NEWS vom 12.08.2009

Deutschland: 10.600 Infizierte, 445 Neu-Infektionen

Schweinegrippe Deutschland

12.08.2009 - Abermals meldet das RKI 445 Neuinfektionen für die letzten 24 Stunden. 345 Fälle betreffen Reiserückkehrer, 100 Infektionen wurden in Deutschland erworben. Entwarnung kann nicht gegeben werden, da der Trend weiterhin ungebrochen ist - siehe Grafik. Inzwischen melden sich immer mehr infizierte Reiserückkehrer vor allem in der Bildzeitung zu Wort. Allen Geschichten ist gemeinsam, das die Schweinegrippe mit unangenehm hohem Fieber, Gleiderschmerzen, Reizhusten und 7 bis 10 Tagen Isolation einhergeht. Lesen Sie hier. Ersparen Sie sich das und schützen Sie sich richtig - siehe Schutz. So verteilen sich die offiziell bestätigten Fälle auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (3.876)*
Niedersachsen (1.866)
Baden-Württemberg (1.014)
Bayern (923)*
Rheinland-Pfalz (590)*
Hessen (550)*
Berlin (280)*
Schleswig-Holstein (247)
Hamburg (205)*
Sachsen-Anhalt (189)*
Sachsen (190)*
Saarland (183)*
Thüringen (158)*
Brandenburg (142)*
Bremen (95)*
Mecklenburg-Vorpommern (92)*
* = neue Fälle hinzugekommen bis 11.08.2009, 15 Uhr
(Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)



Tamiflu bei Kindern sinnlos?

12.08.2009 - Mediziner der Universität Oxford (Großbritannien) gaben bekannt, das die Einnahme des Grippemittel Tamiflu bei Kindern unsinnig sei. Bei Kindern unter 12 Jahren dämmt das Medikament die Weiterverbreitung der Viren nur unwesentlich ein. Die Dauer der Erkrankung wird um maximal eineinhalb Tage verkürzt. Und etwa 5 % der Kinder müssten sich nach der Einnahme des Mittels übergeben. Das wiederrum führe dazu, dass der Körper austrocknet. Am besten hilft Kindern viel Flüssigkeit und Ruhe. Die Mediziner Matthew Thompson und Carl Heneghan kamen in ihrer Studie zu diesen Erkenntnissen aufgrund von Daten saisonaler Grippewellen. Daten zur Schweinegrippe nutzten sie nicht. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)



Brasilien: Zahl der Toten in einer Woche verdoppelt

12.08.2009 - In Brasilien ist die Schweinegrippe heftiger ausgebrochen, wie zunächst befürchtet. Binnen einer Woche stieg die Zahl der Toten auf 192. Vergangene Woche waren es noch 96. Aktuell sind 3/4 aller Grippefälle im Land auf die Schweinegrippe zurückzuführen. Gesundheitsminister José Gomes Temporão bestand darauf, das es keinen Grund zur Panik gebe: ""Das Land gewinnt nichts, wenn ein Klima der Panik erzeugt wird." Die Epidemie sei unter Kontrolle. Brasilien zählt bisher über 3.000 Infizierte. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)



Kanzlerin Merkel: Impfstoff reicht für alle Bürger

Schweinegrippe Impfung

12.08.2009 - Die Bundeskanzlerin Angela Merkel bestätigte am Dienstag im Interview mit dem Fernsehsender RTL, das der Schweinegrippe Impfstoff für alle Bürger reichen wird. Allerdings seien zunächst einmal Risikogruppen dran - siehe Impfung. Vor Ende September, Anfang Oktober rechnet auch die Kanzlerin nicht mit einem Impfstoff: "Jetzt ist es erst mal so, dass der Impfstoff getestet wird." Bezüglich dem Streit um die Finanzierung von geschätzten 700 Millionen bis 1 Milliarde Euro zeigte sich Frau Merkel zuversichtlich: "Das kriegen wir mit den Kassen hin... das kriegen wir auch mit den Ländern und mit dem Bund hin". (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)

Schweinegrippe legt Notaufnahmen lahm

Untersuchung bei Schweinegrippe

12.08.2009 - Der Verdacht auf Schweinegrippe beunruhigt viele Bürger. Daher verzeichnen die Notaufnahmen der Krankenhäuser in den letzten Wochen einen massiven Ansturm besorgter Menschen. So melden sich im Benjamin-Franklin-Klinikum der Berliner Charité täglich 5 bis 30 Menschen. Nur ganz selten bestätigt sich der Verdacht tatsächlich. An der Medizinischen Hochschule in Hannover suchen etwa 10 Menschen täglich die Notaufnahme wegen einem Grippeverdacht auf. Ruhiger ist es im Klinikum rechts der Isar in München. Hier kommen täglich nur 1 bis 2 Menschen wegen einem Schweinegrippeverdacht. Eine Sprecherin der Klinik sagte: "Es ist schon spürbar, aber es ist nicht so, dass die Arbeitsabläufe dadurch gestört würden." Für einen Patientenansturm gäbe es einen Notfallplan. Besonnen reagieren auch die Leipziger, sagte Oberarzt Thomas Grünewald vom Krankenhaus St. Georg. Bernd Leidel von der Berliner Charité mahnte die Bürger: "Die Notaufnahme ist für Menschen mit schwersten und lebensgefährlichen Erkrankungen und Verletzungen da." Patienten sollten sich immer zuerst an ihren Hausarzt wenden, um den Betrieb der Notaufnahmen nicht zu blockieren. Die Universitätsklinik Düsseldorf hat inzwischen reagiert und ihre Notaufnahme durch eine vorbereitete Infektionsstation entlastet. Patienten mit Schweinegrippeverdacht werden direkt dorthin verwiesen. Eine Sprecherin sagte, dort gäbe es derzeit auch schon viel zu tun. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)

RKI warnt: Keine Eigentherapie bei Schweinegrippe

12.08.2009 - Der Chef der Robert-Koch-Institutes, Jörg Hacker, warnt vor eine Selbsttherapie bei Schweinegrippe: "Die Menschen, die den Verdacht haben, dass sie an der neuen Grippe erkrankt sind, sollten keinesfalls eigenmächtig antivirale Medikamente wie Tamiflu einnehmen." Es muss ärztlich festgestellt werden, ob es sich tatsächlich um eine Grippe mit dem H1N1 Erreger handelt oder eine einfache Sommergrippe. Auf keinen Fall sollen Grippemittel wie Tamiflu oder Relenza prophylaktisch eingenommen werden. Damit provoziert man nur resistente Varianten des Virus, gegen die dann keine Mittel mehr helfen. Also gehen Sie bitte zum Arzt, wenn Sie denken, sich mit Schweinegrippe infiziert haben zu können - siehe Symptome. Am besten rufen Sie vorher bei ihrem Hausarzt an. So kann sich die Praxis auf ihren Besuch vorbereiten und einer Ansteckungsgefahr für andere Patienten entgegen wirken. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)

Costa Rica: Präsident Arias an Schweinegrippe erkrankt

12.08.2009 - Der Präsident von Costa Rica (Karibik), Oskar Arias, hat Schweinegrippe. Sein Bruder und gleichzeitiger Stabschef des Landes informierte darüber die Öffentlichkeit. Demnach wird der 67-jährige Friedensnobelpreisträger in seinem Domizil in San José ärztlich behandelt und steht dort unter Quarantäne. Er wird dennoch auch in dieser Zeit Staatschef bleiben und seine Vollmachten nicht an den Parlamentspräsidenten Francisco Antonio Pacheco übertragen. Costa Rica zählt bereits über 800 Infizierte und 28 Tote. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)

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