NEWS vom 26.07.2009

Schweinegrippe nun sogar im Buckingham Palast

26.07.2009 - Die Königliche Familie von England ist bedroht und zwar von der Schweinegrippe. Zwei Fälle von H1N1 Infektionen wurden aus dem Buckingham Palast bekannt. Hier soll es sich um Angestellte der Küche handeln. Die Queen wieß daraufhin alle an, sich an die Schutzvorschriften zu halten. Das betroffene Personal kam in Quarantäne. Ein Insider des Königshauses sagte: "Angesichts der rasanten Ausbreitung war es wichtig, jeden, der Krankheitssymptome zeigt, besonders im Küchenbereich, zu isolieren. Das Letzte, was wir wollen, ist, dass sich die Königin oder ihr Mann, der Herzog von Edinburgh, anstecken." Einen weiteren Fall von Schweinegrippe gibt es auf Schloss Windsor, der beliebten Wochenend Residenz der Queen. Hier wurde ein Chormitglied positiv getestet. Die Royals sind sich der Gefahr durch die Schweinegrippe bewusst. Erst vor ein paar Tagen sagte Prinz Andrew den Besuch einer neuen Fabrik in Uttoxeter (mittelenglische Grafschaft Staffordshire) ab, weil es dort einen Verdachtsfall auf Schweinegrippe gegeben hatte. Unterdessen überlegt man in der Stadt Exeter (Grafschaft Devon) sogar, ob man die Katakomben aus dem 19. Jahrhundert als Leichenhalle benutzen könnte, sollte es einen rasanten Anstieg an Todesopfern geben. Großbritannien meldete über 100.000 Neuinfektionen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Bild Zeitung)



aktuelle Zahlen: 159.224 Infizierte in 146 Ländern, 979 Tote

Entwicklung Schweinegrippe

26.07.2009 - Am Wochenende meldeten einzelne Länder ihre Zahlen nach und so kann weltweit nun von weiteren 7.568 Neuinfektionen gesprochen werden und 111 neuen Todesfällen. Europa zählt offiziell 20.463 Infizierte und 34 Tote. Dabei steht Deutschland mit 2.844 Infizierten direkt hinter Großbritannien (11.159 Infizierte, 30 Tote), wo die Schweinegrippe am stärksten ausgebrochen ist und Spanien (1538 Infizierte, 4 Tote), von wo viele Deutsche Urlauber den H1N1 Virus mitbringen. Zu Wochenbeginn werden neue Schweinegrippe Zahlen erwartet. Das es weniger Infektionen und Todesfälle sein werden, ist auszuschließen. Der ansteigende Trend ist ungebrochen, wie Sie auf unserer Grafik nachvollziehen können. (Text: © Kiwi Vision, Daten: WHO, CDC, ECDC)



Schutzimpfung wird zu spät kommen

26.07.2009 - Deutschland hat nach Angaben des Virologen Alexander Kekulé zu lange gewartet mit der Bestellung von Impfstoffen gegen die Schweinegrippe. Andere Länder waren da schneller und werden voraussichtlich eher beliefert. Bei uns ist der Impfstoff erst im November zu erwarten. Richtig wirken wird die Impfung erst mit der zweiten Spritze. Diese kann aber erst 1 Monat nach der ersten Impfung erfolgen. Dann is es vermutlich Dezember, bevor der Impfschutz aufgebaut ist. Bis dahin haben sich sehr viele Menschen bereits mit Schweinegrippe infiziert. Kekulé erinnerte daher an die einfachen Schutzmaßnahmen, die gegen Schweinegrippe helfen. Neben Hände waschen sollte absofort auch auf das Begrüßungsküsschen unter Freunden verzichtet werden - so der Experte. Er mahnte weiterhin, das Menschen, die sich krank fühlen den Arzt aufsuchen sollten: "Das erste bei der Influenza ist, dass man sich wirklich krank fühlt, dass man Fieber hat und sich wie erschlagen fühlt, manchmal Halsschmerzen dazu kommen, und nach einiger Zeit kommt dann der Husten. Diese typische Reihenfolge, die eigentlich anders ist als ein Sommerschnupfen, die sollte einen alarmieren und dann sollte man zum Arzt gehen. Am besten vorher anrufen, damit man niemanden im Wartezimmer ansteckt." (Text: © Kiwi Vision, Daten: NDR Info)



Medizinische Versorgung wird nicht reichen

26.07.2009 - Britische Gesundheitsexperten beklagten nun, das die Bettenkapazität in Krankhäuser sowie die Zahl der Beatmungsgeräte nicht ausreichen. Großbritannien sieht sich gegenwärtig mit offiziell 11.159 Infizierten konfrontiert. Zahlreiche Menschen mussten bereits ins Krankenhaus gebracht werden, da die Schweinegrippe bei ihnen einen schweren Verlauf nahm. Insgesamt 30 Menschen starben im britischen Königreich. Die Mediziner forderten bei der zu erwartenden Weiterverbreitung die Zahl der Krankenhaus Betten im Schnitt um knapp zwei Drittel zu erhöhen. Zudem bräuchten die Krankenhäuser in einigen Regionen etwa ein Fünftel mehr Beatmungsgeräte. Was Großbritannien seit Mitte Juni mit der Schweinegrippe erlebt, wird auch vor Deutschland nicht halt machen. Bei der steigenden Zahl an Infizierten sind dann auch schwere Verläufe und Todesfälle hierzulande nicht mehr auszuschließen. Es wird sich dann zeigen, ob die Deutschen Krankenhäuser besser auf die Flut an Patienten vorbereitet sind. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)

Pharmakonzern sucht Deutsche Testpersonen

26.07.2009 - Die Sprecherin des Impfstoff Herstellers GlaxoSmithKline (GSK) Daria Munsel, sagte gegenüber dem FOCUS: "Die Zulassungsstudien sollen ab September an mehreren Hundert Personen durchgeführt werden, darunter auch an Kindern." Für diese Testzwecke werden im Moment Freiwillige gesucht. Die Auswahl der Versuchspersonen nehmen ausschließlich die Ärzte an den Studienzentren vor. Problematisch sind die Adjuvantien im Impfstoff. Das sind wirkungsverstärkenden Zusätze. Mit diesen Stoffen gibt es wenig Erfahrung. Der Virologe Alexander Kekulé von der Universität Halle-Wittenberg sagte dazu: "Der Pandemie-Impfstoff könnte bei Kindern möglicherweise mehr Nebenwirkungen verursachen als der saisonale Grippeimpfstoff". Hoffen wir also, das die Impfung gegen die Schweinegrippe nicht kränker macht, als die Schweinegrippe selber. Der Pharmariese Novartis hat in anderen EU-Ländern bereits mit klinischen Studien begonnen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin trotz Schweinegrippe

26.07.2009 - Es sind gerade die Großveranstaltungen, bei denen sich ein Virus wie die Schweinegrippe ideal ausbreiten kann. Viele 1.000 Menschen, dicht gedrängt, alle fassen Alles an, husten, niesen - ein Viren Paradies. So wie Schulen und Kindergärten geschlossen werden als Maßnahme, um die Ausbreitung eines sehr virulenten Virus, wie den H1N1, einzudämmen, so besteht für die Regierung auch immer die Option, eine Großveranstaltung abzusagen. In 3 Wochen nun soll die Leichtathletik Weltmeisterschaft 2009 in Berlin stattfinden. Die Veranstalter und Sportler sind beunruhigt angesichts rasant steigender Fallzahlen in Deutschland. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, sagte jetzt dazu, es sei: "...im Augenblick keine Konstellation abzusehen, die uns dazu veranlassen würde, irgendwelche Sport- und Großveranstaltungen abzusagen". Die meisten Infektionen beträfen aktuell Reiserückkehrer und mit einer Woche in Quarantäne läßt sich der meist milde verlaufenen Infektion gegenwärtig gut entgegenwirken. Na dann: Sport frei! (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)

Bekommen Schwangere keine Impfung?

26.07.2009 - Bisher war immer klar, das Schwangere einem besonderen Risiko ausgesetzt sind, einen schweren Verlauf der Schweinegrippe zu bekommen, daran zu sterben oder eine Fehlgeburt dadurch zu erleiden. Genügend dragische Meldungen gab es aus vielen Ländern der Welt in den vergangenen 14 Wochen. Die WHO setzte Schwangere deswegen ganz oben auf die Liste der Menschen, die zu allererst geimpft werden sollten. Die Bundesregierung übernahm diese Empfehlung auch bisher kommentarlos in ihren Entwurf zur Impfung gegen Schweinegrippe, an dem gerade abschließend gefeilt wird. Nun aber meldet sich erstmals der Staatssekretär im thüringischen Gesundheitsministerium, Falk Oesterheld, mit Bedenken zur Impfung von Schwangeren: Noch laufe die wissenschaftliche Diskussion darüber, ob auch Schwangere geimpft werden sollten oder ob für sie das Risiko von Nebenwirkungen zu hoch sei. Was können also Schwangere tun? Infizieren sie sich mit Schweinegrippe, besteht eine erhöhte Gefahr für das eigene Leben und das des Kindes im Mutterleib. Werdende Mütter können aktuell nur versuchen, sich keine Infektion mit H1N1 einzufangen. Dies geht, indem sie Menschenansammlungen meiden, regelmäßig und ausgibig die Hände waschen, die Hände aus dem Gesicht lassen und sich weder anhusten noch anniesen lassen. Weitere Schutzmöglichkeiten finden Sie hier. Sobald es eine Information  gibt, ob Schwangere die Impfung ohne Nebenwirkung vertragen, erfahren Sie es bei uns. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

Bundesländer wollen Impfung nicht zahlen

26.07.2009 - 700 Millionen Euro für 50 Millionen Impfdosen wollen erst einmal bezahlt werden. Nur woher kann man dieses Geld nehmen? Die Pharmakonzerne haben natürlich nichts zu verschenken. Noch ist die Kostenbegleichung für die Impfstoffbestellung nicht abschließend geregelt. Der Staatssekretär im thüringischen Gesundheitsministerium, Falk Oesterheld, sagte dazu der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: "Es ist nicht einzusehen, dass im Fall einer Epidemie der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird. Wir werden sicherstellen, dass nichts an den Ländern hängenbleibt". Die Bundesregierung versicherte hingegen bereits vor 2 Wochen, dass die Krankenkassen für die Kosten des Impfstoffs und seine Verabreichung aufkommen würden. Dann wären es die Beitragszahler, die die Impfkampagne finanziell stemmen. Also doch die Bürger? "Eine Impfung wird pro Person rund 30 Euro kosten", sagte der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Klaus Theo Schröder. Neben den gesetzlichen Kassen hätten auch die privaten Kassen sowie die Beihilfen für Beamten bereits signalisiert, die Kosten zu übernehmen. Der bayrische Gesundheitsminister Markus Söder sagte wiederrum: "Jetzt wurden für dreißig Prozent der Bevölkerung Impfdosen bestellt. Die Vorsorge ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Deshalb muss sich der Bund zur Hälfte an den Kosten beteiligen." Dann wäre es doch wieder zur Hälfte der Steuerzahler. Ob Steuerzahler oder Beitragszahler - das Geld scheint immer aus den Abgaben, die die Bürger leisten, zu kommen. Nur in welchen Topf die Regierung greift ist noch nicht ganz klar. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)

NEWS vom 25.07.2009

USA: 43.771 Infizierte und 302 Tote

25.07.2009 - Auf die Zahlen des wöchentlichen Updates der USA schaut man, wie auf einen schlechten Witz. Binnen einer Woche haben sich 23.154 Menschen neu infiziert. Letzte Woche noch meldete das CDC 20.617 Infektionen. Laut Update vom 24.07.2009 sind es nun schon 43.771 Schweinegrippe Fälle. Auch die Todesfälle nahmen dramatisch zu: Letzte Woche waren bereits 263 Tote zu beklagen. Nur eine Woche später sind es weitere 39 Todesfälle, nun insgesamt 302. Die meisten Menschen sind dabei in New York (63 Tote) und Californien (52) gestorben. (Text: © Kiwi Vision, Daten: CDC)

Girlband Sugababes haben Schweinegrippe

25.07.2009 - Der Virus macht vor Promis nicht halt. Nach Harry Potter Darsteller Rupert Grint (Ron) und der Ehefrau von Englands Ex-Premier Tony Blair, Cherie Blair, hat es nun die englische Girlband Sugababes erwischt. Amelle Berrabah und Heidi Range befinden sich in Quarantäne. Alle Termine für die kommende Woche sind bereits abgesagt. Bandkollegin Keisha Buchanan ist noch gesund. Sie sagte gegenüber dem "Mirrow": "Ich habe definitiv nicht die Schweinegrippe, aber die anderen beiden Mädchen." Und weiter: „Ich kann einfach nicht glauben, dass ich tatsächlich Leute kenne, die die Schweinegrippe haben. Aber ich bin sicher, dass wir darüber lachen werden, wenn alles vorüber ist". Die Band war die letzten Monate in Los Angeles und hatte dort an einem neuen Album gearbeitet. Aktuell sind sie jedoch in England und wollten gerade mit der Promotion für die erste Single "Get Sexy" beginnen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Bild Zeitung)

Politiker Streit um Impfplan

25.07.2009 - Am gestrigen Freitag fand eine abschließende Gesundheitsministerkonferenz zwischen Bund und Ländern statt. Am Ende der Gespräche brachte Deutschland die Bestellung von 50 Millionen Impfdosen im Wert von 700 Millionen Euro für Deutschland auf den Weg. Diese Menge reicht für 30 % der Bevölkerung. Mit ihr können besonders gefährdete Personengruppen geimpft werden. Deutschland folgt damit einer Empfehlung der WHO. Und schon entfacht ein Streit in den Koalitionen, wer denn besonders gefährdet sei? Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer sagte: "Neben gesundheitlich angegriffenen und älteren Menschen müssen auch Strafgefangene bevorzugt geimpft werden. Nur so kann verhindert werden, dass gefährliche Täter im Krankenhaus von Polizisten teuer bewacht werden müssen." Der CDU-Sozialexperte Gerald Weiß wiederrum sagte, das für ihn der Schutz der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen wie Rentner, schwangere Frauen und Kinder im Vordergrund stehe. Es gibt eben keinen Impfstoff für alle. Deswegen muss aussortiert werden. Die weltweiten Resourcen der Pharmaindustrie sind schlichtweg beschränkt. Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder sagte, die ersten Impfdosen werden für Ende September/ Anfang Oktober in Deutschland erwartet. "Dann kann das Impfen sofort beginnen". Die Bundesregierung hält sich eine Option offen, noch mehr Impfstoffe nachzubestellen. Statistiker haben errechnet, das eine bundesweite Impfung zwei Milliarden Euro kosten würde. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)

Beginn einer riesigen Welle

25.07.2009 - Die Pandemie kommt. Da ist sich der Virologe Alexander Kekulé ganz sicher. "Es ist der Beginn einer riesigen Welle" sagte er. Und weiter: "Die Zahl der Infektionen im Inland wird in den nächsten Wochen dramatisch zunehmen." Tatsächlich gibt es seit knapp einer Woche einen enormen Anstieg der Fallzahlen in Deutschland. So meldete das RKI:

Das sind insgesamt 1.896 Fälle in nur 1 Woche. Dabei handelt es sich zu fast 75 % um Infektionen bei Reiserückkehrern. Immer wieder hört man in den lokalen Medien von England und Spaninen-Urlaubern. Gerade diese beiden Länder sind in Europa am schlimmsten betroffen. Jörg Hacker vom RKI äußerte sich angesichts dieser Welle von infizierten Reiserückkehrern besorgt: "Wir sehen das schon mit einer gewisser Sorge, ohne jetzt in Panik zu verfallen." Tatsächlich sind bei den insgesamt 2.844 infizierten in Deutschland bisher nur 3 schwere Fälle aufgetreten. Alle anderen Infektionen mit H1N1 verliefen mild. Todesfälle gab es bislag gar nicht in Deutschland. Hacker erwartet für die nächsten Wochen weiter täglich 400 bis 600 Neuerkrankungen. Seine große Hoffnung liegt nun darin, das Urlauber durch die Medien Berichterstattung sensibilisiert sind und auf die "unbedingt notwendige Hygiene" achten. Lesen Sie unter Schutz, auf was sie im Urlaub (und natürlich auch zu Hause) dringend beachten müssen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp/AFP)

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