der Erde mit der Herstellung eines Pandemie-Impfstoffes gegen den A/H1N1 Virus beginnen können. Aktuell wird auf 4 Kontinenten alles dafür vorbereitet. Die gigantische Menge von 4,9 Milliarden Impfdosen wird nach WHO Schätzungen pro Jahr benötigt - eine Masse, die nur in Gemeinschaft gestemmt werden kann. Die WHO-Tagung, bei der die Entscheidung über den Produktionsstart getroffen werden sollte, dauert noch an. Eine Stellungnahme der Generaldirektorin Marget Chan wird deswegen nun für die kommenden Tage erwartet. Wir blicken gespannt nach Genf. (Text: © Kiwi Vision, Daten: hub)
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