NEWS vom 30.07.2009
Streit um Impfkostenübernahme nicht vom Tisch
30.07.2009 - Nun meldete sich auch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen zu Wort in dem Streit der Krankenkassen um die Bezahlung der Impfkampagne gegen die Schweinegrippe. Die Ministerin sagte: "Solange die Krankenkassen einen Überschuss an Einnahmen haben, müssen diese Versichertengelder natürlich auch zur Vorbeugung gegen die Schweinegrippe eingesetzt werden. Genau dafür sind wir krankenversichert". Ministerin von der Leyen vertritt die Auffassung, das eine Versicherung, in die die Bürger Monat für Monat einzahlen, genau dazu da sei: "eine Behandlung oder besser noch eine schützende Vorsorge zu finanzieren". Ihrer Meinung nach kostet die Behandlung einer Schweinegrippe Infektion mehr, als die schützende Impfung. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Hamburger Abendblatt)
USA: Schweine Grippe Impfung bekommen 50 % der Bevölkerung
30.07.2009 - In Deutschland sollen 30 % der Bevölkerung geimpft werden. Die USA gibt sich damit nicht zufrieden und will gleich die Hälfte der Bevölkerung, also 50 % impfen lassen. Schweinegrippe Impfstoffe sind bestellt für 160 Millionen US-Bürger. Zum Vergleich: In Deutschland will man 24,6 Millionen Menschen impfen. Immerhin ist die USA auch die Nation, mit den weltweit meisten Infizierten (43.771) und Todesfällen (302). Und noch etwas wird anders in den USA: Hier stehen Kinder und junge Menschen unter 24 gleich ganz oben auf der Impfliste. Damit folgt die USA Erkenntnissen, die mehrere Forscher durch Computersimulationen und Feldforschung bestätigen: Eine Epidemie läßt sich am schnellsten eindämmen, wenn man die Kinder impft. Sie sind es, die den Virus rasend schnell verbreiten. Weiter sollen wie bei uns schwangere Frauen, chronisch Kranke und Mitarbeiter im Gesundheitswesen geimpft werden. Hinzu kommen noch alle Betreuungspersonen von Babys bis 6 Monate. All diese Personengruppen umfassen 160 Millionen Menschen. Impfstoffe wurden aber nur für 120 Millionen Menschen bestellt. Entsteht da ein Engpass? Nein, beruhigt Anne Schuchart vom CDC, der zuständigen Seuchenbehörde. Auch bei der saisonalen Grippeimpfungen holen sich nur 50 % eine Spritze ab, denen diese empfohlen wird. Ähnliches erwartet man nun bei der Schweinegrippe Impfung in den USA. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Spiegel.de)
Deutschland: 5.324 Infizierte, 879 Neu-Infektionen
30.07.2009 - Das RKI veröffentlicht den höchsten Anstieg an Infektionen in Deutschland seit Ausbruch der Schweinegrippe. 879 neue Fälle wurden in den vergangenen 24 Stunden gezählt. Darunter 710 Reiserückkehrer, vor allem Spanien Urlauber. Folgendermaßen verteilen sich die offiziell bestätigten Fälle auf die Bundesländer:
Nordrhein-Westfalen (2.184)*
Niedersachsen (971)*
Baden-Württemberg (511)*
Bayern (425)*
Hessen (285)*
Rheinland-Pfalz (172)*
Berlin (121)*
Schleswig-Holstein (107)*
Sachsen (100)*
Thüringen (97)*
Sachsen-Anhalt (96)*
Saarland (80)*
Bremen (53)*
Brandenburg (46)*
Mecklenburg-Vorpommern (43)*
Hamburg (33)*
* = neue Fälle hinzugekommen seit 29.07.
Meldung gab es aus allen 16 Bundesländern (siehe Sternchen *). Bitte gehen Sie mit Grippesymptomen zum Arzt, bevor Sie Mitmenschen anstecken. Anderenfalls steigt auch die Zahl der Ansteckungen innerhalb Deutschlands bald drastisch an. So lange Reiserückkehrer sich behandeln lassen und 5-7 Tage in Quarantäne gehen, bleibt die Pandemie lokal begrenzt und kontrollierbar. (Text: © Kiwi Vision, Daten: RKI)
aktuelle Zahlen: 175.785 Infizierte in 146 Ländern, 1116 Tote
30.07.2009 - In den letzten 24 Stunden sind abermals 6.429 Neuinfektionen mit Schweinegrippe weltweit bekannt geworden. Auffallend ist, das viele Länder schon lange keine Zahlen mehr gemeldet haben. Dies mag mit der offiziellen Aufforderung der WHO zusammen hängen, welche die Nationen anwies, nur noch Infektionen in 100.000-Schritten sowie auffällige Infektionsverläufe zu melden. Ansonsten sollten sich die Länder auf die Eindämmung der Pandemie konzentrieren, statt Statistiken zu erheben. Laut Berichten von Deutschen Urlaubern scheinen aber gerade Urlaubsländer wie Spanien Angst vor finanziellen Einbußen zu haben, wenn sie den tatsächlichen Krankenstand melden. Touristen könnten dann ausbleiben. Wochenlang standen so zum Beispiel Anfang Mai in Mexiko ganze Hotelkomplexe leer, so das der mexikanische Tourismusverband schon mit Gratis-Urlauben locken wollte. Laut Augenzeugenbericht in der Bild-Zeitung reagieren sowohl Einheimische, wie Krankenhäuser empfindlich, wenn man Schweinegrippe thematisiert. So geschehen im spanischen Lloret de Mar, wo Urlauber geschlagen wurden mit den Worten: "Hier gibt es keine Schweinegrippe. Verschwindet aus Lloret de Mar!“ Dabei würden alle Menschen in den Straßen husten. Die Schweinegrippe Zahlen für Deutschland explodierten mit Ferienbeginn. Haupt-Ansteckungsquelle: Spanien. Das Auswärtige Amt hat dennoch keinerlei Reisebeschränkungen herausgegeben. Es wird lediglich allen Urlaubern ans Herz gelegt, selbst die Schutzmöglichkeiten gegen Schweinegrippe zu beherzigen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: WHO, CDC, ECDC)
Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte gibt Impftipps
30.07.2009 - Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) ruft Betriebe auf, Impfmöglichkeiten in ihren Räumen zu schaffen. "Arztpraxen allein können den Ansturm gar nicht bewältigen," prognostiziert Dr. Wolfgang Panter, Präsident des VDBW. Deswegen sein Vorschlag, das Firmen: "... in ihren Räumen Impfmöglichkeiten für die Mitarbeiter anbieten, über den Ablauf informieren und sich mit dem Betriebsarzt abstimmen". Der Appell des Verbandes gibt auch niedergelassenen Ärzten die Möglichkeit, mit Verweis auf den Verband auf Firmen zuzugegen und entsprechende Vorschläge für Impfangebote zu unterbreiten. Sowohl für Betriebe, wie auch für Ärzte hat der VDBW eine ganze Reihe an Checklisten erstellt, mit denen sich auf die bevorstehende Pandemie Impfung vorbereitet werden kann. Die Checklisten finden Sie hier. Der Verband erinnert nochmals daran, das ein hoher Krankenstand aufgrund komplett lahmgelegter Abteilungen die Unternehmen teuer zu stehen kommen könnten. Deswegen ist es jetzt an der Zeit, sich über den Notfall Gedanken zu machen. (Text: © Kiwi Vision, Daten: Ärzte Zeitung)
Wacken: Küsschen-Verbot für Hardrocker wegen Schweinegrippe
30.07.2009 - Heute beginnt in Wacken, im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein, das weltweit größte Hardrock-Festival, das Wacken Opten Air (WOA). Erwartet werden 75.000 Besucher aus aller Welt. Auf der Bühne gibt es 2009 Motörhead, Anthrax, Doro oder Bon Scott. Aufgrund der Schweinegrippe läuft das Festival dieses Jahr ein wenig anders. Die Gesundheitsbehörde in Schleswig Holstein stellt sich auf viele Schweinegrippe Fälle ein. Das Gesundheitsamt, Kliniken im Umland und Apotheken haben "ausreichende Mengen antiviraler Medikamente" eingelagert - so teilte es das Gesundheitsministerium in Kiel mit. Es wurden weiterhin ausreichend Isolationsräume eingerichtet. Den Metalheads (Festivalbesuchern) wurde bereits folgendes ans Herz gelegt:
- Enge Begrüßungsrituale (Umarmen, Wangenküsse, Händeschütteln) vermeiden
- Bierflaschen nicht 'kreisen lassen'
- bei plötzlichem hohem Fieber und Krankheitsgefühl unverzüglich die Sanitätseinrichtungen aufsuchen
- den Hinweisen der Ordnungskräfte Folge leisten.
Dann laßt es mal rocken, hoffentlich ohne Schweinegrippe Infektionen! (Text: © Kiwi Vision, Daten: AP)
Saarland: Minister fordert Hygienemanagement
30.07.2009 - Der saarländische Gesundheitsminister, Gerhard Vigener, hat Betriebe und Behörden aufgefordert, sich intensiv mit dem Hygiene Management in ihren Räumen auseinander zu setzen. Offenbar haben sich viele Unternehmen dem Thema noch gar nicht gewidmet. Das Ministerium will nun empfohlende Maßnahmen in den nächsten Wochen als Flyer zur Verfügung stellen. Darin enthalten sind Hnweise, das zum Beispiel Türklinken regelmäßig desinfiziert werden und für die Mitarbeiter Grippemittel bereitgehalten werden sollen. Dies betreffe neben Betrieben auch öffentliche Einrichtungen, Schulen und Kindergärten. Das Saarland stellt sich auf einen massiven Anstieg der Fallzahlen nach der Urlaubszeit ein. 11 Wochen war das Saarland ohne Schweinegrippe. Aktuell werden 94 Fälle gezählt. (Text: © Kiwi Vision, Daten: ddp)
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