NEWS vom 25.08.2009
Zweite Schweine Grippe Welle kommt, größer und gefährlicher
25.08.2009 - Bisher sind die Krankheitsverläufe der Schweinegrippe in der Mehrzahl eher mild. In wenigen Ausnahmen gab es heftige Grippesymptome - siehe Erfahrungsberichte. Damit mehren sich die Stimmen der Zweifler. So sagte der Präsident der Bundesärztekammer Professor Jörg-Dietrich Hoppe "Wir hatten schon bedeutendere Grippewellen". Er kritisierte, das die Bevölkerung durch die Medienerstattung so aufgewühlt wird. Gleichzeitig rechnen US-Experten mit einer schweren zweiten Welle. Sie wird ab Herbst (Oktober) erwartet. Grund sind dann die kühleren Temperaturen auf der Nordhalbkugel. Das Expertengremium im Weißen Haus schätzt, das dann jeder zweite US-Bürger erkranken soll. Das wären dann 150 Millionen Infizierte. Ein ähnliches Bild erwartet man auch für Deutschland. Die Erfahrungen mit vorangegangenen Pandemien zeigten, „dass auf eine erste schwache Welle meist eine zweite Welle mit schweren Erkrankungen und Todesfällen folgte“, sagte dazu die Bundesregierung. In den USA erwartet man in der zweiten Welle bis zu 90.000 Tote. Das sind dann doppelt so viele Tote, wie bei üblichen Grippewellen. Bis zu 1,8 Millionen Menschen erwartet man in der zweiten Welle binnen weniger Wochen in den US-Krankenhäusern. Eine Kapazität, die nicht gewährleistet werden kann. Wir werden sehen, wer recht behält: Zweifler, wie Hoppe oder die US-Experten und die Bundesregierung. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP, Bild Zeitung)
NRW: Mutterschutz für Schwangere verschärft
25.08.2009 - Schwangere in Berufsfeldern mit Patientenkontakt genießen in Nordrhein-Westfalen absofort besonderen Schutz. Es ist nicht nötig, das sie weiter Tätigkeiten ausführen, die ein erhöhtes Schweinegrippe Risiko in sich bergen. So hat es das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit empfohlen. Dies gilt für Krankenhäuser und Arztpraxen. Die Empfehlung wurde ausgesprochen Aufgrund der Warnung der WHO, das Schwangere besonders gefährdet seien. Die Empfehlung beinhaltet jedoch kein Beschäftigungsverbot: Wenn sich eine Arbeit findet, bei der die schwangere Mitarbeiterin nicht in Patientenkontakt steht, ist eine Freistellung nicht nötig», erklärt Paul Jansing vom Institut. Denkbar ist der Einsatz in der Verwaltung oder der Buchhaltung. Die Umsetzung der Empfehlung liegt ganz allein bei den Ärzten. Die Kosten zumindest sind in diesem Fall klar geregelt. Wer schwangere Angestellte nach Hause schickt, bekommt die Lohnkosten aus einer Umlagekasse, die auch bei normalem Mutterschutz zahlt. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)
Deutschland: 14.581 Infizierte, 256 Neu-Infektionen
25.08.2009 - Von Samstag bis einschließlich Montag, 15 Uhr, wurden dem RKI 256 neue Fälle von Schweinegrippe gemeldet. Die Zahl übers Wochenende ist generell geringer als die Werte, die Dienstag bis Freitag übermittelt werden und die Wochentage betreffen. In den letzten 7 Tagen (Inkubationszeit von 2-4 Tagen plus 5 Krankheitstage) erkrankten also 2.088 Menschen. Dies entspricht im etwa dem aktuellen Stand an Schweinegrippe Kranken in Deutschland. Gezählt werden nur alle Fälle, die einen Arzt aufgesucht haben. Seit April infizierten sich 14.581 Menschen in Deutschland. Verstorben ist bisher niemand. So verteilen sich die offiziell bestätigten Fälle auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (4.768)*
Niedersachsen (2.321)
Baden-Württemberg (1.893)*
Bayern (1.459)*
Rheinland-Pfalz (898)*
Hessen (714)
Schleswig-Holstein (471)
Berlin (368)*
Hamburg (317)*
Sachsen (263)*
Sachsen-Anhalt (248)
Brandenburg (226)
Saarland (213)
Thüringen (195)
Bremen (119)*
Mecklenburg-Vorpommern (108)
* = neue Fälle hinzugekommen vom Samstag bis Montag, 15 Uhr
Gezählt werden seit dem 15.7.2009 laborbestätigte Fälle sowie alle Erkrankten mit eindeutigen Symptomen aus dem Umfeld von laborbestätigten Fälle, auch ohne H1N1-Test. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)
Pressekonferenz zur Schweinegrippe morgen
25.08.2009 - Am morgigen Mittwoch, 26. August 2009, findet ein gemeinsames Presse-Briefing von Robert-Koch-Institut und Paul-Ehrlich-Institut zur Schweinegrippe statt. Inhalt wird die Entwicklung der Schweinegrippe in Deutschland sein und Informationen zur bevorstehenden Impfung. Pressevertreter sind um 14 Uhr ins Robert-Koch-Institut, Hörsaal, Nordufer 20 nach 13353 Berlin eingeladen. Es sprechen: Prof. Dr. Reinhard Burger, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts und Prof. Dr. Johannes Löwer, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)
Frankreich: Antibakterielles Waschgeld wird zum Kassenschlager
25.08.2009 - Häufiges Händewaschen hilft als Schutz vor Schweinegrippe, siehe Schutzmaßnahmen. Das weiß man auch in Frankreich und so stieg dort der Absatz von antibakteriellem Waschgeld enorm. Einen Umsatz von 10 Millionen Portionen sehen die Hersteller kommen. In normalen Jahren sind es nur 2 Millionen. Nicht nur Apotheken halten die Gels bereit sondern inzwischen auch Zeitungshändler und Supermärkte. Manche Unternehmer stellen es sogar den Arbeitnehmern am Arbeitsplatz zur Verfügung. Dabei wird dem Waschgel keine größere Wirkung wie Waschen mit Wasser und Seife zugesprochen. Wir empfehlen Desinfektionstücher für die Handtaschen, so dass man auch Unterwegs die Hände reinigen kann - beispielsweise nach dem Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder anch dem Einkaufen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Australien: Grippemittel intravenös rettete Menschenleben
25.08.2009 - Ein schwer Astma Kranker 20 jähriger lag 5 Wochen auf der Intensivstation im Austin Hospital in Melbourne, Australien. Der junge Mann hatte such die Schweinegrippe zugezogen. Aufgrund des schweren Astma waren die Lungen so voll Schleim, das selbst die künstliche Beatmung kaum genug Sauerstoff brachte. Immer weiter musste der Lungendruck erhöht werden, bis die Lungen schließlich rissen und Luft in den Brustkorb drang. Antivirale Medikamente konnte der patient nicht mehr einnehmen. Deswegen griffen die ärzte in die Trickkiste und gaben ihm das Grippemittel Relenza intravenös. Für diese Behandlung gibt es weltweit keine Zulassen. Das Menschenleben jedoch konnte mit dieser Therapie gerettet werden. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärzte Zeitung)
Verunsicherung in Deutschen Kirchgemeinden
25.08.2009 - Mehrere Kirchgemeinden in Deutschland sind unsicher, wie mit dem Abendmahl wegen der Schweinegrippe verfahren werden soll. Dabei essen Christen eine Oblade und trinken gemeinsam aus einem mit Wein oder Traubensaft gefüllten Kelch, um dem letzten Mahl Jesu zu gedenken. Zentrale Anweisungen an die Kirchen gebe es nicht sagte Silke Römhild, Sprecherin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). "Wir raten nicht zu verstärkter Aufregung und sehen auch keinen Grund zu großer Besorgnis". Römhild verwies auf die Variant, die Oblade in den Kelch zu tauchen, statt diesen "kreisen" zu lassen. Der Pastor der St. Mariengemeinde im Luftkurort Waren, Leif Rother, praktiziert dies bereits als Schutzmaßnahme. In der Katholischen Kirche macht man sich noch gar keine Gedanken. "Unser Motto lautet: Bewusstseinsbildung, aber keine Panik", betonte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp. In Großbritannien hatte bereits am 15. Juli der Bischof von Chelmsford, John Gladwin, darum gebeten, die Messe abändern zu können (wir berichteten). Er ging sogar weiter und wollte das Weihwasser weglassen, sowie Seelsorgegespräche nur noch mit Mundschutz und Handschuh anbieten. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Streit zwischen Bund und Länder dauert an
25.08.2009 - Bund und Länder konnten gestern keine Einigung im Streit um die Finanzierung der Schweinegrippe Impfung erzielen. Klar ist die Finanzierung für 35 Millionen Bundesbürger. Das zahlen die Krankenkassen. Da sich aber jeder impfen lassen kann, der es will, wird Geld für bis zu 64 Millionen Menschen benötigt. Die Bundesländer weigern sich, für diese Kosten aufzukommen. Es sei eine nicht geplante Sonderausgabe - hieß es aus Verhandlungskreisen. Der Staatsminister im Kanzleramt, Hermann Gröhe, sagte "es gibt Einigungschancen". Nun sind weitere Gespräche nötig. Für heute ist eine Telefonkonferenz der Gesundheitsminister der Länder geplant. Die Debatte hat im Moment Auswirkungen auf weitere Impfstoffbestellungen. Diese müssten langsam in Auftrag gegeben werden. Ob sich überhaupt mehr wie 35 Millionen Menschen für eine Impfung begeistern können, ist derzeit Fraglich. Die unausgereiften Tests, die Angst vor Impfschäden und die bereits bekannten Nebenwirkungen dürften viele abschrecken - siehe Impfung. Erst gestern war bekannt geworden, das die Impfung von nur 5 % der Bevölkerung vollständig reichen würde, um die Schweinegrippe zu stoppen. Dazu allerdings müssten die Kinder und ihre Eltern geimpft werden und nicht wie vorgesehen Schwangere, chronisch Kranke und medizinisches Personal. (Text: © Kiwi Vision, Daten: dpa)
Düsseldorf: Uniklinik unter Quarantäne
25.08.2009 - Ein Arzt auf der Unfallchirurgie der Düsseldorfer Uniklinik erkrankte an Schweinegrippe. Nun sind alle Ärzte und Pfleger der Unfallchirurgie in Quarantäne. Der Bereich der Klinik arbeitet mit Ersatzpersonal. Der Arzt hatte sich den H1N1-Virus auf einer Hochzeitsfeier in Köln zugezogen und es gar nicht gemerkt. Auch ein leichter Schnupfen machte ihn nicht stutzig. Erst als er erfuhr, dass ein weiterer Gast der Hochzeit an Schweinegrippe erkrankt sei, ließ er sich testen: positiv! Bis dahin hatte er gearbeitet und Kollegen vermutlich infiziert. Diese wurden zwar bisher alle negativ getestet, das Risiko ist aber erst am Donnerstag vollständig ausgeschlossen. Nun ist nur noch ein eingeschränkter Betrieb in der Klinik möglich. Der Feuerwehrsprecher Hans-Jochen Hermes sagte der Westdeutschen Zeitung: "Wir verteilen Patienten auf andere Krankenhäuser". Hintergrund: Chirurgische Fälle können in der Uni-Klinik Düsseldorf im Moment nicht behandelt werden. Die Uni-Klinik ist bereits das fünfte Krankenhaus in Düsseldorf, wo Personal wegen der Schweinegrippe ausgefallen ist. Bisher konnte jedoch eine Ausbreitung jedesmal durch schnelle Maßnahmen verhindert werden. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Westdeutsche Zeitung)
US-Regierung warnt vor Gefährlichkeit der Schweinegrippe
25.08.2009 - Die USA war und ist das Land mit den größten Problemen hinsichtlich der Schweinegrippe. Hier kapitulierten zuerst die Labore, weil sie die vielen Rachenabstriche nicht mehr schafften zu testen. Hier wurde zuerst die Zählung aller Infizierten eingestellt, weil man es nicht mehr schaffte. Gegenwärtig werden 7.983 Menschen in Krankenhäusern des Landes behandelt, 522 Todesfälle musste man notieren, alle 53 Bundesstaaten haben die Schweinegrippe. Das Weiße Haus erklärte die Schweinegrippe jetzt zur "ernsten Gefahr". Ein Expertengremium hatte zuvor beratschlagt und folgende Erkenntnisse präsentiert: Nur wenige Menschen sind gegen den neuen Erreger H1N1 immun. Daher ist die Erkrankungsrate auch so extrem hoch. Weiterhin sterbe auf 10.000 Menschen mindestens einer an ARDS, einer verursachten Lungenerkrankung. bei einer gewöhnlichen Grippe sei es 1 Mensch auf 1 Millionen Infizierte. Die Rate liegt also um das 100-fache höher. Die meisten Menschen jedoch sterben nicht am H1N1-Virus sondern an chronischen Vorerkrankungen oder bakteriellen Infektionen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AFP)
Frankreich: 3 Rugby-Spieler haben Schweinegrippe
25.08.2009 - Drei Spieler des französischen Rugby Clubs Stade Francais haben offenbar Schweinegrippe. Am heutigen Dienstag soll die Diagnose durch weitere Untersuchungen bestätigt werden. Die Teamkollegen erhalten vorbeugend Grippemittel. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)
Frankreich: Bereits 10 Tote
25.08.2009 - In Frankreich starben inzwischen 2 Menschen an Schweinegrippe. Der letzte Todesfall ereignete sich am Sonntag im Südwesten des Landes. Es starb eine 56 jährige Frau. Schlimmer jedoch wütet die Schweinegrippe in den Überseeterritorien Frankreichs. So starben inzwischen 5 Menschen in Neukaledonien. Das beunruhigende: Die drei ersten Todesfälle auf der südpazifischen Insel trafen Menschen mit chronischen Erkrankungen. Die letzten beiden Menschen, ein 30 jähriger Mann und eine 46 jährige Frau, waren jedoch völlig gesund vor ihrer Infektion. Auf weiteren französischen Inseln in Übersee starben noch 3 Menschen, so das das Hoheitsgebiet Frankreichs bereits 10 Menschenleben zählt. (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)
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