NEWS vom 16.08.2009

Japan: Erster Schweinegrippe-Toter

16.08.2009 - In Japan verstarb ein 50-jähriger Mann infolge seiner Schweinegrippe Infektion. Zuvor war der Mann aus Okinawa bereits chronisch Nieren- und Herzkrank. Ministerpräsident Taro Aso rief daraufhin alle Japaner auf, vor der Schweinegrippe auf der Hut zu sein. Sein Apell richtete sich nicht nur an chronisch Kranke, sondern auch an ganz gesunde Bürger. Weltweit sind bereits über 1.900 Menschen an Schweinegrippe gestorben. Darunter vor allem chronisch Kranke und Schwangere, aber auch gesunde Menschen, die die Infektion "verschleppt" haben. Japan zählt bisher mehr als 7.300 Infizierte. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)



Dresden: Pharmakonzern stellt zur Impfstoffproduktion Leute ein

16.08.2009 - Der Impfstoff gegen die Schweinegrippe hat einen Namen: "Pandemrix". Und da er sich nicht von alleine Produziert, stellt nun der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK), der in Dresden ansässig ist und auch Deutschland beliefern wird, 150 zusätzliche Mitarbeiter ein. Bereits seit Ende Juli wird "Pandemrix" in Dresden produziert. 700 Beschäftigte zählt der Standort bereits und alle Kapazitäten werden für den Schweinegrippe Impfstoff aufgewendet. Da GSK Aufträge für 300 Millionen Impfdosen bis Herbst erfüllen will, braucht das Werk Verstärkung. Der Impfstoff geht dann nach ganz Europa und Teile Asiens. Erst knapp die Hälfte der 150 neuen Arbeitsplätze sind vergeben. Interessenten erfahren unter gsk-jobs.de mehr über Bewerbungsmöglichkeiten und Ablauf. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)



Schweinegrippe Impfung dauert Monate

Schweinegrippe Impfung

16.08.2009 - Das äußerte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt beim Besuch eines Gesundheitszentrums im niedersächsischen Bad Laer. Sie sagte: "Wir erwarten von Glaxo-Smith-Kline ab Ende September wöchentlich zwei Millionen Impfdosen. Novartis könnte vermutlich ab November die gleiche Menge liefern". Angefordert sind 50 Millionen Impfdosen. Es sind also frühestens im Dezember die ersten 25 Millionen Impfdosen für 30 % der Bevölkerung in Deutschland. Da jeder Bürger, der sich impfen lassen möchte, 2 Impfdosen benötigt, damit der Impfstoff die volle Wirkung entwickeln kann, wird die Impf-Aktion bis mindestens April dauern. Die zweite Dosis kann erst nach 1 Monat verabreicht werden. Mehr zum Schweinegrippe-Impfung erfahren Sie hier. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)



Vorsicht: Telefonabzocke mit Schweinegrippe

16.08.2009 - Treiste Geschäftemacher haben die Angst vor Schweinegrippe und den Informationsbedarf der Bürger in einer Telefonabzocke ausgenutzt. Dabei fanden Bürger auf ihrem Anrufbeantworter oder nach Anruf bei einer Berliner Nummer eine  teure 0900-Nummer angesagt, hinter der sich ein "Europäischen Institut für Seuchenbekämpfung" verbergen sollte. Zum eigenen Schutz wurden die Bürger aufgerufen, dringend diese Nummer anzurufen. Die Bundesnetzagentur hat inzwischen nach mehreren Beschwerden von Verbraucher reagiert und die 0900-Nummer abschalten lassen. Begründung: Die Anrufe stellten unerlaubte Telefonwerbung dar und waren somit rechtswidrig. Außerdem enthielten sie falsche Preisangaben. Wir empfehlen: Wenn Sie Fragen zur Schweinegrippe haben, dann wenden Sie sich an die kostenlose Bürger-Hotline des Bundesgesundheitsministeriums unter: 0800 - 44 00 55 0. Oder schauen Sie regelmäßig auf unserer Startseite vorbei und lesen die Schweinegrippe-News. Unsere Quellen sind seriöse Nachrichtendienste sowie offizielle Gesundheitsbehören. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)

Normales Ferienende war richtige Entscheidung

16.08.2009 - In Niedersachsen hat der reguläre Schulstart am 6. August zu keinem Anstieg der Schweinegrippefälle geführt. Dies ist die Positive Bilanz nach der ersten Schulwoche. Insofern war es die richtige Entscheidung sagte ein Sprecher des Sozialministeriums in Hannover. Die Entscheidung hat sich als "absolut richtig erwiesen". Mehrere Bundesländer hatten erwogen, die Schulferien angesichts der Schweinegrippe zu verlängern. Eine Expertenkommision in NRW entschied sich aber richtungsweisend für alle Bundesländer dagegen. In NRW beginnt das neue Schuljahr regulär morgen am 17. August. Allen Schülern viel Erfolg im neuen Schuljahr. Vielleicht gibt es ja Hitzefrei statt Schweinegrippe-Frei... (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

NEWS vom 14.08.2009

Deutschland: 11.493 Infizierte, 390 Neu-Infektionen

Schweinegrippe Deutschland

14.08.2009 - Für die letzten 24 Stunden meldet das RKI wieder 390 Neuinfektionen. Davon wurden 293 bei Urlaubs-Rückkehrern festgestellt, 97 Fälle wurden in Deutschland erworben. Inzwischen verzeichnen 4 Bundesländer über 1.000 Fälle. Das RKI verzeichnete in der 32. Kalenderwoche (3.-9. August) einen leichten Rückgang der Infektionen. Ob dies ein längerfristiger Trend ist, will noch niemand bestätigen. Dennoch vermerkt das RKI, das die Zahlen der Infektionen innerhalb Deutschlands weiter ansteigen. Da sich der H1N1 Virus am schnellsten unter Kindern und Jugendlichen verbreitet wird dringend davon abgeraten, infizierte Kinder in Schulen und Kitas zu schicken. Ansonsten gehen Sie mit ihrem Kind bitte die einfachen Hygiene Regeln durch, die eine Ansteckung mit der Schweinegrippe verhindern können (Infobroschüre kostenlos hier). So verteilen sich die offiziell bestätigten Fälle auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (4.084)*
Niedersachsen (2.020)*
Baden-Württemberg (1.183)*
Bayern (1.042)*
Rheinland-Pfalz (653)
Hessen (598)*
Berlin (287)*
Schleswig-Holstein (247)
Hamburg (243)*
Sachsen-Anhalt (206)*
Sachsen (201)*
Saarland (196)*
Thüringen (170)*
Brandenburg (170)*
Bremen (101)*
Mecklenburg-Vorpommern (92)
* = neue Fälle hinzugekommen bis 13.08.2009, 15 Uhr
Dies ist die letzte Meldung Deutscher Zahlen für diese Woche. Die Zahlen von Freitag veröffentlicht das RKI erfahrungsgemäß am Montag. Wir wünschen Ihnen daher ein schönes Wochenende und bitte bleiben Sie gesund! (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)

EU koordiniert Europaweit Schweinegrippe Maßnahmen

14.08.2009 - Der EU-Gesundheitssicherheits-Ausschuss und die Behörde für Frühwarnung und Reaktion hat sich über Maßnahmen gegen die Schweinegrippe geeinigt. So will man in den 27 Mitgliedsstaaten einheitlich vorgehen, was Schulschließungen und Reisewarnungen angeht. Noch besteht dazu allerdings kein Anlass, auch wenn EU-weit bereits über 35.000 Menschen infiziert und 55 gestorben sind. Lokale Schulschließungen seien im Moment angebrachte Maßnahmen, um die Schweinegrippe einzudämmen. Auch war man sich einig, das man Infizierte Reisende, die unbedingt nach Hause zurück reisen wollen, dazu zwingen will, Schutzmasken zu tragen. Das man sie noch aufhalten könnte - damit rechnet niemand mehr. Wichtig sei nun, die angemessenen Strategien zu finden. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärzte Zeitung)

Parkinson durch Schweinegrippe?

14.08.2009 - Die Schreckensmeldungen reißen nicht ab. Noch vor wenigen Tagen hatte Johannes Löwer vom Paul-Ehrlich-Institut erklärt, das die Schweinegrippe Impfung zu Multiple Sklerose oder dem Guillain-Barré-Syndrom führen könnte (siehe News-Archiv). Nun erklären uns US-Forscher, das der H1N1-Virus Gehirnschäden und langfristig Parkinson-ähnliche Erkrankungen verursachen kann. Das Gleiche gilt für den H5N1-Virus der Vogelgrippe. Die Forscher hatten in Tierversuchen nachgewiesen, das der H5N1-Virus bei einer Hirninfektion nach 60 Tagen massiv Neuronen, in denen Dopamin vorkommt, im Gehirn (Bereich Substantia nigra) zerstört. In Einzelfällen wurde dies jetzt auch schon beim Schweinegrippe-Virus H1N1 beobachtet. Forscher sehen dank dieser Erkenntnisse einen Zusammenhang zwischen der Spanischen Grippe 1918 und den vielen Fällen der Europäischen Schlafkrankheit (Encephalitis lethargica), die bis ins Jahr 1927 auftraten. Bei dieser Krankheit ist man lethargisch, hat unkontrollierte Schlafanfälle und eine gewisse Zeit lang Parkinson. Den Forschungsbericht gibt es hier. Impft man sich nicht, droht also Parkinson. Impft man sich, könnte MS auftreten. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärzte Zeitung)

Lösung im Streit um Impf-Finanzierung

Schweinegrippe Impfung

14.08.2009 - Wochenlang hatten Bund und Krankenkassen gestritten, wer die geschätzten Kosten von 1 Milliarde Euro für 25 Millionen Impfungen bezahlen soll. Der Bund meinte, es sei Sache der Krankenkassen und aus dem Gesundheitsfond zu bezahlen. Die Krankenkassen meinten, im Fond sei eine solche Sonderausgabe nicht einkalkuliert und der Bund müsste die Massenimpfung als Gesamtstaatliche Aufgabe verstehen und durch Steuermittel unterstützen. So wird es nun kommen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt sagte gestern nach einem Treffen mit Krankenkassenvertretern: "Ich gehe davon aus (...), dass die Krankenkassen für 50 Prozent ihrer Versicherten (40 Millionen Bundesbürger) die Kosten übernehmen können, ohne dass es eine Auswirkung von Beitragserhöhungen oder Zusatzbeiträgen geben wird." Bedingung: Wo es möglich ist, sollen Gesundheitsämter die Impfung durchführen, da dies billiger ist, als wenn niedergelassene Ärzte es tun. Zunächst werden Risikogruppen geimpft  - siehe Impfreihenfolge. Sollten sich mehr wie 50 % der Versicherten impfen lassen wollen, müssten die entstehenden Kosten durch Steuermittel bezahlt werden. Hofft der Bund also auf die übliche Impfmüdigkeit der Deutschen? Oft wurde betont, das jeder Bürger, der eine Impfung gegen Schweinegrippe haben möchte, auch eine bekommen kann. Dann allerdings mit gewisser Wartezeit. Egal, ob Steuermittel oder Mittel aus dem Gesundheitsfond - das Geld stammt aus den Taschen der werktätigen Bevölkerung, die ihre Abgaben leisten. Die jetzige Suche nach einer Lösung sollte vor allem verhindern, das Krankenkassenbeiräge erhöht werden. Die Länder melden sich inzwischen empört über den Beschluss. Der Gesundheitsminister von NRW, Karl-Josef Laumann, sagte inzwischen: "Wenn Frau Schmidt das anders sieht und dafür Steuermittel bereit stellen will, dann muss sie das aus Bundesmitteln tun." Eine 100 % Lösung, mit der alle zufrieden sind, ist also noch nicht gefunden. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)

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