NEWS vom 13.08.2009
Deutschland: 11.103 Infizierte, 503 Neu-Infektionen
13.08.2009 - Ungebrochen ist der Trend von Neuinfektionen in Deutschland. Abermals meldete das RKI 503 neue Fälle, 331 verursacht durch Reiserückkehrer, 172 in Deutschland erworben. So verteilen sich die offiziell bestätigten Fälle auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (4.015)*
Niedersachsen (2.018)*
Baden-Württemberg (1.081)*
Bayern (923)
Rheinland-Pfalz (653)*
Hessen (577)*
Berlin (282)*
Schleswig-Holstein (247)
Hamburg (216)*
Sachsen (195)*
Sachsen-Anhalt (192)*
Saarland (183)
Thüringen (170)*
Brandenburg (159)*
Bremen (100)*
Mecklenburg-Vorpommern (92)
* = neue Fälle hinzugekommen bis 12.08.2009, 15 Uhr
(Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)
Frankreich: Fernunterricht bei Schweinegrippe
13.08.2009 - Frankreich hat sich für den Fall das wegen einer starken Epidemie Aufgrund der Schweinegrippe im Land alle Schulen geschlossen werden müssen etwas einzigartiges einfallen lassen. Mit Hilfe von Radio und Fernsehen soll der Unterrichtsausfall kompensiert werden. Die Regierung hat in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Zentrum für Fernunterricht entsprechende Lehrmodule vorbereitet. Diese sollen im Bedarfsfall landesweit ausgestrahlt werden - sagte sagte Bildungsminister Luc Chatel. Erst einmal beginnt das neue Schuljahr wie vorgesehen. Frankreich zählte zuletzt 880 Infizierte und einen ersten Todesfall. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP
Bundeskabinet vertagt Impf Entscheidung - Protest
13.08.2009 - Das Bundeskabinett wollte eigentlich am gestriegen Mittwoch eine Entscheidung über die Pandemie Impfung im Herbst fällen. Nun wurde dieser Termin auf kommenden Mittwoch verschoben. Inhalt sind dann alle Fragen zur Schweinegrippe Impfungen. Eines nahm eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums vorweg: An der Finanzierung durch die Krankenkassen wird sich nichts ändern. Inzwischen fordert jedoch auch der Chef der Barmer Ersatzkase, Dr. Johannes Vöcking, das die Honorare für die Impfleistung durch Niedergelassene Ärzte vom Staat zu tragen seien. Die Abwehrung der Pandemie ist schließlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Begründet wurde die Verschiebung der Tagung mit vielen offenen Fragen, die bis kommenden Mittwoch geklärt werden sollen. Die Bundesländer kritisierten die Versögerung, da nun noch eine weitere Woche Unklarheit herrschte. Erst mit der Rechtsverordnung könnten die Vorbereitungen mit den Kassen über die Impfungen getroffen werden. Die Durchführung der Impfaktion wird Ländersache. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Empfehlung für Ärzte zur Diagnosestellung "Schweinegrippe"
13.08.2009 - Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des GKV-Spitzenverbandes eine Empfehlung an Ärzte heraus gegeben, wie bei Patienten mit Schweinegrippe Verdacht die Diagnose gestellt werden soll. Hintergrund: Der Schnelltest ist nicht sensibel genug und liefert zum Teil falsche Daten. Der zuverlässige PCR-Test erfordert eine Laborprobe, ist Kostenintensiv und dauert mindestens 24 Stunden bis zum Ergebnis. Zeit, die in schweren Grippe Fällen nicht da ist. Wenn im Herbst/Winter sowieso 30-40 % der nicht geimpften Bevölkerung an Schweinegrippe erkranken wird - Erfahrungswerte aus vergangenen Pandemien - dann muss man über Diagnosestellung nicht mehr reden. Dann ist es eindeutig. Bis dahin gilt nun folgende Empfehlung:
- Patienten mit eindeutigen Grippe Symptomen: Hier sind Schnelltest und PCR-Test nicht nötig und die Therapie sollte sofort beginnen, wenn die Symptome nicht mehr wie 48 Stunden vorhanden sind. Wenn Patienten nicht zu einer Risikogruppe gehören, ist es nicht nötig ihnen Grippemittel zu verschreiben. Wichtig ist nur 7 Tage Quarantäne. Patienten die jedoch unter Atemnot, Sauerstoffmangel im Blut, einen hypovolämischen Schock oder verwirrt reagieren müssen in eine Klinik eingewiesen werden (nach telefonischer Ankündigung)
- H1N1 Verdacht und keine Risikogruppe: Hier sollten Ärzte erst einmal abwarten.
- H1N1 Verdacht, Angehöriger einer Risikogruppe und Zeit für Tests: Wenn die Symptome erst 24 Stunden existieren, dann sollten Ärzte einen PCR-Test durchführen, da davon auszugehen ist, das die Testergebnisse dann nach 48 Stunden seit Erkrankung vorliegen und genug Zeit zum Beginn einer Therapie besteht.
- H1N1 Verdacht, Angehöriger einer Risikogruppe und keine Zeit für Tests: Sollte keine Zeit mehr sein, um eine H1N1 Infektion mit einem PCR-Test binnen 48 Stunden seit Erkrankung festzustellen, dann soll der Schnelltest durchgeführt werden. Zu beachten ist, das auch ein negatives Testergebnis ein Hinweis auf eine H1N1-Infektion ist.
Hintergrund dieser Anweisungen an Ärzte ist die Bezahlung und Abrechnungsmöglichkeit des 130 Euro teuren PCR-Tests. Patienten sollten also frühzeitig einen Arzt aufsuchen, wenn Sie Grippesymtome bei sich bemerken, um die beste medizinische Versorgung zu erhalten. Danach sind Ruhe, viel Trinken und mindestens 7 Tage Quarantäne Pflicht. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärzte Zeitung)
Indien: Mumbai schließt Schulen und öffentliche Einrichtungen
13.08.2009 - Im indischen Mumbai (besser bekannt als Bombay) haben Behörden aus Angst vor einer weiteren Ausbreitung der Schweinegrippe abgeordnet, das alle Schüler und Studenten von öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen ab Donnerstag zu Hause bleiben sollen. Dies gilt zunächst für die nächsten 7 Tage. Auch Kinos und Einkaufszentren wurden in der Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra geschlossen. In der Metropole leben knapp 20 Millionen Menschen. Vergangene Woche waren bereits in der Millionenstadt Pune alle Schulen für 1 Woche geschlossen worden. Indien zählt insgesamt 1.000 Infizierte und 15 Todesfälle. Dabei gab es 11 Todesfälle allein im genannten Bundesstaat Maharashtra. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Wer trägt Kosten eines Reiseabbruchs wegen Schweinegrippe?
13.08.2009 - Sie erkranken vor Urlaubsantritt an Schweinegrippe und können nicht verreisen. Wer trägt dann die Stornokosten? Oder Sie erkranken im Urlaub schwer an Schweinegrippe und müssen eher die Heimreise antreten. Wer kommt da für den entstandenen finanziellen Schaden auf? Führende Reiseversicherungen haben signalisiert, das eine Kostenerstattung kein Problem sei. Eigentlich ist die Schweinegrippe vom Versicherungsschutz ausgeschlossen, da sie als weltweite Pandemie eingestuft wurde. Dennoch gilt der Grundsatz: "Der Versicherer kommt nur für Hinderungsgründe auf, die in der Person des Reisenden liegen" - so Monika Reitsam-Rieger vom Reiseversicherer Mondial Assistance. Etwas verwirrend ist da schon die Regelung bei Terroranschlägen. Heinz-Gerhard Wilkens vom Reiseversicherer Hanse Merkur erklärte dazu: Wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspricht, wie jetzt im Beispiel der Terroranschläge auf Mallorca, und die Urlauber treten von der Reise zurück, dann werden die Stornokosten nicht übernommen. "Wir zahlen aber, wenn der Kunde trotzdem dorthin fährt und ihm etwa bei einem Anschlag etwas geschieht". Als Fazit könnte man sagen, nur, wer sich im Urlaub die Schweinegrippe zuzieht oder bei einem Anschlag verletzt wird, bekommt die Reisekosten erstattet. Wer auf den Ulaub verzichtet, bleibt auf den Kosten sitzen. Im Zweifelsfall konsultieren Sie bitte vor Urlaubsantritt ihre Reiseversicherung. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärzte Zeitung)
Keine aktuellen Zahlen zur Schweinegrippe mehr
13.08.2009 - Nachdem die WHO bereits zum 6. Juli 2009 aufhörte, die aktuellen Zahlen von Schweinegrippe Infizierten zu zählen, ist es inzwischen unmöglich geworden, aktuelle Zahlen zu beziehen. Am 31. Juli stopte auch das CDC die Veröffentlichung us-amerikanischer Fallzahlen. Hier werden nur noch Todesfälle und die Anzahl der Behandlung in Krankenhäusern dokumentiert. Für Europa veröffentlichte das ECDC immernoch weiter aktuelle Zahlen zur Schweinegrippe. Hierbei war jedoch zu erkennen, das Beispielsweise Spanien gar keine Aktualisierung mehr vornahm und auch für Großbritannien die Medienberichte zu den offiziellen Statistiken weit auseinander ging. Das ECDC gab nun offiziell bekannt, das bis auf weiteres zwar noch die Fallzahlen aller EU-Mitgliedstaaten erfasst werden. Von allen übrigen Ländern auf dem Europäischen Kontinent werden aber nur noch die Todesfälle notiert. Wir konnten daher ein letztes mal am 10. August die Zahlen der Infizierten aktualisieren und werden nun das System an die Meldungen der offiziellen Behörden anpassen. (Text: © Kiwi Vision)
Schweinegrippe sogar im Urwald angekommen
13.08.2009 - Die Schweinegrippe wurde jetzt sogar bei Indios im Amazonas Regenwald festgestellt. Forscher sind darüber sehr besorgt. In der Isolation lebende Naturvölker haben meist keine Antikörper gegen Viren aus der Zivilisation. Ganze Indianer-Stämme könnte der H1N1-Virus daher aussterben lassen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärzte Zeitung)
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