NEWS vom 20.08.2009
Deutschland: 13.740 Infizierte, 560 Neu-Infektionen
21.08.2009 - 13.740 Menschen haben sich seit April in Deutschland mit Schweinegrippe infiziert. So viel wie sonst nirgends in der EU. Allein für die letzten 24 Stunden zählte das RKI wieder 560 neue Fälle. 431 Fälle verursachten Reiserückkehrer und 129 Infektionen gab es innerhalb Deutschlands. Inzwischen hat in 7 Bundesländern die Schule wieder begonnen. Dennoch steigen die Fälle auch dort weiter. So verteilen sich die offiziell bestätigten Fälle auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (4.617)*
Niedersachsen (2.285)*
Baden-Württemberg (1.697)*
Bayern (1.316)*
Rheinland-Pfalz (801)*
Hessen (684)*
Schleswig-Holstein (389)*
Berlin (338)*
Hamburg (295)*
Sachsen (237)
Sachsen-Anhalt (237)*
Brandenburg (224)*
Saarland (204)
Thüringen (191)*
Bremen (117)*
Mecklenburg-Vorpommern (108)*
* = neue Fälle hinzugekommen bis 20.08.2009, 15 Uhr
Gezählt werden seit dem 15.7.2009 laborbestätigte Fälle sowie alle Erkrankten mit eindeutigen Symptomen aus dem Umfeld von laborbestätigten Fälle, auch ohne H1N1-Test. Zum Wochenbeginn erwarten wir dann die abschließenden Zahlen für diese Woche. An dieser Stelle ein schönes Wochenende und bleiben Sie gesund! (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)
Schweinegrippe bei Puten festgestellt
21.08.2009 - Das liebe Federvieh hat es schon nicht leicht. Erst H5N1, nun auch noch H1N1. In Chile ist der Schweinegrippe-Virus bei Puten festgestellt worden - so chilenische Landwirtschaftsbehörden. Man habe sofort Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Betroffen ist eine Farm bei Valparaiso. Hier ist der Erreger in zwei Tiergruppen festgestellt worden. Valparaiso liegt nur 120 Kilometer nordwestlich der chilenischen Hauptstadt Santiago und hat einen der wichtigsten Häfen auf dem südamerikanischen Kontinent. H1N1 Ahoi? (Text: © Kiwi Vision, Daten: Bild-Zeitung)
Französische Zeitung kritisiert Panikmache
21.08.2009 - Die unabhängige französische Tageszeitung "Le Monde" kritisiert öffentlich die französische Regierung. Man hätte für unnötige Beunruhigung der Bevölkerung gesorgt. Natürlich sei es "besser, vorbeugend zu handeln als plötzlich mit einer unkontrollierbaren Pandemie konfrontiert zu werden". Da es jedoch rund um den H1N1-Erreger noch zu viele Ungewissheiten gäbe, "sollten die Regierung zur Zurückhaltung veranlasst" werden. Frankreich zählt 1.125 bestätigte Fälle und 1 Todesfall. EU-weit sind inzwischen 73 Menschen gestorben. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Niedersachsen: Schulen dicht - Kritik!
21.08.2009 - In der Stadt und dem Kreis Osnabrück haben Schulleiter eigenverantwortlich einige Klassen sowie eine ganze Klassenstufe vorübergehen beurlaubt, da Fälle von Schweinegrippe aufgetreten waren. Das Gesundheitsministerium in Hannover ist empört: "Das ist über das Ziel hinausgeschossen." Die Schulleiter hätten sich zuvor mit dem Gesundheitsamt absprechen müssen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Ulla Schmidt zur Impfstoffbestellung gezwungen?
21.08.2009 - Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärte nun, das sie sich durch den Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline (GSK) - beliefert Deutschland - unter Druck gesetzt fühlte. Die Pharmaindustrie habe Bestellungen erwartet, obwohl noch niemand gewusst habe, ob eine Impfung überhaupt empfohlen werde. "Da haben die (Pharmaunternehmen) ein Stück gespielt, indem sie versucht haben, die Länder gegeneinander auszuspielen", sagte Schmidt. Für die Bestellung seien nur 2 Tage Zeit eingeräumt worden. GSK weißt die Vorwürfe zurück und spricht von einem fairen Umgang zwischen den Vertragspartnern. "Höflich aber bestimmt" hätte man darauf hingewiesen, das man verbindliche Unterschriften für die Planungssicherheit gebraucht hätte: "Es ist daher wichtig, bereits zu einem frühen Zeitpunkt zu wissen, welche Mengen an Impfstoff hergestellt wird" - sagte eine GSK-Sprecherin. Die Bundesregierung hätte weiterhin die Möglichkeit gehabt, die bestellte Menge nach oben oder unten zu korrigieren. Jetzt kommen also erst einmal 50 Millionen Impfdosen... (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Warnung vor Nebenwirkung der Impfung
21.08.2009 - Der Herausgeber des pharmakritischen "Arznei-Telegramms", Wolfgang Becker-Brüser, kritisiert scharf die geplante Massenimpfung. "Die Dimension des Risikos ist kaum kalkulierbar" sagte der Arzt und Apotheker. Normalerweise werden Arzneimittel über Jahre entwickelt und geprüft. Beim Schweinegrippe Impfstoff jedoch beginnt die Markteinführung noch vor Abschluss der Testreihen. "So gelangt ein Präparat auf den Markt, das innerhalb kürzester Zeit 25 Millionen Menschen gespritzt werden soll, doch der Zeitraum zwischen Erprobung und Vermarktung ist viel zu kurz." Sollte das Präparat seltene Nebenwirkungen haben, dann werden diese in der kurzen Erprobungsphase "nur durch Zufall, häufig auch gar nicht" entdeckt. Die Regierung schätzt, dass sich sogar bis zu 35 Millionen Menschen impfen lassen werden. Nimmt man bei dieser Masse Menschen nur eine verschwindend geringe Prozentzahl an (beispielsweise 0,7 %), bei der es zu Komplikationen mit Todesfolge kommt, beklagt man bald Tausende Tote (in unserer Beispielrechnung 200.700). Todesursache: Impfschaden!? Inzwischen zeigten sich auch Berufsverbänd der Kinder- und Jugendärzte sowie Internisten öffentlich kritisch zur geplanten Impfung. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)
NRW: Schwerpunkt bleibt Düsseldorf
21.08.2009 - In Nordrhein-Westfalen stiegen die gemeldeten Fälle inzwischen über 4.500 an. Auch nach Ende der Ferien wurden immer noch knapp 300 Neuinfektionen registriert. Diese können nun nicht allein durch Ferien-Reiserückkehrer verursacht werden. NRW ist bisher am schlimmsten betroffen von allen Bundesländern. Herr Ulrich van Treeck vom Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit erklärte dazu: Nach derzeitigem Erkenntnisstand gibt es immer noch keine Hinweise auf ein "großes Ausbruchsgeschehen". Die Situation sei unter Kontrolle. Auch in den Schulen gibt es keine erhöhten Zahlen an Infizierten. Die Schüler wurden auf mehr Hygiene aufmerksam gemacht und Schulen aufgefordert, für mehr Hygieneartikel auf den Schultoiletten zu sorgen. Wir empfehlen den schnellen Gang zum Arzt bei Grippesymptomen, um nicht unnötig weitere Menschen zu infizieren. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)
Fälle werden explosionsartig nach oben schnellen
21.08.2009 - Der WHO Direktor für den westlichen Pazifik, Shin Young Soo, warnte, das sich die Fallzahlen der Schweinegrippe in den kommenden Monaten massiv erhöhen werden. "Ab einem gewissen Punkt wird es so scheinen, als gebe es eine Explosion der Fallzahlen." Dann wird es nicht nur mehr Infizierte geben, sondern auch mehr schwere Verläufe und mehr Todesfälle. Shin bekräftigte, das dies "sicher" sei. In vielen Ländern werden sich die Zahlen im 3-4 Tagestakt sogar verdoppeln. Mit großer Sorge betrachtet die WHO die Entwicklungs- und Schwellenländer. Hier seien die Gesundheitssysteme nicht vorbereitet. Ulla Schmidt bestätigte, dass man in Deutschland sehr gut auf die Pandemie vorbereitet ist. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)
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