NEWS vom 13.10.2009
RKI bestätigt: unter 25 jährige am meisten durch H1N1 gefährdet
13.10.2009 - Erstmals liegen nun Zahlen vor, welche Altersgruppe bisher am schlimmsten von der Schweinegrippe betroffen war. Im Durchschnitt ist der H1N1-Erkrankte 19 Jahre alt. Die Altersgruppe der 15-19 jährigen verzeichnete bisher die meisten Infizierten (29,2 %). Ihnen folgen die 10-14 jährigen (20 %) sowie die 20-24 jährigen (17 %). An dritter Stelle rangieren die 25-29 jährigen (8,9 %) und die 5-9 jährigen (8,2 %). Kaum Fälle gibt es in der Altergruppe der 0-4 jährigen (6,7 %). Wer über 30 ist, hatte bisher gute Chancen, der Schweinegrippe zu entkommen. Und Menschen über 60 spielten bisher fast gar keine Rolle bei den Schwienegrippe Infizierten (0,4 %). Ebenfalls interessant: 7 % alle H1N1 Fälle mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. In anderen Ländern liegt diese Zahl deutlich höher: USA 12 %, Kanada 20 % und Australien 12 %. Das beunruhigende: Weltweit sind es die Kinder bis zum 4. Lebensjahr, die vor allem in Krankenhäuser gebracht werden mussten. Eine weitere Zahl, die weltweit gleich ist: Schwangere sind die gefährdetste Personengruppe. Hier gab es auffällig viele Todesfälle und eine Impfung wird nur nach gründlicher Risiko-Nutzen-Abwägung durch den Hausarzt empfohlen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)
aktuelle Zahlen: 378.223 Fälle von H1N1, 4.525 Tote
13.10.2009 - Weltweit ist die Schweinegrippe weiter auf dem Vormarsch. In Afrika stellte man erste Fälle in den Ländern Ruanda und Sao Tome fest. Auch im Vergleich zu anderen Grippeformen hat die Schweinegrippe die Nase vorn. So zählte die WHO bei allen Grippe-Erkrankungen zu 61 % H1N1 Fälle. In 5 % der Fälle wurden saisonale Grippe-Erreger gezählt. Zu 14 % fand man Viren des Subtyps A/H3N1. 16,7 % machten nicht näher differenzierte Viren des Typ A aus und zu 3,2 % waren es Viren des Typ B. Deutlich wird, das Experten bereits im Sommer recht hatten, als sie mutmaßten, das H1N1 (Schweinegrippe) saisonale und übliche Grippe-Erreger diesen Winter verdrängen wird. Eine Übersicht der Infektionszahlen weltweit finden Sie hier. Die EU hat inzwischen die Zählung Infizierter eingestellt. Andere Länder zählen nur noch Krankenhausfälle. Manche Länder lieferten seit Juli keine Zahlen mehr. Die Zahlen sind also differenziert zu betrachten und geben höchstens annähernd die weltweite Situation wieder. (Text: © Kiwi Vision, Daten: WHO, CDC, ECDC)
Thüringen: 5 Kinder in Mühlanger infiziert
13.10.2009 - 5 Kinder der Grundschule Mühlanger (bei Wittenberg) verbringen die Herbstferien im Bett. Am letzten Schultag war der H1N1-Virus bei einem Kind festgestelt worden. Als Schulleiterin Ellen Fietzner die Eltern aller Kinder per Post informierte, fanden sich noch 4 weitere Kinder mit Grippesymptomen. Das Labor bestätigte: "Schweinegrippe". Mühlangers Bürgermeister Thomas Jaskowiak sagte: "Es gingen auch Informationen an die Kita" - und zeigt sich wenig überrascht: "Dass so ein Fall einmal auftritt, war abzusehen, dass es in Mühlanger passiert ist, na gut." Die Eltern mussten unterschreiben, mit den Kindern große Menschenansammlungen zu vermeiden und 7 Tage lang den Kontakt zu anderen aufs nötigste zu beschränken. Na dann: Gute Besserung! (Text: © Kiwi Vision, Daten: Mitteldeutsche Zeitung)
Bayern: Realschule in Helmbrechts meldet H1N1 Fälle
13.10.2009 - An der Realschule Helmbrechts/bei Hof sind 3 Schüler unterschiedlicher Klassen von der Schweinegrippe betroffen. Der Konrektor Uwe Friedrich sagte dazu: "Kein Grund zur Panik". Alle Schüler hätten die Grippeerkrankung gut weggesteckt und befinden sich auf dem Weg der Besserung. Die Schule wird deswegen nicht geschlossen. Zu Schuljahresbeginn wurden Hygieneregeln mit den Kindern besprochen und den Eltern ans Herz gelegt, kränkelnde Kinder zum Arzt statt in die Schule zu schicken. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Frankenpost)
Solidarität binnen der EU beschlossen
13.10.2009 - Bei der gestern einberufenen Sondertagung der EU-Gesundheitsminister anläßlich der Schweinegrippe (wir berichteten) konnte man sich auf Solidarität innerhalb der EU einigen. Die Staatengemeinschaft sieht sich vor dem Problem, das nicht alle Länder genügend Impfstoffe bestellen konnten. Davon betroffen sind 10 EU-Länder. Derzeit sollen überschüssige Impfstoffe weiter verkauft werden oder an Entwicklungsländer gespendet werden. Weiterhin einigte man sich darauf, Informationen über den Verlauf der Pandemie gemeinsam zu koordinieren. Ebenfalls will man EU-weit strategisch wichtige Bereiche, wie Transport-, Energie- und Telekommunikation im Pandemiefall absichern. Nicht einigen konnte man sich darauf, wie Notfallpläne in Zukunft verbessert werden können. Hier erarbeitet die EU-Kommision nun Vorschläge, die in der Gesundheitspolitik der Mitgliedsstaaten respektiert werden sollen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärzte Zeitung)
Virologe bestätigt: Regierung hat falschen Impfstoff bestellt
13.10.2009 - Der Virologe Alexander Kekulé aus Halle bestätigte gegenüber dem Sender MDR Info, das die Bundesregierung den falschen Impfstoff gegen die Schweinegrippe bestellt habe. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt verteidigt die Bestellung weiter mit den Worten: "Die (Impfstoffe) sind alle drei sicher, alle drei getestet und alle drei können eingesetzt werden". Die EU hatte allen drei Impfstoffen die Zulassung erteilt. Auch die Sprecherin Susanne Stöcker des Paul-Ehrlich-Institut verteidigt zumindest den Impfstoff Pandemrix®: "Grundsätzlich ist die Verträglichkeit gleichwertig, und der Stoff erfüllt alle EU-Kriterien." Kekulé hingegen verweist auf die erheblichen Nebenwirkungen der Wirkungsverstärker (Adjuvansen). Die Impfe wird damit sinnbildlich zum Schuss mit Kanonen auf Spatzen. Ein Präparat, wie es die Bunderwehr verwendetund wie es auch Schwangeren empfohlen wird ohne Adjuvansen (gemeint ist Celvapan®) wäre völlig ausreichend - so Kekulé. Auch der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, fordert zumindest für Kinder von 6 Monaten bis 6 Jahren den Impfstoff ohne Wirkungsverstärker. Die USA und andere Länder verzichten auf Wirkungsverstärker und nutzen damit Impfungen, die millionenfach bei der normalen Grippe-Impfung erprobt wurden. Zu retten sei die Situation dadurch, dass man den Verstärker einfach weglässt. Dies jedoch würde eine Sonderzulassung erfordern. Dafür wird die Zeit knapp, denn in 2 Wochen soll schon in Deutschland geimpft werden. Nur mit was? (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
NEWS vom 12.10.2009
RKI stellt tägliche Veröffentlichung der H1N1-Fallzahlen ein
12.10.2009 - Das RKI lieferte bisher täglich neue Fallzahlen zur Entwicklung der Schweinegrippe in Deutschland. Dieses Verfahren wird nun eingestellt und weicht einer wöchentlichen Veröffentlichung, die jedoch nur die Zahlen von vor zwei Wochen abbildet. So liegen gegenwärtig zur vergangenen 41. Kalenderwoche keine Daten vor. Die 40. Kalenderwoche endete mit 21.603 Infizierten und 2 Todesfällen. Die veränderte Veröffentlichung hat somit auch Auswirkungen auf unsere viel frequentierte statistische Darstellung. Diese zeigt absofort die Wochenentwicklung. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)
EU-Gesundheitsminister beraten über Schweinegrippe
12.10.2009 - Die EU-Gesundheitsminister sind heute Morgen in Luxemburg zusammen gekommen, um über die Bedrohung der Schweinegrippe zu debattieren. Dabei geht es insbesondere um das Problem, das noch immer 10 EU-Ländern nicht genügend Impfstoffe zur Verfügung stehen. Realistisch wäre, das reiche EU-Länder übrige Impfstoffe weiter verkaufen. In Deutschland wären dafür die 16 Bundesländer zuständig. Bei der Konferenz für Deutschland dabei ist die scheidene Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärzte Zeitung)
Bundeswehr bekommt extra Wurst bei der Schweinegrippe Impfung
12.10.2009 - Es mutet schon etwas verwunderlich an, wenn die Deutschen Bundeswehr einen besonderen Impfstoff gegen Schweinegrippe verabreicht bekommt. Wieso erhält das Volk die umstrittenden Impfstoffe mit Wirkungsverstärkern (Adjuvansen) und Konservierungsmittel (Quecksilberverbindungen) und die Bundeswehr das verträglichere Celvapan des Herstellers Baxter? 250.000 Bundeswehr Soldaten sollen es laut Informationen aus Bundeswehrkreisen bekommen. Bisher hatte man Celvapan wegen seiner besseren Verträglichkeit nur für Schwangere empfohlen. Die ständige Impfkommision soll den Alleingang der Bundeswehr bewundern. Ärzte warnen nach wie vor den unkalkulierbaren Nebenwirkungen der beiden anderen Impfstoffe Focetria und Pandemrix. (Text: © Kiwi Vision, Daten: N24)
Schweinegrippe: 4.581 Tote weltweit, 198 in Europa
12.10.2009 - In der letzten Woche starben erneut 149 Menschen weltweit an Schweinegrippe. In der Woche zuvor waren es nur 98 Menschen. Nach wie vor stammen aus Indien die alarmierendsten Zahlen. Hier war der Anstieg mit 51 neuen Todesfällen am Größten. Die Rangliste wird immernoch von Brasilien angeführt mit 899 Todesfällen, gefolgt von den USA (593), Argentinien (539) und dem aufschließenden Indien (366). In Europa führt Großbritannien die Liste an mit 89 Fällen, gefolgt von Spanien (43) und Frankreich (31), wobei Frankreich die Kolonien zugezählt werden. Hoffen wir auf eine ruhige Woche mit der Schweinegrippe und das die Impfkampagne, die in schwer betroffenen Ländern wie den USA, Australien und China bereits begonnen hat, für eine Beruhigung der Lage sorgt. Alle Länder mit Todesfällen finden Sie hier. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ECDC)
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