NEWS vom 14.07.2009

WHO sagt: Massenimpfung ist nicht nötig

14.07.2009 - Die Deutsche Impfstrategie ist an die Empfehlung der WHO angelehnt. Aber was besagt die eigentlich? Die WHO und das us-amerikanische CDC sind sich einig, das nicht alle Menschen geimpft werden müssen. Wichtiger ist es, die jeweilige Situation im Land genau einzuschätzen und danach zu handeln. Wo wenige erkranken, müssen auch nur wenige geimpft werden - so einfach. Einig ist man sich überall, das in folgender Reihenfolge zu impfen ist:

  1. Mitarbeitern im Gesundheitswesen
  2. Schwangere
  3. Menschen mit chronischen Erkrankungen (etwa Asthma oder schwere Adipositas)
  4. gesunde Menschen im Alter von 15 bis 49 Jahren
  5. Kindern unter 15 Jahren
  6. Erwachsenen zwischen 50 und 64 Jahren
  7. zuletzt Erwachsenen über 65 Jahre (für sie besteht bisher die geringste Gefahr)

Morgen entscheidet das Bundeskabinett eine Deutsche Impfstrategie. Ab Herbst sollen die ersten Impfstoffe verfügbar sein. Bis dahin hilft nur Hygiene gegen die Schweinegrippe und bei einer Infektion Grippemittel sowie Quarantäne. (Text: © Kiwi Vision, Daten: WHO)



Deutschland: 763 Infizierte, 26 Neu-Infektionen

Schweinegrippe Deutschland

14.07.2009 - Seit dem letzten Update des RKI wurden in Deutschland 26 neue Infektionen mit Schweinegrippe in Deutschland festgestellt. 23 der 26 Fälle betreffen Reiserückkehrer aus Mallorca!!! Die neuen Fälle verteilen sich wie folgt auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (318)
Baden-Württemberg (102)*
Bayern (93)
Niedersachsen (74)*
Hessen (37)*
Sachsen (23)
Berlin (23)
Rheinland-Pfalz (22)*
Schleswig-Holstein (21)
Thüringen (18)*
Sachsen-Anhalt (12)*
Hamburg (8)*
Brandenburg (5)
Mecklenburg-Vorpommern (3)
Bremen (3)
Saarland (1)
* = neue Fälle hinzugekommen seit gestern. 
Insgesamt sind 405 Fälle Ansteckungen innerhalb Deutschlands. Das entspricht 53 % aller 763 gezählten Fälle. Wenn Sie auf dem Weg in den Urlaub sind, beachten Sie bitte auch im Ausland die einfachen Schutz-Regeln. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)



Deutschland: Jeder Dritte wird geimpft

14.07.2009 - Das Gesundheitsministerium und die einzelnen Bundesländer haben sich in einer Telefonkonferenz geeinigt. Jeder dritte Deutsche soll geimpft werden. Dazu werden 50 Millionen Impfdosen bestellt. Auch eine mögliche Strategie ist bekannt geworden: Ärzte, medizinisches Fachpersonal sowie Angehörige von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk sollen zuerst geimpft werden. Chronisch Kranke und jüngere Menschen sind dann die nächsten, dasie besonders anfällig seien. Am morgigen Mittwoch wird das Bundeskabinett über diese Impfstrategie beraten. Erstmal sollen die Deutschen nur 1x geimpft werden. Dennoch hat sich die Bundesregierung eine Option auf 160 Millionen Impfdosen bei 2 Herstellern gesichert. So wäre auch eine doppelte Impfung denkbar, die eigentlich empfohlen wird. Die Kosten dazu sollen die Krankenkassen übernehmen. Das soll eine Verordnung des Bundes regeln. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)



Thailand: 435 Schulen und 200 Kindergärten dicht

14.07.2009 - In Thailand wird die Lage langsam ernst. Zunächst konnte sich das Land gut aus den Statistiken raus halten und meldete erst am 13. Mai die ersten beiden Infektionen. Das war in der 3. Woche nach bekannt werden der Schweinegrippe. Danach schossen die Zahlen in die Höhe. Aktuell sind über 4.500 Menschen infiziert und bereits 24 verstorben. Der Gouverneur von Bangkok zieht nun die Notbremse und ließ alle Schulen und Kindergärten in der Hauptstadt Bangkok (6,8 Millionen Einwohner) schießen. Die Gebäude sollen bis Sonntag gründlich desinfiziert werden. Es wird sogar überlegt, alle Schulen im Land für 1 Monat zu schließen, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)

aktuelle Zahlen: 116.943 Infizierte in 131 Ländern, 580 Tote

Entwicklung Schweinegrippe

14.07.2009 - Erneut meldet die Weltgemeinschaft kanpp 2.400 Neuinfektionen für die letzten 24 Stunden. Insgesamt sind fast 117.000 Menschen infiziert. Zahlen, die man sich fast nicht mehr vorstellen kann. Deutschland liegt mit 737 Infizierten im vorderen Mittelfeld. Unsere Nachbarländer haben alle weniger Infizierte. Das zeigt der Rundum-Blick:
Dänemark: 73
Niederlande: 152 (inklusive die ehemaligen Kollonien Aruba und den Niederl. Antillen)
Luxemburg: 13
Belgien: 109
Frankreich: 464 (inklusive die ehemaligen Kollonien Reunion-Mayotte, Guyana, Franz. Polynesien und Neukaledonien)
Schweiz: 133
Österreich: 33
Tschechien: 20
Polen: 33
Auf unserer Grafik können Sie den bisherigen Verlauf der Schweinegrippe gut verfolgen. Die Grafik zeigt deutlich, das wir auch mit 117.000 Infizierten noch ganz am Anfang der Pandemie stehen. Nach wie vor steigen die Zahlen kontinuierlich an. (Text: © Kiwi Vision, Daten: WHO)

Impfempfehlung der WHO ist da

14.07.2009 - Ein Expertenteam, das für Grippeimpfungen zuständig ist, hat vergangene Woche in Genf empfohlen, zunächst die Zahl der Opfer zu senken. Aufhalten könne man die Pandemie sowieso nicht. Deswegen wurde die Empfehlung ausgesprochen, als erstes Mitarbeiter des Gesundheitssystems (Ärzte, Schwestern, Rettungsdienstler) zu impfen, damit das Symstem weiter arbeiten kann. Danach sollen besonders gefährdete Menschen jeden Alters geimpft werden. Das sind vor allem chronisch Kranke. Weiterhin wurde gesagt, es müssten alle Länder Zugang zu Impfstoffen erhalten. Da sich die Grippe in allen Ländern unterschiedlich ausbreitet, dürfen Nationale Pandemiepläne nicht außer Acht gelassen werden. In den USA beispielsweise steht im Pandemieplan, das nach dem Personal im Gesundheitswesen vor allem Prominente zu impfen sind. Andere Länder, andere Sitten. In keinem Fall wird die Produktion für saisonale Grippe-Impfstoffe unterbrochen. Diese ist sowieso zu 90 % abgeschlossen. Viele Pharmafirmen haben nicht die Kapazität, zwei Impfstoffe gleichzeitig zu produzieren. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)

Drama um Baby der Schweinegrippe-Toten Spanierin

14.07.2009 - Kurz bevor Mitte Juni die schwangere Spanierin Dalilah Mimouni in Madrid an H1N1 starb, konnten Ärzte ihr Baby im 7 Monat per Kaiserschnitt zur Welt holen. Nun ist das Kind auch tot. Es starb nicht an Schweinegrippe sondern an einem schrecklichen Kunstfehler der Ärzte. Versehendlich hatte man dem Säugling ein Nahrungsmittelzusatz in die Venen gespritzt, der eigentlich nur über eine Magensonde verabreicht werden darf.  "Es war ein fürchterlicher Irrtum", sagte Dr. Antonio Barba Ruiz, Direktor des Gregorio-Marañón-Krankenhauses. "Dafür gibt es keine Entschuldigung." Die Behörden leiteten die Ermittlung ein. Das ind hatte sich bis dahin ervorragend entwickelt. In Spaninen ist neben der 20-jährigen Mutter auch noch ein 41 Jahre alter Mann aus Gran Canaria gestorben. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)

Spanische Grippe Überlebende haben Antikörper

14.07.2009 - Wer 1918-1920 die Spanische Grippe überlebte, der trägt Antikörper gegen den jetzt aktuellen A/H1N1 Virus im Blut. Das stellte ein Team um den Forscher Yoshihiro Kawaoka fest. Die Spanische Grippe hielt in den 2 Jahren die Welt als Pandemie, wie wir sie nun haben, in Atem und kostete mehr Menschen das Leben, wie der 1. Weltkrieg. Angaben schwanken zwischen 40 bis 50 Millionen Tote. Der damalige H1N1 Virus war dem jetzigen sehr ähnlich. Die Grippe begann damals eher mild, wie jetzt und schlug dann in einer zweiten Welle erbarmungslos zu. 2009 sind wir im Vorteil, das wir die Verbreitung gut verfolgen können, Strategien zur Eindämmung in Form von Pandemie-Plänen existieren und wir bald einen Impfstoff in den Händen halten werden. Wer mehr über die Spanische Grippe erfahren will, dem empfehlen wir das Buch "Tollkirschen und Quarantäne", welches Sie in unseren Buchempfehlungen zu Grippe und Pandemie finden. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)

Schweinegrippe kann zu schweren Lungenschäden führen

14.07.2009 - Zumindest bei Mäusen, Frettchen, Makakenäffchen und kleinen Schweinen. Das stellten nun US-Forscher der Universität von Wisconsin fest. Bei allen Tieren außer den Schweinen richtete das A/H1N1 Virus schwere Lungenschäden an. Es konnte allerdings auch festgestellt werden, das der Schweinegrippe Virus gut auf anitvirale Mittel wie Tamiflu anspricht. Ob nun auch beim Menschen schwere Lungenschäden zu erwarten sind, wurde nicht gesagt. Ungefährlich ist der Virus jedoch nicht. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)

Hessen: 7 Mallorca Urlauber infiziert

14.07.2009 - Auch in Hessen gibt es erkrankte Mallorca Urlauber. 11 Schüler zwischen 18 und 20 Jahren aus Braunatal und Schauenburg (Landkreis Kassel) hatten nach ihrer Abiturprüfung eine Reise an den Ballermann unternommen. 7 der 11 klagten danach über Gliederschmerzen, Fieber und Husten. Sie befinden sich jetzt in Isolation. Familienmitglieder infizierten sich glücklicherweise nicht - so ein Sprecher des Landkreises Kassel. Hessen zählt damit 43 Fälle. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

Brandenburg: 4 neue Fälle

14.07.2009 - Das Gesundheitsministerium in Potsdam meldet 4 weitere Erkrankungen mit Schweinegrippe in Brandenburg. Betroffen sind drei 19-jährige Schüler aus Eisenhüttenstadt und ein 27-jähriger Mann aus Wriezen (bei Berlin). Die 19-jährigen waren auf Klassenfahrt auf Mallorca, als einer der Schüler über Grippesymptome klagte. Er sowie 4 Mitschüler kamen stationär ins Krankenhaus. Hier bestätigte sich der Verdacht bei 3 von ihnen. Die anderen Schüler der Klasse können normal am Unterricht teilnehmen. Auch der 27-jährige aus Wriezen ist nach einer Mallorca-Reise erkrankt. Die beliebte Urlaubsinsel entwickelt sich scheinbar zum Umschlagplatz für den H1N1 Virus, bei seiner Reise durch die Welt. Auch aus Niedersachsen wurden auffällig viele H1N1-Erkrankungen bei Mallorca-Urlaubern festgestellt. In Brandenburg erhöhte sich mit den neuen Fällen die Zahl auf 9 Fälle. Alle bisher Erkrankten sind wieder wohl auf. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

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